Kategoriearchiv: Rezensionen
Russische Opern
Das neue Traumpaar heißt Netrebko/Beczala Iolante. Die Salzburger Festspiele statuierten ein Exempel: Was Anna zu Anna macht, das ist am besten im Rahmen einer konzertanten Aufführung zu studieren: Man gab Tschaikowskys letzte Oper. Von Wilhelm Sinkovicz Was die Kumulierung schöner Stimmen betrifft, war das einer der beglückendsten Festspielab...
Frau ohne Schatten
Eine Oper und ihre Aufnahme-Geschichte Christof Loy hat beschlossen, die gewichtigste Strauss- Oper im Großen Festspielhaus nicht zu inszenieren, sondern sie im Rahmen einer Aufnahmesitzung in den Sophiensälen singen zu lassen. Ein Musikdrama nur dank Christian Thielemann. Buh!", rief der Mann. Und zwar präzis in die Generalpause zwischen dem vorl...
Mahler-Schwerpunkt
Liebesleid und Laszivität im Festspielhaus Mahler-Szenen. Pierre Boulez und die Wiener Philharmoniker eröffneten den Mahler-Schwerpunkt der Salzburger Festspiele mit eitel Wohlklang in Dur, Moll und Alban Bergscher Zwölfton-Camouflage.
In ihrem Zyklus zum Gustav-Mahler-Jahr gedenken die Festspiele auch der Grundlagen von Mahlers symphonischer Revo...
Katja Kabanova
Auch Ungeheuer können singen Mit der Premiere von »Katja Kabanova« begann der auf drei Jahre angelegte Janacek-Zyklus der Staatsoper: eindrucksvolles Finale der ersten Spielzeit der neuen Direktion. Das Stück spiele in seiner Inszenierung in Brooklyn (statt in der russischen Kleinstadt Kalinov), verkündete Regisseur Andre Engel während der Proben ...
Onegin in Amsterdam
Singende Seele Muziektheater Amsterdam. Mariss Jansons dirigiert Tschaikowskys melancholische Oper, Stefan Herheim inszeniert: ein klingendes Ereignis, ein vollblütiges Seelendrama.
Mariss Jansons als Operndirigent: Das ist vielen Musikfreunden eine Reise Wert. Im Konzertsaal hat der Maestro Weltkarriere gemacht. Musiktheater ist für ihn längst nu...
Olivier Latry, der Star an der Orgel
6. April 2011
Der Star an der neuen Orgel
Olivier Latry ist eine Art »Orgel-Netrebko«: Wenn er seines Amtes waltet, gerät das Publikum in Ekstase. Ein Organisten-Phänomen.
Vor zwei Wochen haben noch die wenigsten Musikfreunde in Wien seinen Namen gekannt, heute ist er ein Star: Olivier Latry, Organist von Notre Dame de Paris, hat schon anlässlich der Segnung der neuen Orgel im Goldenen Musikvereins-Saal Ovationen geerntet; nun brillierte er an der Seite des RSO Wien unter Cornelius Meister in der Reihe der Orchesterkonzerte zum Einstand des Prachtinstruments.
»Die Fledermaus«, Silvester 2010
3. Jänner 2011 Zum Jahreswechsel demonstrierte Wiens neuer Opernchef, wie er Wiener Spieltradition mit neuem Ensemble–Gedanken vermählen möchte. Die ,,Fledermaus’‘ wird uns niemals gleichgültig sein Die ,,Fledermaus’‘‘ zum Jahreswechsel – vordergründig betrachtet ist es völlig egal, wie eine solche Vorstellung abläuft oder ob – wie diesmal am Silve...
Iphigenie auf Tauris
Ein Versuch im Theater an der Wien, 2010
Wege durchs Labyrinth des Mythos
Über die Bedeutung Christoph Willibald Glucks herrscht in der Fachwelt Einigkeit. Doch Aufführungen der legendären »Reformopern« bleiben rar.Immerhin: Das Theater an der Wien stellt nun »Iphigenie auf Tauris« zur Diskussion, jenes Werk, das Gluck den letzten Triumph bescherte - und das beinah parallel zu Mozarts »Idomeneo« die Gattung der französischen »Tragédie lyrique« neu zu definieren versuchte.
Reimanns Medea
Uraufführung Wien, 2010
AUFNAHMEN
Die größte Entdeckung dieses umjubelten Premierenabends hieß vermutlich Franz Grillparzer. In deutschen Landen kaum zur Kenntnis genommen, hierzulande eher mit Herablassung als selbsternannter Nationaldichter behandelt, erweist sich seine Sprachkunst als zeitlos in ihrem Nuancenreichtum und ihrer psychologisc...