Von Ruhestand war bei ihr auch anläßlich der Feiern zu ihrem 80. Geburtstag keine Rede. Ein Gala-Konzert zu ihren Ehren in der Mailänder Scala, am eigentlichen Jubeltag, dem 27. Februar 2017, ein Festakt in der Heimatstadt Modena: Mirella Freni war auch mit 80 höchst aktiv.
Sie war die Partnerin der größten Opern-Künstler des 20. Jahrhunderts, mit dem „Re di bassi“, Nicolai Ghiaurov, war sie verheiratet, mit Luciano Pavarotti, der ebenfalls in Modena zur Welt gekommen war, teilte sie die Amme; und (nicht nur, aber bevorzugt) für Herbert von Karajan war sie im italienischen Fach über viele Jahre hin die erste Wahl für Primadonnenrollen.
Der internationale Durchbruch der Freni in der bis heute unangefochtenen Zeffirelli-Produktion der „Boheme“ ist l...
Das neue Traumpaar heißt Netrebko/Beczala
Iolante. Die Salzburger Festspiele statuierten ein Exempel: Was Anna zu Anna macht, das ist am besten im Rahmen einer konzertanten Aufführung zu studieren: Man gab Tschaikowskys letzte Oper. Von Wilhelm Sinkovicz
Was die Kumulierung schöner Stimmen betrifft, war das einer der beglückendsten Festspielab...
Italianita: Import-Export quer durch Europa
Im Gespräch. Antonio Pappano, Musikchef von Covent Garden London, dirigiert heute ein Festspielkonzert mit Anna Netrebko - und bringt dazu seine Accademia di Santa Cecilia aus Rom erstmals nach Salzburg. von Wilhelm Sinkovicz
Er wird demnächst eine größere Rolle bei den Salzburger Festspielen zu spielen haben. Der designierte Intendant, Alexander Pereira, hat ihn angeblich für eine Neuproduktion von Verdis "Don Carlos" verpflichtet. Damit wird Antonio Pappano, einer der führenden Operndirigenten unserer Zeit, erstmals eine Festspiel-Einstudierung in Salzburg machen. Heuer kommt er als Konzertdirigent ins Große Festspielhaus: Er dirigiert heute, Montag, und morgen ein Programm mit Joseph Haydns letzter "Londoner" Symphonie und dem "Stabat mat...
Erinnerung an einen Meistercellisten
Er war ein Philharmoniker mit Leib und Seele - und starb am Abend der Premiere einer Oper, die er selbst oft legendär mitgestaltet hat.
Es gab Musikfreunde, die an ihm die Wiener Philharmoniker identifizierten. Optische Typen an seinem legendären rot-leuchtenden Violoncello, akustische an seinem ebenso legendären Ton: Robert Scheiwein, über lange Jahre Solocellist des Meisterorchesters, ist am 29. Juli 76-jährig nach langer Krankheit in Wien gestorben. Man mag nicht an Zufälle glauben: Eine knappe Stunde, nachdem er im Wiener AKH friedlich entschlafen durfte, erklang im Salzburger Festspielhaus das große C...
Eine Oper und ihre Aufnahme-Geschichte
Christof Loy hat beschlossen, die gewichtigste Strauss- Oper im Großen Festspielhaus nicht zu inszenieren, sondern sie im Rahmen einer Aufnahmesitzung in den Sophiensälen singen zu lassen. Ein Musikdrama nur dank Christian Thielemann.
Buh!", rief der Mann. Und zwar präzis in die Generalpause zwischen dem vorl...
Liebesleid und Laszivität im Festspielhaus
Mahler-Szenen. Pierre Boulez und die Wiener Philharmoniker eröffneten den Mahler-Schwerpunkt der Salzburger Festspiele mit eitel Wohlklang in Dur, Moll und Alban Bergscher Zwölfton-Camouflage.
In ihrem Zyklus zum Gustav-Mahler-Jahr gedenken die Festspiele auch der Grundlagen von Mahlers symphonischer Revo...
Auch Ungeheuer können singen
Mit der Premiere von »Katja Kabanova« begann der auf drei Jahre angelegte Janacek-Zyklus der Staatsoper: eindrucksvolles Finale der ersten Spielzeit der neuen Direktion.
Das Stück spiele in seiner Inszenierung in Brooklyn (statt in der russischen Kleinstadt Kalinov), verkündete Regisseur Andre Engel während der Proben ...
Singende Seele
Muziektheater Amsterdam. Mariss Jansons dirigiert Tschaikowskys melancholische Oper, Stefan Herheim inszeniert: ein klingendes Ereignis, ein vollblütiges Seelendrama.
Mariss Jansons als Operndirigent: Das ist vielen Musikfreunden eine Reise Wert. Im Konzertsaal hat der Maestro Weltkarriere gemacht. Musiktheater ist für ihn längst nu...
Erinnerungen an einen musikalischen Feuerkopf
Dietfried Bernet war ein unverwechselbarer Charakter: Sein Temperament, das manchmal überschäumte, machte ihn auch unberechenbar.
Die Meistersinger? Wie konnte man zweifeln, dass er, der altgediente Kapellmeister der Wiener Schule, die Meistersinger "draufhatte"? "In Wahrheit", gestand mir Dietfried Bernet später einmal freimütig, "hatte ich das Stück nie dirigiert, als ich damals spontan zusagte." Es ging um eine Rettungsaktion, um eine Premiere, der quasi über Nacht während der Schlussproben der Dirigent abhandengekommen war.
Bernet kam, dirigierte und war der Held des Abends. Mochte er auch die...
Ich singe für meine Ikonen"
Der Opernstar kommt wieder einmal nach Wien: Im Gespräch erzählt sie, warum sie diesmal ausschließlich Broadway-Melodien singen wird.
American Masters" heißt das Programm, das Jessye Norman am Donnerstag (26. Mai) nach Wien zurückführt. Im Großen Saal des Konzerthauses steht Musik von Leonard Bernstein, Scott Joplin, Harold Arlen, Gershwin und Duke Ellington auf dem Programm. Für die Sängerin, die ihre große Karriere in den Opernhäusern der Welt in Opernpartien von Meistern zwischen Mozart und Wagner gemacht hat, gar kein ungewöhnliches Programm.
Die Norman schwebte stets zwischen den Stilen, sang Spirituals so gern wie Schönberg-Melodramen: "Wir bringen deshalb Musik vom Broadway", bekennt die Künstlerin im Gespräch, "weil ich es für sehr wichtig halte, dass ...