Archiv der Kategorie: Nachruf

Zum Tod des profunden Opernkenners Heinz Irrgeher

1942-2026 (Foto: privat)

Der Jurist, Musikwissenschaftler und langjährige Präsident der „Opernfreunde“ starb 84-jährig nach langer Krankheit. Zuallererst war Heinz Irrgeher einer der gesuchten Gesprächspartner für den Pausentratsch in den Foyers der Wiener Staatsoper. Man kannte ihn. Er war als Präsident des Vereins der Freunde der Wiener Staatsoper (1981-1994) einer der umtriebigsten Musikkenner der Stadt.

Und einer, der dank seiner Kontakte nicht nur über Spitzen- und Misstöne auf der Bühne, sondern auch über die hinter der Szene bestens informiert war. Seine Interviews mit Sängerstars von Birgit Nilsson oder Renata Tebaldi bis Franco Cor...

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José van Dam, der nobelste Opernheld

(1946-2026)

Herbert von Karajans Lieblings-Baßbariton, viel beschäftigt bei den Salzburger Festspielen, starb 85-jährig.

Ein Star? Niemanden wäre es in den Sinn gekommen, den Belgier José van Dam als Star zu bezeichnen. Dazu hat sich dieser Künstler viel zu bescheiden, geradezu verschämt stets im Hintergrund gehalten. Keine „Seitenblicke“- oder „Adabei“-Geschichten, wie das damals noch hieß, keine Skandälchen, kein persönlicher Klatsch und Tratsch – und keine penetranten Werbeaktionen der seinerzeit noch allmächtig wirkenden Schallplattenkonzerne. Es gab zur Salzburger Oster- oder Sommerszeit zwar auch Van-Dam-Plakate zwischen Parfum-Flakons oder Dessous in den Auslagen. Aber nicht so viele wie von Kolleginnen des Sängers oder gar von seinen Dirigenten.

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Abschied von Thomas Daniel Schlee: Er suchte nach Schönheit und Tiefgang

Nachruf. Der Wiener Komponist und Kulturmanager, der Klassik-Institutionen prägte, starb 68-jährig. Er galt stets als „unzeitgemäß“ – und war doch alles andere als das.

12. November 2025

Sein Schaffen, so bekannte Thomas Daniel Schlee einmal, sei eine „Suche nach den Spuren von Schönheit und Ausdruckstiefe“. Aus dem Mund eines Komponisten unserer Zeit nahm sich das ungewöhnlich aus. Aber Schlee war, weiß Gott, alles andere als ein typischer Künstler des 21. Jahrhunderts.

Wie den persönlichen Umgang mit seinen Mitmenschen beherrschte er auch sein Handwerk formvollendet, und jegliche Nivellierung kultureller Aspekte des Lebens war ihm ein Gräuel.

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Roberta Alexander (1949-2025)

Roberta Alexander war eine der vielseitigsten Sopranistinnen ihrer Generation. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Colin Davis oder Bernard Haitink, war aber auch im Ensemble von Nikolaus Harnoncourt, als der daranging, regelmäßig große Opern- und Oratorienaufnahmen zu machen. Viel Aufhebens von ihrer Kunst und ihrer Persönlichkeit hat diese Künstlerin nie gemacht. Umso erstaunlicher ist die Bilanz ihres Wirkens.

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Zum Tod von Rodion Schtschedrin

Der Komponist, der »Carmen« für die Sowjets neu erfand Rodion Schtschedrin, einst von Dmitri Schostakowitsch gefördert, mit seiner Ballettversion von Bizets »Carmen«-Musik weltberühmt geworden, aber auch stets neugierig, was die musikalische Avantgarde bereithielt, ist 92-jährig in München gestorben.

