Schlagwortarchiv: Pausentratsch Oper

Worüber man in der Opernpause diskutieren kann

Netrebko zur Ukraine-Krise

Künstler appellieren lieber an die völkerverbindende Kraft ihrer Arbeit. Kann man sie zu Brandreden gegen ihre Brötchengeber zwingen? Nun hat sich auch Anna Netrebko zum Ukraine-Krieg zu Wort gemeldet. Die Diva beginnt ihr Statement mit einem beherzigenswerten Satz: „Ich habe mir etwas Zeit genommen, um nachzudenken. Denn ich glaube, die Lage ist z...

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New Yorks Opernchef in Moskau

Chef der New Yorker Met in Moskau

Peter Gelb startet eine Co-Produktion mit dem Bolschoi-Theater und ist in der russischen Metropole, um die Premiere von Wagners »Lohengrin« mitzuerleben. Soeben hat er seinen Spieplan für 2022/23 vorgestellt.

Die New Yorker Metropolitan Opera veröffentlichte ihren Spielplan für die kommende Spielzeit  unglücklicherweise an jenem Tag, an dem der russische Angriff auf die Ukraine begann. Und Met-Chef Peter Gelb weilt – in Moskau. Könnten die Zeitläufte grotesker sein? Gelb ist angereist, weil er am Donnerstag der Premiere von Wagners „Lohengrin“ am Bolschoi-Theater beiwohnen wollte. Mit dieser Produktion soll eine Kooperation der beiden Opernhäuser beginnen. „Lohengrin“ wird, zumindest wenn alles nach Plan läuft, im Februar 2023 an die Metropolitan Opera übersiedeln.

Netrebko in New York: Ja und nein!

Eigentlich hatte Peter Gelb für diese Übernahme einen Trumpf im Ärmel: Anna Netrebko sollte die Elsa singen. Aber sie hat vor kurzem abgewinkt, kommt aber nächste Spielzeit dennoch nach New York:   Ab 3. November 2023 ist sie für fünf Vorstellungen die Elisabeth von Valois in Verdis „Don Carlos“ an der Seite von Anita Rachvelishvili (Eboli), Russell Thomas (Don Carlos) und Günther Groissböck (König Philipp).

Groissböck, der an der Met kommende Spielzeit auch den Ochs in der von Simone Young dirigierten Aufführungsserie des „Rosenkavalier“ mit Lise Davidsen singen wird (ab 27. März), ist im neuen „Lohengrin“ sowohl in Moskau als auch in New York als König Heinrich vorgesehen. An der Met werden statt Tamara Wilson und Elena Stihkina als Elsa alternieren, den Titelhelden soll in allen acht Vorstellungen zwischen 26. Februar und 1. April Piotr Beczala singen, der an der Met kommende Saison zuvor bereits als Loris in Giordanos „Fedora“ (an der Seite von Sonya Yoncheva) zu erleben sein wird (ab 31. Dezember). Yoncheva singt an der Seite von Michael Spyres ab 28. Februar 2023 Bellinis „Norma“.

Stars und neue Namen

Die neue Saison der Met hebt am 27. September 2022 mit Cherubinis „Medea“ an. In einer Inszenierung von Dvid McVicar tritt Sondra Radvanovsky in die Fußstapfen der Callas. Tags darauf feiert Manfred Honeck sein Met-Debüt mit Mozarts „Idomeneo“ (Michael Spyres in der Titelpartie).

Die Met sieht, wie gewohnt, für viele ihrer Aufführungsserien auch kommende Saison wieder Doppelbesetzungen der Hauptpartien vor und stellt dabei einige neue Namen vor. So gibt es ab 2. Dezember 2022 Verdis „Aida“ mit Latonia Moore und Michelle Bradley in der Titelpartie, zwei bewährte Tenöre, Marcelo Álvarez und Brian Jadge, alternieren als Radamès.

Neue Opern

Latonia Moore ist auch am 10. April 2023 dabei, wenn Terence Blanchards „Champion“ Met-Premiere feiert. Der in Wien bestens bekannte Ryan Speedo Green wird da den Aufstieg eines Weltklasse-Boxers aus dem Nichts nachzeichnen. „Champion“ war Blanchards erste Oper. Die Met brachte kürzlich viel beachtet sein „Fire Shut Up in My Bones“ heraus, als erstes Werk eines farbigen Komponisten in New Yorks führendem Haus.

Uraufgeführt wird in New York kommende Saison Kevin Puts’ „The Hours“ mit Renée Fleming, Kelli O’Hara und Joyce DiDonato in den drei Frauenrollen, die in der Verfilmung des von Virginia Woolfs „Mrs. Dalloway“ inspirierten Stücks von 2002 von Meryl Streep, Julianne Moore und Nicole Kidman verkörpert wurden. (Premiere ist am 22. November).

