Archiv der Kategorie: Nachruf

Montserrat Caballe

Eine Stimme, ätherisch zart, aber volltönend
Zum Tod der Operndiva Montserrat Caballe, die in der Nacht auf Samstag 85-jährig in ihrer Heimatstadt Barcelona starb. Durch die harte Schule des deutschen Repertoiretheaters gegangen, wurde die Katalanin zum Inbegriff der Primadonna.
Gewiss, es sind große Interpretinnen im Sopranfach nachgerückt, es gibt sie, die Diven, die Primadonnen des angehenden 21. Jahrhunderts. Und doch wird man dieser Tage allenthalben lesen, dass "die letzte Primadonna", Montserrat Caballe, 85-jährig in ihrer Heimatstadt Barcelona nach langer Krankheit gestorben ist.

Denn das ist wahr: Die Caballe war die letzte jener B...

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Johan Botha

Aus Glanz und Wonne kam er her
Johan Botha, der sich einen dauerhaften Platz in der Interpretationsgeschichte ersungen hat, erlag im Alter von 51 Jahren seinem schweren Leiden.
Die Strahlkraft dieser Stimme war legendär. Wer hören durfte, wie er noch am Ende einer für alle übrigen Beteiligten hörbar kräfteraubenden "Meistersinger"-Aufführung mit den sogenannten Preis-Liedern des Walter von Stolzing brillierte, wie er ohne jede Mühe endlos scheinende Phrasen über Wagners leidenschaftliche orchestrale Wogen zu wölben wusste, wird das nie vergessen. Es waren Naturereignisse erfüllten Operngesangs; und das Publikum jubelte, denn wer die helden...

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Gabriele Sima

Edelstein im wienerischen Opernschatz
Zum Tod des treuen Ensemblemitglieds Gabriele Sima.
Sie war eine der herzerfrischenden Erscheinungen im Ensemble der Wiener Staatsoper: Die Innsbruckerin Gabriele Sima, Zögling des ehemaligen Opernstudios, hatte am Salzburger Mozarteum und an der Wiener Musikhochschule studiert und Preise in Athen („Maria Callas“) und Wien („Hugo Wolf“) gewonnen – der Bühne wie dem Liedgesang widmete sie sich denn auch sensibel und mit spürbarer Hingabe. Opernfreunde schätzten ihr erfrischend natürliches Auftreten, das sie zum Cherubino („Figaros Hochzeit“) ebenso prädestinierte wie für den heiklen jugendlichen Gruß des H...

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Günther Theuring

Der klassische Verführer
Zum Tod des Gründers des Wiener Jeunesse-Chors, der zwei Generationen für Musik und Werte der abendländischen Kultur zu begeistern wusste und zu diesem Zweck auch die Meisterkurse ins Leben rief.
Er war ein Rattenfänger. Zwei Generationen von jungen Musikfreunden gingen ihm in die Falle. Als musikalischer Charmeur bezauberte er nicht nur die Damenwelt, sondern auch die jungen Männer: Günther Theurings Kompetenz und Überzeugungskraft in Sachen Barock, Klassik, Romantik und Moderne konnte und wollte sich keiner entziehen, der in seine Nähe kam.
Die offenkundigen Anziehungskräfte wusste er zu nutzen: Die Projekte seines ...

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Peter Maxwell Davies

Welche Melodien singt denn der Widerspruchsgeist
Sir Peter Maxwell Davies, britischer Avantgardist und zehn Jahre lang königlicher Hofkomponist in London, starb 81-jährig auf den Orkneys.
Ein Widerspruchsgeist war er zweifellos. Wenn ihm etwas nicht passte, ging er auf die Straße, um zu protestieren – und es war ihm recht, wenn man in der Zeitung lesen konnte: „Prominenter Komponist wettert gegen Premierminister“. Ob dieser Gordon Brown hieß oder Tony Blair, war einerlei: Sir Peter ließ jeden wissen, was er von seinen Entscheidungen hielt. Im Zweifelsfall: nichts.
Der Revoluzzer Ihrer Majestät
Auch als Musiker war er zuweilen gesellschaftspol...

