Kategoriearchiv: Nachruf
Zum Tod des Komponisten und Stiftspropsts Ulrich Küchl
Der einstige Propst von Stift Eisgarn war auch ein bemerkenswerter Komponist. Er starb 83-jährig einen Unfalltod in Böhmen – auf der Fahrt in seine Heimat. Seine Gemeinde hat ihn geliebt und verabschiedete ihn mit Herzblut.
Die Pfarrkirche im Waldviertler Ort Eisgarn war gesteckt voll, zehn Geistliche zelebrierten die Totenmesse und das Waidhofener Kammerorchester musizierte mit einem eigens geformten Projektchor unter der Leitung des mittlerweile vor allem als Dirigent aktiven Wolfgang Sobotka – alles war außergewöhnlich an diesem Nachmittag, kündete von einer tiefen Zuneigung, die alle Beteiligten zu Ulrich Küchl empfanden, der viele Ja...
ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN
Günter Pichler ist tot

Der legendäre Primarius des Alban Berg Quartetts und bedeutende Lehrer starb im 86. Lebensjahr bei einem Autounfall. Seit 1970 hat er mit drei Professorenkollegen Interpretationsgeschichte geschrieben.
ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN
Oleg Maisenberg: Der Meister des seelenvollen Klavierklangs
Im 81. Lebensjahr starb ein außerordentlicher Künstler: Keiner konnte sein Publikum mit Klavierklängen so vollständig verzaubern wie Oleg Maisenberg.
ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN
Zum Tod des profunden Opernkenners Heinz Irrgeher
1942-2026 (Foto: privat)
Der Jurist, Musikwissenschaftler und langjährige Präsident der „Opernfreunde“ starb 84-jährig nach langer Krankheit. Zuallererst war Heinz Irrgeher einer der gesuchten Gesprächspartner für den Pausentratsch in den Foyers der Wiener Staatsoper. Man kannte ihn. Er war als Präsident des Vereins der Freunde der Wiener Staatsoper (1981-1994) einer der umtriebigsten Musikkenner der Stadt.
Und einer, der dank seiner Kontakte nicht nur über Spitzen- und Misstöne auf der Bühne, sondern auch über die hinter der Szene bestens informiert war. Seine Interviews mit Sängerstars von Birgit Nilsson oder Renata Tebaldi bis Franco Co...
ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN
José van Dam, der nobelste Opernheld

Herbert von Karajans Lieblings-Baßbariton, viel beschäftigt bei den Salzburger Festspielen, starb 85-jährig.
Ein Star? Niemanden wäre es in den Sinn gekommen, den Belgier José van Dam als Star zu bezeichnen. Dazu hat sich dieser Künstler viel zu bescheiden, geradezu verschämt stets im Hintergrund gehalten. Keine „Seitenblicke“- oder „Adabei“-Geschichten, wie das damals noch hieß, keine Skandälchen, kein persönlicher Klatsch und Tratsch – und keine penetranten Werbeaktionen der seinerzeit noch allmächtig wirkenden Schallplattenkonzerne. Es gab zur Salzburger Oster- oder Sommerszeit zwar auch Van-Dam-Plakate zwischen Parfum-Flakons oder Dessous in den Auslagen. Aber nicht so viele wie von Kolleginnen des Sängers oder gar von seinen Dirigenten.
ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN
Abschied von Thomas Daniel Schlee: Er suchte nach Schönheit und Tiefgang
Nachruf. Der Wiener Komponist und Kulturmanager, der Klassik-Institutionen prägte, starb 68-jährig. Er galt stets als „unzeitgemäß“ – und war doch alles andere als das.
12. November 2025
Sein Schaffen, so bekannte Thomas Daniel Schlee einmal, sei eine „Suche nach den Spuren von Schönheit und Ausdruckstiefe“. Aus dem Mund eines Komponisten unserer Zeit nahm sich das ungewöhnlich aus. Aber Schlee war, weiß Gott, alles andere als ein typischer Künstler des 21. Jahrhunderts.
Wie den persönlichen Umgang mit seinen Mitmenschen beherrschte er auch sein Handwerk formvollendet, und jegliche Nivellierung kultureller Aspekte des Lebens war ihm ein Gräuel.
ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN
Roberta Alexander (1949-2025)

Roberta Alexander war eine der vielseitigsten Sopranistinnen ihrer Generation. Sie arbeitete mit Dirigenten wie Colin Davis oder Bernard Haitink, war aber auch im Ensemble von Nikolaus Harnoncourt, als der daranging, regelmäßig große Opern- und Oratorienaufnahmen zu machen. Viel Aufhebens von ihrer Kunst und ihrer Persönlichkeit hat diese Künstlerin nie gemacht. Umso erstaunlicher ist die Bilanz ihres Wirkens.



ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN
Zum Tod von Rodion Schtschedrin
Der Komponist, der »Carmen« für die Sowjets neu erfand Rodion Schtschedrin, einst von Dmitri Schostakowitsch gefördert, mit seiner Ballettversion von Bizets »Carmen«-Musik weltberühmt geworden, aber auch stets neugierig, was die musikalische Avantgarde bereithielt, ist 92-jährig in München gestorben.
Die »Carmen« besiegelte seinen Erfolg, und anders als Georges Bizet, der die Grundlage dafür geschaffen hatte, durfte Rodion Schtschedrin die Lorbeeren noch ernten. Wenn auch nach Umwegen. Die legendäre Primaballerina des Moskauer Bolschoitheaters, Maja Plissetskaja, war seine Frau. Für sie schuf er, basierend auf der Musik der populären Oper, ...
ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN
Alfred Brendel
NACHRUF –– WÜRDIGUNGEN –– REZENSIONEN
Weisheit am Klavier
NACHRUF VOM 17. JUNI 2025
In Mähren geboren, in Kroatien und Graz aufgewachsen, nach London ausgewandert: In seinem musikalischen Herzen blieb der Künstler ein Wiener.
Er zog, diese Pointe konnte man sich als Rezensent damals nicht entgehen lassen, als letzten Ton seines unwiderruflich letzten Soloauftritts noch ein As aus dem Ärmel, ein zweigestrichenes As, mit dem er – nach leichter Verzögerung Liszts „Au Lac de Wallenstadt“ beendete. Verschmitzten Blicks, versteht sich. Die scheinbar simple Pointe war, typisch Alfred Brendel, doch vielschichtigen Zuschnitts. Der weltweit hoch verehrte Beethoven- und Schubert-Interpret, hielt die Wiener Klassiker hoch wie kaum ein Zweiter, spielte aber mit derselben Hingabe Liszt und ließ es nicht zu, wenn jemand diesen Komponisten weniger hoch achten wollte.
ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN
