Die Streamingplattform Spotify hat Anno 2022 Schlagzeilen gemacht, weil der Pop-Star Neil Young verbieten ließ, dass seine Musik über die Plattform abgerufen werden konnte. Den in jeder Hinsicht unbeteiligten Klassik-Freund hat daran nicht unbedingt interessiert, was Neil Young so erbost hat. Er dachte eher über die Tragweite eines solchen Boykotts nach – und stellte Vergleiche an, die ihn über Umwege doch wieder zu Mozart führten.
Wer auf Spotify bestimmte Künstler sucht, erfährt auch, wie viele Hörer ihnen Monat für Monat lauschen. Im Fall Neil Youngs waren es zum Zeitpunkt des Boykott-Beginns 5.704.132. Das war auch angesichts von offiziell dokumentierten etwas über 400 Millionen Nutzern des Dienstes keine Kleinigkeit.
»In Wien wird musiziert, aber wir dürfen nicht!«
Christian Thielemann. Der Chefdirigent der Staatskapelle Dresden im Gespräch über die Tatsache, dass man ihn und sein Orchester aus der Semperoper ausgesperrt hat - und seine Hoffnung, zu Ostern zumindest in Salzburg spielen zu können.
Dann heißt es wieder: Thielemann macht Krach", sagt ebendieser im Gespräch: "Ich mach keinen Krach. Ich habe festgestellt, dass Orchester in Berlin, in Wien, sogar in Essen spielen, dass die Dresdner Philharmonie sogar Aufnahmen macht. Aber die Dresdner Staatskapelle darf nicht in ihr eigenes Haus!"
Der Chefdirigent der Staatskapelle Dresden ist verärgert. Tatsächlich hat Intendant Peter Theiler angesichts der Pandemie untersagt, dass Proben für Richard Strauss' groß besetzte Tondichtung "Ein Heldenleben" in ...
Kommentar
Das österliche Waterloo der Kulturpolitik
Salzburg hätte allerhand nötig, nur nicht einen Nikolaus Bachler als Intendanten der Osterfestspiele.
Wer da meint, die heimische Kulturpolitik hätte mit dem einstigen sozialdemokratischen Kulturminister Thomas Drozda den Gipfelpunkt an Entscheidungsarroganz erreicht gehabt, irrt. Während deren l...
Die Dynamik der Jungen im Konzertsaal
Es ist nicht, wie mancher meint, die Optik, die den Klassikbetrieb immer jugendlicher aussehen lässt: Die Jungen sind exzellente Musiker.
Es ist zuletzt oft bemerkt worden, daß Klassikkünstler und vor allem – künstlerinnen in jüngster Zeit auf Plakaten oder CD-Covern aussähen wie Models. Das hat etwas Wahres, d...
Wo haben die Geigen ihren richtigen Platz?
Im jüngsten Philharmonischen unter Bychkov flankierten die Violinen das Dirigentenpult. Setzt sich wieder die "alte Ordnung" durch?
Hatten in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts beinahe überall auf den Konzertpodien die tiefen Streicher rechts, die Violinen links vom Dirigenten Platz genommen, sieht m...
LEITARTIKEL
Die Salzburger Festspiele dürfen, ja müssen elitär und exklusiv sein
Das teuerste Festival der Welt darf sich nicht mit Allerweltsprogrammatik rechtfertigen. Die Maximierung des Kartenangebots hat ihm geschadet.
Die Salzburger Festspiele gehen in die Schlussrunde. Die großen Premieren sind vorbei. Und via Agentur werden bereits erste bi...
GLOSSE
Wann darf der gebildete Musikfreund klatschen, wann muss er, wann soll er ergriffen sein?
Plädoyer für den Applaus nach Gefühl
Manchmal wird zu viel applaudiert. Man sieht es an den Mienen der Künstler, "den Dank erhofft ich nicht", scheinen sie mit Monostatos zu seufzen. Tatsächlich kann frenetisches Händeklatschen Stimmungen töten.
Zuweile...
SALZBURGER FESTSPIELE 2015
Gesprochenes Wort gehört zur deutschen Oper von Mozarts "Entführung" bis zu Webers "Freischütz", darf aber bei "Fidelio" diesmal nicht sein.
Was darf ein Regisseur aus einem Stück einfach weglassen?
Am meisten erregten sich die Pausengespräche anlässlich der "Fidelio"- Premiere im Salzburger Festspielhaus über die Absenz ...
WAS DÜRFEN WIR ERWARTEN?
Solang sie im Musikverein noch Bruckners Achte spielen . . .
Klassik. Betrachtungen und Befürchtungen eines Musikkritikers über eine Zeit, in der es vielleicht noch Musikkritiker, aber möglicherweise kein regelmäßiges Opernleben mehr geben wird. Und die stille Hoffnung, daß die Lage auf gut Wienerisch hoffnungslos, aber nic...