Archiv der Kategorie: Nachruf

Montserrat Caballe

Eine Stimme, ätherisch zart, aber volltönend Zum Tod der Operndiva Montserrat Caballe, die in der Nacht auf Samstag 85-jährig in ihrer Heimatstadt Barcelona starb. Durch die harte Schule des deutschen Repertoiretheaters gegangen, wurde die Katalanin zum Inbegriff der Primadonna. Gewiss, es sind große Interpretinnen im Sopranfach nachgerückt, es gibt sie, die Diven, die Primadonnen des angehenden 21. Jahrhunderts. Und doch wird man dieser Tage allenthalben lesen, dass "die letzte Primadonna", Montserrat Caballe, 85-jährig in ihrer Heimatstadt Barcelona nach langer Krankheit gestorben ist.

Denn das ist wahr: Die Caballe war die letzte jener B...

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Johan Botha

Aus Glanz und Wonne kam er her Johan Botha, der sich einen dauerhaften Platz in der Interpretationsgeschichte ersungen hat, erlag im Alter von 51 Jahren seinem schweren Leiden. Die Strahlkraft dieser Stimme war legendär. Wer hören durfte, wie er noch am Ende einer für alle übrigen Beteiligten hörbar kräfteraubenden "Meistersinger"-Aufführung mit den sogenannten Preis-Liedern des Walter von Stolzing brillierte, wie er ohne jede Mühe endlos scheinende Phrasen über Wagners leidenschaftliche orchestrale Wogen zu wölben wusste, wird das nie vergessen. Es waren Naturereignisse erfüllten Operngesangs; und das Publikum jubelte, denn wer die heldenten...

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Alfred Šramek

Nachruf -- 25. Juni 2016 Das treue Mitglied des Ensembles der Wiener Staatsoper absolvierte seit seinem Debüt (1975) mehr als 2500 Abende im Haus am Ring. Schon von schwerer Krankheit gezeichnet, trat Šramek im April noch als Mesner in Tosca auf. Er starb am a, 24. Juni 2016, 66-jährig. Prägnante Musiktheater-Figurenen miniature und en gros Mehr als 40 Jahre lang war er immer da, ob italienisches Fach oder deutsches, französisches oder russisches, ob in einer Kleinstrolle wie als Zweiter Gefangener im Fidelio oder als Titelheld in Mozarts Figaro. Wie kaum ein anderer Sänger hat Alfred Šramek das Ensembletheater alten Stils repräsentiert, das ...

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Gabriele Sima

Edelstein im wienerischen Opernschatz Zum Tod des treuen Ensemblemitglieds Gabriele Sima. Sie war eine der herzerfrischenden Erscheinungen im Ensemble der Wiener Staatsoper: Die Innsbruckerin Gabriele Sima, Zögling des ehemaligen Opernstudios, hatte am Salzburger Mozarteum und an der Wiener Musikhochschule studiert und Preise in Athen („Maria Callas“) und Wien („Hugo Wolf“) gewonnen – der Bühne wie dem Liedgesang widmete sie sich denn auch sensibel und mit spürbarer Hingabe. Opernfreunde schätzten ihr erfrischend natürliches Auftreten, das sie zum Cherubino („Figaros Hochzeit“) ebenso prädestinierte wie für den heiklen jugendlichen Gruß des H...

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Günther Theuring

Der klassische Verführer Zum Tod des Gründers des Wiener Jeunesse-Chors, der zwei Generationen für Musik und Werte der abendländischen Kultur zu begeistern wusste und zu diesem Zweck auch die Meisterkurse ins Leben rief. Er war ein Rattenfänger. Zwei Generationen von jungen Musikfreunden gingen ihm in die Falle. Als musikalischer Charmeur bezauberte er nicht nur die Damenwelt, sondern auch die jungen Männer: Günther Theurings Kompetenz und Überzeugungskraft in Sachen Barock, Klassik, Romantik und Moderne konnte und wollte sich keiner entziehen, der in seine Nähe kam. Die offenkundigen Anziehungskräfte wusste er zu nutzen: Die Projekte seines ...