Für Wiener Musikfreunde von speziellem Interesse: Speranza Scappucci, an der Staatsoper bestens bekannt und jüngst für ihr Debüt an der Mailänder Scala mit Bellinis „Capuleti e i Montecchi“ gefeiert, dirigiert in New York ab 10. November die Aufführungs-Serie von Verdis „Rigoletto“ mit Rosa Feola bzw. Lisette Oropesa (Gilda), Benjamin Bernheim bzw. Stephen Costello (Herzog) und Quinn Kelsey bzw. Michael Chioldi (Rigoletto). Adam Plachettka ist der Leporello im „Don Giovanni“ mit Peter Mattei (ab 5. Mai), und Tomasz Konieczny Wagners „fliegender Holländer“ unter Jaap van Zwedens Leitung  (ab 30. Mai 2023).

Beginnend mit „Medea“ am 22. Oktober bringt die Met auch kommende Spielzeit wieder Monat für Monat mindestens eine HD-Übertragungen in internationale Kinos. Nur der Februar ist ausgenommen: Wie heuer legt man da in New York auch kommendes Jahr wieder eine Spielpause ein.

Phänomen John Adams

Dieser Tage feierte John Adams seinen 75. Geburtstag, einer der erfolgreichsten Komponisten unserer Zeit – und gleichzeitig eine Galionsfigur des Aufbruchs in eine Ära, die alle ästhetischen Doktrinen hinter sich gelassen hat. Oder zu haben meint, wie auch immer. Jedenfalls gehört John Adams zu jenen Komponisten, die Orchestern und Dirigenten ermög...

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Klassik-Streaming, geht das?

Die Streamingplattform Spotify hat Anno 2022 Schlagzeilen gemacht, weil der Pop-Star Neil Young verbieten ließ, dass seine Musik über die Plattform abgerufen werden konnte. Den in jeder Hinsicht unbeteiligten Klassik-Freund hat daran nicht unbedingt interessiert, was Neil Young so erbost hat. Er dachte eher über die Tragweite eines solchen Boykotts nach – und stellte Vergleiche an, die ihn über Umwege doch wieder zu Mozart führten.

Wer auf Spotify bestimmte Künstler sucht, erfährt auch, wie viele Hörer ihnen Monat für Monat lauschen. Im Fall Neil Youngs waren es zum Zeitpunkt des Boykott-Beginns 5.704.132. Das war auch angesichts von offiziell dokumentierten etwas über 400 Millionen Nutzern des Dienstes keine Kleinigkeit.

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Alt, aber gut

600 Mal dieselbe Inszenierung? Warum nicht? Die jüngsten Erfahrungen mit einer Puccini-Inszenierung, die der Burgtheater-Direktor im Theater an der Wien »verbrochen« hat, lehren vor allem eines: Über 600 mal hat man an der Wiener Staatsoper Margarete Wallmanns "Tosca"-Inszenierung schon gespielt. Hoffentlich bleibt sie dem Haus noch lang erhalten. ...

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Wiener Infektionen

ZWISCHENTÖNE Wer andern eine Grube gräbt, dem fallen alle zweimal hinein Die Philharmoniker können wegen steigender Infektionszahlen in ihren eigenen Reihen nicht reisen. Derzeit sind Kammerorchester im Vorteil. Die geplanten Konzerte der Wiener Philharmoniker bei der Mozartwoche hat Festival-Intendant Rolando Villazón abgesagt. Nun musste das Orch...

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Salzburg ´22

Festspiele als "göttliche Komödie" Salzburg 2022. Helga Rabl-Stadler präsentierte zum letzten Mal das künftige Sommerprogramm und hofft auf stetige Erweiterung der Kunst-»Begeisterungsgemeinschaft«.

Immer größer möge die »Begeisterungsgemeinschaft« namens Salzburger Festspiele werden, mit diesem Wunsch verabschiedete sich Helga Rabl-Stadler bei ih...

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Live oder Stream?

In Zeiten wie diesen kommt dem Radio hörenden Musikfreund zu Bewusstsein, daß unsere Philharmoniker nie „vor leeren Sälen“ musizieren. Ein philharmonisches Abonnement haben wir alle längst! Die Verlagerungen künstlerischer Aktivitäten ins Internet werden vielleicht nachhaltige Folgen zeitigen. Visionär war schon die Einrichtung einer „Digital Conce...

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Über die Bearbeitungswut

Zwischentöne Und was, wenn es die letzte Fassung des "Fidelio" nicht gäbe? Korrekturwut oder notwendige Verbesserung? Zur Frage, warum Komponisten viel Zeit verschwenden, ihre Werke zu revidieren. 3. Februar 2020 Dreimal hat Beethoven seine "einzige" Oper komponiert. 1804, 1805 und 1814 legte er ,,Fidelio" in durchaus unterschiedlicher Gestalt vor....

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