Archiv der Kategorie: Nachruf
Leon Fleisher
Pianist 1929 - 2020 Freunde der Klaviermusik nennen in Zusammenhang mit dem Namen dieses Pianisten sofort die legendäre Aufnahme der beiden Brahms-Klavierkonzerte unter George Szell. Sie entstand auf dem Höhepunkt einer Karriere, die dann jäh zu Ende ging, weil der Künstler, der als Student von Artur Schnabel 1952 den Königin-Elisabeth-Wettbewerb gewonnen hatte, aufgrund einer fokalen Dystonie nur noch mit der linken Hand spielen konnte. Eine Botox-Behandlung hat es möglich gemacht, daß Fleisher wie durch ein Wunder in den Neunzigerjahren seine Rechte wieder verwenden konnte und seine Laufbahn wieder in vollem Umfang aufnehmen konnte.
Als Kind hatte er im Alter von vier Jahren Klavier zu spielen beginnen. Er war neun, als ihn Schnabel als Studenten akzeptierte und 16, als er mit New York ...
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Lore Krainer
Die perfekte Guglhupf-Bäckerin Nachruf. Kabarett-Legende und Nestroy-Preisträgerin Lore Krainer ist Freitagfrüh im 90. Lebensjahr in Oberwaltersdorf gestorben. Sie beherrschte den Sprachwitz nach Noten.
Zunächst einmal war sie eine singende Wirtin. Die geborene Steirerin betrieb mit ihrem Mann, einem Buffo-Tenor, den Grazer Girardi-Keller und trug dort ihre ersten kritischen Lieder vor. Und zwar so, dass Kabarett-Urgestein Gerhard Bronner an ihr nicht vorbeigehen konnte. Er wusste, was es heißt, gute Texte musikalisch griffig zu unterlegen, also wusste er auch, dass er mit Lore Krainer den dramaturgischen Motor seiner Sonntagmorgensendung "G...
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Lynn Harrell & Martin Lovett
Zwischentöne Cellisten, prägend für die jüngere Interpretationsgeschichte Vergangene Woche verlor die Musikwelt Lynn Harrell und Martin Lovett, zwei Meister der profundesten Töne. Zwei Meistercellisten sind Ende der vergangenen Woche von uns gegangen. Der eine, Lynn Harrell (Jahrgang 1944), war für die USA so etwas wie die amerikanische Antwort auf Mstislaw Rostropowitsch. Nicht von ungefähr war er ausersehen, 2005 zum 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs das Zweite Schostakowitsch-Konzert in Moskau zu spielen; immerhin markierte das Datum ja nicht nur das Kriegsende, sondern auch den Beginn des Kalten Kriegs; und etwas von Angst un...
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Zum To von Dmitrij Smirnov
Zwischentöne Über einen späten Zeugen des sowjetischen Kultur-Terrors Der weißrussische Komponist und Übersetzer Dmitrij Smirnov wurde in seinem britischen Exil 72-jährig ein Opfer des Coronavirus. Zu den Opfern der Ausbreitung des Coronavirus zählt der Komponist Dmitrij Smirnov. Er gilt in den spärlichen Eintragungen, die man über ihn findet, als "britischer" Künstler, stammte aber aus Weißrussland und war eines der späten Opfer des sowjetischen Kultur-Terrors, den man Menschen wie Smirnov zuliebe nie vergessen sollte.
Tatsächlich hatte die Unterdrückungsmaschinerie kommunistischer Prägung mit dem Tode Stalins Anfang der Fünfzigerjahre kein...
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Zum Tod von Krzysztof Penderecki
Klangtsunami gegen Mailüfterl Zum Tod des polnischen Komponisten Krzysztof Penderecki, der vom führenden Meister der Avantgarde zum Ideengeber der musikalischen Postmoderne wurde. Pole mit Leib und Seele war er. Er blieb in seiner Heimat und wusste sich mit den kommunistischen Machthabern zu arrangieren - und hatte dennoch nicht darauf verzichtet, vorwiegend geistliche Texte zu vertonen, biblische Psalmen, die Geschichte von Jakobs Traum oder eine Passionsmusik nach Lukas.
Er war ein musikalischer Avantgardist, dessen Klangexperimente vielen Kollegen im Westen als Inspirationsquelle dienten. Andererseits wandte er sich Ende der Sechzigerjahr...
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Zum Tod von Christian Strauss
Wenn ein Komponist eine Jugendsünde zweimal begeht Was Richard Strauss einst von seinem Enkel lernen konnte und was man in seinem Nachlass noch alles an musikalischen Juwelen finden kann. 10. Februar 2020 Am vergangenen Wochenende ist nach langer Krankheit Christian Strauss gestorben, der jüngere der beiden Enkelsöhne von Richard Strauss. Seines Zeichens Mediziner, in Wien aufgewachsen, hat er sich als Oberhaupt der Familie doch lange Zeit um die Verwaltung des künstlerischen Erbes gekümmert.
Die Strauss-Gesellschaft bewahrt nicht nur die berühmte Villa in Garmisch, sondern in einem eigenen Gebäude auch den musikalischen Nachlass, Partituren...
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Mirella Freni
Sie sang. Und das genügte. Unter Karajans Fittichen war die Sopranistin mit der Engelsstimme zum Weltstar geworden. Nachruf vom 11. Februar 2020 »La Boheme« ist gewiss das Erste, was Opernfreunde mit dem Namen Mirella Freni assoziieren. Die Sopranistin mit der Engelsstimme aus Modena war für Generationen der Inbegriff der Mimi, deren Schicksal sie erlebbar zu machen wusste wie keine Zweite. Mit der legendären Doppelpremiere der bis heute geliebten Zeffirelli-Inszenierung des Werks - Herbert von Karajan dirigierte an der Mailänder Scala und an der Wiener Staatsoper - war die Weltkarriere der jungen Künstlerin gestartet.
Kenner wussten schon ...
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Peter Schreier
Aus dem Dresdner Kreuzchor in die große Opernwelt Nachruf. Peter Schreier, einer der führenden lyrischen Tenöre des 20. Jahrhunderts, starb 84-jährig am Stephanitag. Als Aushängeschild der Kulturpolitik der DDR war er dennoch herausragender Interpret geistlicher Oratorienliteratur, außerdem Meister des Liedes und internationaler Opernstar.
Wie viele Musikfreunde haben seine Stimme wohl in den vergangenen Tagen in einer seiner Aufnahmen von Bachs "Weihnachtsoratorium" gehört? Vielleicht gerade am Stephanitag, als die Meldung vom Tod des deutschen Tenors bekannt wurde . . .
Aufnahmen des "Weihnachtsoratoriums" dokumentieren Peter Schreiers kü...
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