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Peter Maxwell Davies

Welche Melodien singt denn der Widerspruchsgeist Sir Peter Maxwell Davies, britischer Avantgardist und zehn Jahre lang königlicher Hofkomponist in London, starb 81-jährig auf den Orkneys. Ein Widerspruchsgeist war er zweifellos. Wenn ihm etwas nicht passte, ging er auf die Straße, um zu protestieren – und es war ihm recht, wenn man in der Zeitung lesen konnte: „Prominenter Komponist wettert gegen Premierminister“. Ob dieser Gordon Brown hieß oder Tony Blair, war einerlei: Sir Peter ließ jeden wissen, was er von seinen Entscheidungen hielt. Im Zweifelsfall: nichts. Der Revoluzzer Ihrer Majestät Auch als Musiker war er zuweilen gesellschaftspol...

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Nikolaus Harnoncourt

https://media.sinkothek.at/AUDIO/phonharnoncourt.mp3 Ein akustisches Portrait des Musiker, Wissenschaftlers und Dirigenten

Zum Tod von Nikolaus Harnoncourt, der von Wien aus die Hörgewohnheiten der Welt zu revolutionieren vermochte und vom Gründer eines Originalklang-Ensembles zu einem der meistdiskutierten Dirigenten überhaupt wurde. Nachruf, »Die Presse« 2016

Es ist erst wenige Wochen her, daß der wohl prägendste Dirigent seiner Generation das Publikum wissen ließ, er sei nicht mehr imstande, weiterhin Konzerte zu leiten. Man wiegte sich daraufhin noch in der Illusion, man könne bei dem großen alten Mann ja immerhin noch Erkundigungen all...

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Jean-Louis Martinoty

Er enthüllte Hintergründe Nachruf. Zum Tod des französischen Opernregisseurs Jean-Louis Martinoty, der 70-jährig an den Folgen einer Herzoperation starb. Am 27. Jänner, wenige Tage nach seinem 70. Geburtstag, ist der französische Regisseur Jean-Louis Martinoty in Neuilly-sur-Seine an den Folgen einer Herzoperation gestorben. Martinoty, den die Musikwelt hierzulande erst spät – vielleicht zu spät und unter keineswegs günstigen Umständen – besser kennenlernen konnte, war einer der feinsinnigsten Musiktheaterregisseure seiner Generation. Die Produktionen, die er erarbeitete, zeichneten sich durch subtilen Feinschliff in der Personenführung und d...

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Walter Weller

NACHRUF Ein Musiker aus Wien Walter Weller, Geiger und Dirigent, langjähriger Konzertmeister der Philharmoniker, ist 75-jährig in Wien gestorben. Ein Musiker aus Wien - das schreibt sich leicht, hat aber in diesem Fall einen bitteren Nachgeschmack: Walter Weller, am 30. November 1939 in Wien geboren und am vergangenen Sonntag ebenda einem Krebsleiden erlegen, war so etwas wie der Inbegriff des wienerischen Musikers, vielseitig und mit dem rechten Gespür für alles, was uns hierzulande am Musizieren wichtig ist. Schon im Kindesalter holte man den ungemein begabten Geiger auf die Konzertpodien; als der Teenager in Kammermusikensembles mitwirkte,...

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Waldemar Kmentt

NACHRUF Wiens Tenor-Psychologe Als Mitglied des legendären Wiener Ensembles sang der 1929 geborene Wiener fast 1500 Mal in der Staatsoper: von bedeutenden Porträts wie Offenbachs Hoffmann bis zu Kleinstpartien. Er starb am Mittwoch. Seinen ersten großen Auftritt feierte der Wiener Tenor als 21- Jähriger. 1950 akzeptierte ihn Karl Böhm als Solisten in einer Aufführung von Beethovens Neunter. Was das für die Reputation des gerade erst der Akademie entschlüpften Sängers bedeutet, kann heute kaum noch jemand ermessen.Böhm hasste es, mit jungen, unerfahrenen Künstlern zusammenzuarbeiten. Umso schwerer wog sein Urteil über diesen Wagemutigen: Ein h...

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