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Nikolaus Harnoncourt

https://media.sinkothek.at/AUDIO/phonharnoncourt.mp3
Ein akustisches Portrait des Musiker, Wissenschaftlers und Dirigenten

Zum Tod von Nikolaus Harnoncourt, der von Wien aus die Hörgewohnheiten der Welt zu revolutionieren vermochte und vom Gründer eines Originalklang-Ensembles zu einem der meistdiskutierten Dirigenten überhaupt wurde.
Nachruf, »Die Presse« 2016

Es ist erst wenige Wochen her, daß der wohl prägendste Dirigent seiner Generation das Publikum wissen ließ, er sei nicht mehr imstande, weiterhin Konzerte zu leiten. Man wiegte sich daraufhin noch in der Illusion, man könne bei dem großen alten Mann ja immerhin noch Erkundigungen a...

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Jean-Louis Martinoty

Er enthüllte Hintergründe
Nachruf. Zum Tod des französischen Opernregisseurs Jean-Louis Martinoty, der 70-jährig an den Folgen einer Herzoperation starb.
Am 27. Jänner, wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag, ist der französische Regisseur Jean-Louis Martinoty in Neuilly-sur-Seine an den Folgen einer Herzoperation gestorben. Martinoty, den die Musikwelt hierzulande erst spät – vielleicht zu spät und unter keineswegs günstigen Umständen – besser kennenlernen konnte, war einer der feinsinnigsten Musiktheaterregisseure seiner Generation. Die Produktionen, die er erarbeitete, zeichneten sich durch subtilen Feinschliff in der Personenführung und d...

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Walter Weller

NACHRUF
Ein Musiker aus Wien
Walter Weller, Geiger und Dirigent, langjähriger Konzertmeister der Philharmoniker, ist 75-jährig in Wien gestorben.
Ein Musiker aus Wien - das schreibt sich leicht, hat aber in diesem Fall einen bitteren Nachgeschmack: Walter Weller, am 30. November 1939 in Wien geboren und am vergangenen Sonntag ebenda einem Krebsleiden erlegen, war so etwas wie der Inbegriff des wienerischen Musikers, vielseitig und mit dem rechten Gespür für alles, was uns hierzulande am Musizieren wichtig ist.
Schon im Kindesalter holte man den ungemein begabten Geiger auf die Konzertpodien; als der Teenager in Kammermusikensembles mitwirkte,...

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Waldemar Kmentt

NACHRUF
Wiens Tenor-Psychologe
Als Mitglied des legendären Wiener Ensembles sang der 1929 geborene Wiener fast 1500 Mal in der Staatsoper: von bedeutenden Porträts wie Offenbachs Hoffmann bis zu Kleinstpartien. Er starb am Mittwoch.
Seinen ersten großen Auftritt feierte der Wiener Tenor als 21- Jähriger. 1950 akzeptierte ihn Karl Böhm als Solisten in einer Aufführung von Beethovens Neunter. Was das für die Reputation des gerade erst der Akademie entschlüpften Sängers bedeutet, kann heute kaum noch jemand ermessen.Böhm hasste es, mit jungen, unerfahrenen Künstlern zusammenzuarbeiten. Umso schwerer wog sein Urteil über diesen Wagemutigen: Ein h...

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Lillian Fayer

NACHRUF
Sie konnte sogar Musik fotografieren
Die Doyenne der österreichischen Fotokunst starb mit 97. Ihr Name war Synonym für sensible Künstlerporträts.
Lillian Barylli-Fayer ist in der Nacht auf den 14. Dezember friedlich entschlafen. Die notorische Phrase trifft in diesem Fall gottlob zu. Die längst legendäre Fotokünstlerin stand im 98. Lebensjahr, doch kam, wie ihre Familie versichert, der Tod völlig unerwartet. Bis zuletzt war sie hellwach und stets am Fortgang des heimischen Kulturlebens interessiert, jenes Kulturlebens, das sie über lange Jahre so aufmerksam und sensibel mit der Kamera verfolgt und dokumentiert hat.
"Foto Fayer" lautet...

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