Zwei Schwestern des aus ärmsten Verhältnissen in Havanna stammenden Jorge Bolet hatten es zu einem guten Leben in den USA gebracht - und sie vermittelten ihren kleinen Bruder ans soeben gegründete Curtis Institute in Philadelphia. Dort spielte Bolet im Alter von 12 Jahren vor. Er hatte das Klavierspiel bei seiner zehn Jahre älteren Schwester gelernt.
Am Tag als ich geboren wurde, hörte ich sie Klavier spielen. und danach täglich wieder. Ich wollte nie etwas anderes werden als Pianist.
Am Curtis Institute, dessen Klavier-Abteilung Josef Hofmann leitete, wurde niemand Geringerer als Leopold Godowskys Schwiegersohn David Saperton Bolets Lehrer. Ihm verdankt Bolet seine fabelhafte technische Meisterschaft. Im übrigen wurde Bolet nie müde, seine großen Vorbilder zu bennnen:&nb...
1912 - 1994
Als Schüler von Leoš Janáček wurde der mährische Pianist zu einem der bedeutendsten Interpreten des XX. Jahrhunderts.
Firkušný galt als Wunderkind und wurde seit seinem siebenten Lebensjahr in Brünn von Leoš Janáček unterrichtet. Seine Studien setzte er von 1928 an in Prag fort, wo ihn unter anderem Josef Suk in Komposition unterwies. Firkušný trat zu Beginn seiner Karriere als Komponist und Pianist gleichermaßen hervor. Er war acht Jahre alt, als er erstmals in Prag konzertierte und gastierte mit elf bereits in Wien, wenig später auch in Berlin. 1938 debütierte Firkušný in New York. Die USA wurden bald seine Wahlheimat, nachdem er Während der deutschen Besetzung der Tschechoslowakei geflohen war. In New York widmete er sich nicht zuletzt Konzerten mit Klaviermusik Leoš Janáček...
Die englische Altistin gehört zu den Sänger-Legenden des XX. Jahrhunderts - die Intensität ihres Singens war unvergleichlich; ihre Interpretation der Alt-Sätze aus Gustav Mahlers Lied von der Erde galt noch ein halbes Jahrhundert nach dem Tod der Künstlerin als maßstabsetzend und kaum übertroffen. Der frühe Krebs-Tod Ferriers trug zur Mythenbildung noch bei.
Ferrier stammte aus armen Verhältnissen und mußte die Schule mit 14 verlassen, um als Telfonistin Geld für die Familie zu verdienen.
Damit finanzierte sie auch ihr Klavierstudium an der Royal Academy in London. Als Pianistin gewann sie Wettbewerbe. Gesungen hat sie zunächst nur in Chören. Sie musizierte während des Zweiten Weltkriegs auch mit jungen Kollegen auf Tourneen durch ganz Großbritannien, um Musik zur Bevölkerung zu bringe.
1912 - 1992
Von den Studenten aus den Meisterklassen Arnold Schönbergs war der aus Los Angeles gebürtige John Cage bestimmt der, dem die originellsten Beiträge zur musikalischen Avantgarde gelangen. Cage, der sich als Jugendlicher, unterrichtet von seiner Tante, für die Musik von Edvard Grieg begeisterte, lernte bei seinen Studien in Paris die avantgardistische Architektur und Literatur der Dreißigerjahre des XX. Jahrhunderts kennen, studierte neugierig die Sprachkunst von Kurt Schwitters und James Joyce.Zurück in den USA, arrangierte er unter anderem auch Ausstellungen mit Werken von Paul Klee oder Wassily Kandinsky.Auf Einladung von Max Ernst und Peggy Guggenheim konnte sich Cage in der New Yorker Kunstszene der frühen Vierzigerjahre etablieren. Ein Schlagzeug-Konzert im Museum of Modern...
Der Name Fournier ist in der Musikwelt besetzt mit jenem des großen Cellisten Pierre Fournier. Er war Jean Fourniers älterer Bruder und wurde zu einem der bedeutendsten Musiker des XX. Jahrhunderts. Doch auch Jean war ein fabelhafter Musiker, der in der Erinnerung von Kennern vor allem als Triopartner von Antonio Janigro und Paul Badura-Skoda fortlebt. In dieser Konstellation entstanden einige schöne Kammermusik-Schallplatten, darunter eine noble, dezent, aber feinsinnig differenzierend musizierte Gesamtaufnahme der Mozart-Klaviertrios, einiges von Haydn und ein beseeltes Beethovensches Erzherzogstrio
Im Duo war Jean Fournier häufig mit seiner Ehefrau, der Pianistin Ginette Doyen zu erleben. Mit ihr hat er die vielleicht allerbeste Aufnahme der beiden Violinsonaten Ga...