Die »Carmen« besiegelte seinen Erfolg, und anders als Georges Bizet, der die Grundlage dafür geschaffen hatte, durfte Rodion Schtschedrin die Lorbeeren noch ernten. Wenn auch nach Umwegen. Die legendäre Primaballerina des Moskauer Bolschoitheaters, Maja Plissetskaja, war seine Frau. Für sie schuf er, basierend auf der Musik der populären Oper, ...

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Alfred Brendel

NACHRUF –– WÜRDIGUNGEN –– REZENSIONEN

Die ersten Wiener Beethoven-Aufnahmen erschienen 2019 bei Intense Media

Weisheit am Klavier

NACHRUF VOM 17. JUNI 2025

In Mähren geboren, in Kroatien und Graz aufgewachsen, nach London ausgewandert: In seinem musikalischen Herzen blieb der Künstler ein Wiener.

Er zog, diese Pointe konnte man sich als Rezensent damals nicht entgehen lassen, als letzten Ton seines unwiderruflich letzten Soloauftritts noch ein As aus dem Ärmel, ein zweigestrichenes As, mit dem er – nach leichter Verzögerung Liszts „Au Lac de Wallenstadt“ beendete. Verschmitzten Blicks, versteht sich. Die scheinbar simple Pointe war, typisch Alfred Brendel, doch vielschichtigen Zuschnitts. Der weltweit hoch verehrte Beethoven- und Schubert-Interpret, hielt die Wiener Klassiker hoch wie kaum ein Zweiter, spielte aber mit derselben Hingabe Liszt und ließ es nicht zu, wenn jemand diesen Komponisten weniger hoch achten wollte.

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Johanna Matz (1932-2025)

Vom allseits geliebten Hannerl zur Thomas-Bernhard-Darstellerin

Johanna Matz starb am selben Tag wie Waltraud Haas. Eine Rolle verhalf beiden zu Kino-Triumphen: Die Wirtin im „Weißen Rößl“. Die Matz vergaß über dem „Hannerl“-Image nie ihren Status als Burg-Schauspielerin.

Hannerl! Nicht von ungefähr hieß der Film über ein Mädchen, das gegen alle Widerstände doch Schauspielerin werden darf, nach der Hauptdarstellerin: Als „Hannerl“ war Johanna Matz in kürzester Zeit zum wienerischen Star geworden. An manchen Abenden konnten die Verehrer gleich drei Filme sehen, wenn Sie durch die Stadt von Kino zu Kino pilgerten: um 16 Uhr den „Zapfenstreich“, um 18 Uhr „Die Försterchristl“ und um 21 Uhr - ja, eben - „Hannerl“. Das war 1952. Ein Jahre später bestand für Kinobetreiber im deutschen Sprachraum kein Zweifel: Hannerl Matz erhielt 80 Prozent aller Stimmen bei der Frage nach der zugkräftigsten Schauspielerin.

Acht Jahre vor Waltraud Haas: die Rößlwirtin

Damals war sie die selbstverständliche Besetzung der „Rößlwirtin“ in Willi Forsts Verfilmung der Operette „Im weißen Rößl“ an der Seite von Johannes Heesters.

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Peter Seiffert ist tot – Der ideale Tenor für Wagner, aber auch für Lehár

Screenshot

Von der Leichten Muse hat der 1954 in Düsseldorf geborene Tenor bald ins Heldenfach gefunden, ohne den Schmelz seiner Stimme zu verlieren.

„Schön ist die Welt“ – mit seinen ersten Aufnahmen trat der junge Peter Seiffert in die Fußstapfen eines Richard Tauber: Die kraftvolle, leuchtkräftige Stimme war für die sinnlichen Operettenmelodien, die Franz Lehár seinem besten Interpreten in der Gurgel komponiert hatte, ideal geeignet, ebenso geschmeidig wie höhensicher. Und mit einer Lust bei der Sache, dass kein Hörer auf den Gedanken kam, dieser Künstler würde sich nach Auftritten in den großen Opernhäusern oder gar bei den Bayreuther Festspielen sehnen.

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