Was Karajan wirklich konnte!

NEUE CD

Bruckner VII – Karajan live 1962

Vielfach hat man kritisiert, Herbert von Karajan hätte bei seinen Schallplattenaufnahmen allzusehr auf geglättete Oberfläche und klangliche Bügelfalte gesetzt. Man warf ihm Perfektionismus und Technokratentum vor. Vielleicht rücken Livemitschnitte diese Ansicht zurecht: Soeben hat das Label Pristine eine Aufnahme aus London veröffentlicht: Bruckners Siebente Symphonie, gespielt von den Wiener Philharmonikern anläßlich ihrer großen Tournee mit dem damaligen Direktor der Wiener Staatsoper – also damit ihrem de facto »Chefdirigenten« – im Jahr 1962. Und da kann man dank der fabelhaften akustischen Restaurationsarbeit von Andrew Rose hören, was das Faszinosum Karajan wirklich ausgemacht hat: Perfektionismus, schön und gut, natürlich wird hier auf allerhöchstem technischen Niveau Musik gemacht; aber was an formaler Beherrschung bei gleichzeitiger unausgesetzter Hochspannung und dramatischer Stringenz erreicht wird, erklärt, warum das Publikum gebannt lauschte und dann in Ovationen ausbrach.
Denen möchte man sich heute noch anschließen…

PRISTINE