Musik war zunächst das Hobby des Kunstgeschichte-Studenten aus Massachusetts, der nebenbei im Chor singt, einen Chor leitet und widmet einen nicht geringen Teil seiner Zeit der Einstudierung von Kompositionen zeitgenössischer Komponisten, vielfach von Kollegen aus dem College.
Eine der herausragenden Pianistinnen des XX. Jahrhunderts, die einige singuläre Aufnahmen hinterlassen hat, die Interpretationsgeschichte geschrieben haben: Bartóks Zweites Konzert und die Liszts-Konzerte (unter Scherchen) gehören zu den Aufnahme-Klassikern.
Edith Farnadi kam 1911 in Budapest als Tochter einer Klavierlehrerin zu Welt. Sie wuchs in bürgerlichen Verhältnisse auf und begann bereits im Alter von vier Jahren mit dem Klavierunterricht bei ihrer Mutter, Anna Breitner.
Ab 1921 besuchte sie Ernó-Fodor-Musikschule in Budapest.
1923 tritt sie in die Budapester Musikakademieein um bei Arnold Székely (einem Enkelschüler Franz Liszts) und eine Zeitlang auch bei Béla Bartók zu studieren.
Sie besaß eine der schönsten Stimmen des XX. Jahrhunderts, weich und warm tönend, dabei strahlend und klar bis in höchste Höhen - ein Sopran dieses Formats war zu allen Zeiten rar. Elisabeth Grümmer sang ihre Partien - den Octavian im Rosenkavalier, die Elsa im Lohengrin, Mozarts Gräfin, Fiordiligi, Pamina und Donna Anna mit seelenvoller Hingabe und führte als Eva das Meistersinger-Quintett so innig an wie kaum eine Zweite.
Grümmer stammte aus dem Elsaß und wuchs in Meiningen auf, wo sie Theaterluft schnupperte und gefangen war: Schon als Minderjährige durfte sie mit Erlaubnis ihres Vaters als Schauspielerin agieren. Die Entdeckung ihrer Stimme darf man niemand Geringeren als Herbert von Karajan zuschreiben, der als Generalmusikdirektor in Aachen einen zweiten Kapellmeis...
Die antisemitische Haltung der Musiker der Wiener Philharmoniker führte dazu, daß einer der begabtesten jungen Geiger Wiens bereits lange vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Wien emigrierte: Felix Galimir, der das Probespiel gewonnen hatte, wurde von Teilen des Orchesters abgelehnt und ging daher zunächst nach Palästina, wo ihn → Bronislaw Huberman ins neu gegründete Vorgängerorchester des heutigen Israel Philharmonic aufnahmen.
Toscaninis Konzertmeister
Doch 1938 übersiedelte Galimir in dei USA und wurde dort Konzertmeister im von Arturo Toscanini geleiteten NBC-Orchester, wo er bis Anfang der Fünfzigerjahre tätig war. Danach war er ein gesuchter Lehrer, dem unter Geigern alle Ehren zuteil wurden. Er starb 89-jährig als lebende Legende. Doch in seiner Heimat war er vergessen.
Galimir hatte bereits als Teenager mit seinen musizierenden Schwestern das Galimir Quartett gegründet. Zum Gedenken an Beethovens 100. Todestag, 1927, begannen die vier gemeinsam zu musizieren.
1910 - 1980
Umińska, in Warschau gebren, studiert am Konservatorium ihrer Heimatstadt und holte sich als Geigerin den letzten Schliff bei Otakar Ševčík und George Enescu. 1932 nahm sie für zwei Spielzeiten ein Engagement als Konzertmeisterin des Orchesters des polnischen Rundfunks an. Danach war sie zweite Konzertmeisterin der Warschauer Philharmoniker. Sie war auch Primaria des Streichquartetts der Warschauer Musikgesellschaft.
Für Karol Szymanowski war sie Duo-Partnerin und einflußreiche Ideen-Geberin für dessen Violinkompositionen. Während der Zeit der deutschen Besatzung und des Weltkriegs musizierte sie vor allem als Trio-Partnerin von Kazimierz Wiłkomirski (Cello) Maria Wiłkomirska - und zwar in halb-offiziellen Konzerten in Kaffeehäusern. Um Angeobte für Konzerte vor den deutschen...