Kategoriearchiv: Interviews, Portraits

Daniel Chorzempa

* 1944 Daniel Chorzempa wurde in Minneapolis geboren. Die Vorfahren stammen aus Polen und dem Elsaß. Mit vier Jahren erhielt er bereits Klavierunterricht. Ab seinem 13. Lebensjahr versah er seine Dienste als Organist.

Weitergebildet in Köln als Organist, Pianist, Cembalist, Komponist und Dirigent, arbeitete er auch am Kölner Studio für Elektronische Musik.Als Pianist und Organist erspielte sich der mittlerweile ständig in Deutschland lebende Chorzempa große Erfolge - mit einem breiten Repertoire. So nahm er unter anderem für Philips sämtliche Orgelkonzerte Georg Friedrich Händels für Schalplatten auf und erwies sich dabei auch als fantasievoll in der Ausgestaltung der vielen ad libitum Passagen in diesen Werken, die er mit eigenen Improvisationen ebenso anreicherte wie mit Arrangements...

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Lynn Harrell

1944 - 2020

Lynn Harrell war für die USA so etwas wie die amerikanische Antwort auf Mstislaw Rostropowitsch.

Nicht von ungefähr war Harrell ausersehen, 2005 zum 60. Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkriegs das Zweite Schostakowitsch-Konzert in Moskau zu spielen; immerhin markierte das Datum ja nicht nur das Kriegsende, sondern auch den Beginn des Kalten Kriegs; und etwas von Angst und Verzweiflung schwang dann auch im Spiel Harrells mit.

Oft haben die Kritiker seinen singenden, samtig-dunklen Ton gelobt, Und man sollte hinzufügen, dass es stets eine instrumentale, auf akkurate Rhythmik bedachte Gesanglichkeit war, die er pflegte.

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Wendy Fine

Wendy Fine kam am 19. Dezember 1943 in Durban (Südafrika) zur Welt. Dort begann sie auch ihre Ausbildung, die sie dann in Wien beendete, wo einer ihrer Lehrer, der Pianist Erik Werba, zu ihrem ersten wichtigen Förderer wurde.

Vom Stadttheater im schweizerischen Bern kam sie 1964 nach dem Sieg beim Wiener Mozart-Wettbewerb an die Wiener Staatsoper. In jener Zeit entstanden erste Schallplattenaufnahmen, darunter von Ludwig van Beethovens seltener gespielten Werken wie der Schauspielmusik zu Egmont (unter Heinz Wallberg) oder des Oratoriums Christus am Ölberge.

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Jenny Abel

* 1942 Jenny Abel ist eine der bekanntesten Geigerinnen des XX. Jahrhunderts - nicht zuletzt, weil sie in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Oskar Kokoschka zeichnete einen ganze Zylus von Portraits der Künstlerin, während sie Musik von Bach und Béla Bartók spielte. Dieser Zyklus ist heute im Besitz der Wiener »Albertina«

Abel, geboren im Geburtshaus von Theodor Storm in Husum, galt im Nachkriegs-Deutschland als Wunderkind, wurde vom Besuch der Regelschule befreit, um ab ihrem 13. Lebensjahr in Freiburg studieren zu können. Schon im Jahr darauf war sie regelmäßig zu Gast in der Meisterklasse Max Rostals in London. Auch Henryk Szeryng und Yehudi Menuhin nahmen sich ihrer an. Über ihre erste Schallplatte hieß es in der Zeitschrift Stereoplay:

Was sie eines nicht zu fernen Tages zur beste...

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Carol Dawn Reinhart

Sie war die erste Trompeterin der Geschichte, die viel beachtete Solo-Alben auf Schallplatten herausbrachte. Bewundert wurde Carol Dawn Reinhart freilich nicht nur für ihre musikalischen Kunstfertigkeiten. Als sie dank eines Fulbright-Stipendiums aus New Jersey nach Wien kam, um bei Helmut Wobisch zu studieren, hatte sie bereits den bemerkenswerten Titel einer »National College Queen in Maiami« in der Tasche . . .

Doch die Aufnahmen beweisen, daß diese Trompeterin aus rein musikalischen Gründen Karriere machen konnte - und zu einer gesuchten Lehrerin an der Wiener Musik-Universität wurde. Nach Ende ihrer Bläserkarriere verfaßte sie eine Dissertation über ihre eigene, rare Spezies, die Blechbläserinnen.

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Mit Helmut Winschermann und dessen Deutschen Bachsolisten brachte s...

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Salvatore Accardo

* 1941 Accardo war 13 Jahre alt, als er erstmals öffentlich konzertierte. Auf dem Programm standen die Capricci jenes Meisters, mit dessen Namen man den seinen gern verbindet: Nicolo Paganini. In der Folge gewann Accardo die Wettbewerbe von Vercelli (1955), Genf (1956) und Siena (1957), 1958 dann den Paganini-Wettbewerb in Genua.

Accardo war noch nicht 20, als seine Aufnahme des Tschaikowsky-Konzerts weltweit Furore machte. Die 1963 erschienene Einspielung von Lalos Symphonie espagnole versetzte die Rezensenten dann in Euphorie. In er Folge hat sich Accardo ein breites Repertoire vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik erarbeitet. Komponisten wie Salvatore Sciarrino schrieben neue Werke für ihn. Größte Aufmerksamkeit errang Accardo freilich mit seiner Gesamtaufnahme der Violinkonzerte P...

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Giacomo (Jaime) Aragall

Einer der Lieblings-Tenöre des Wiener Opernpublikums In den siebziger Jahren war Giacomo Aragall beinahe so etwas wie ein » Haustenor« der Wiener Staatsoper. Seine Auftritte in Rigoletto, Traviata, La Boheme, Manon und Tosca sind unvergessen.Seiner Nervosität zum Trotz hat dieser Sänger doch so gut wie immer überragende Leistungen geboten. Vielleicht war sein sensibles Nervenkostüm sogar notwendig, um dermaßen vollendete Rollencharakterisierungen zu bieten, wie sie ihm offenbar selbstverständlich waren. Einer Weltkarriere, die seinem Können entsprochen hätte, stand es jedoch im Wege.Wie auch immer: Die Wiener Opernfreunde sind dankbar, daß Aragall ihnen über Jahre hin gezeigt hat, in welche Höhen psychologisierender Intensität ein großer Gestalter seine Stimme führen kann. Aragalls Comebac...

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Heinz Holliger

Oboist, Komponist * 1939

Als Oboist hat Heinz Holliger Karriere gemacht, hat die großen Oboenliteratur mit Orchester und in der Kammermusik in aller Welt musiziert und für Schallplatten aufgenommen - und nie vor heikelsten Aufgaben der zeitgenössischen Musik zurückgescheut. Die Prolbeme der Komponisten in unseren Zeiten kennt er wie kein zweiter Instrumentalist, ist er doch selbst einer der herausragenden schöpferischen Köpfe der sogenannten Neuen Musik im deutschen Sprachraum.

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Hildegard Behrens

1937 - 2009 Sie war Herbert von Karajans "Salome" und die Brünnhilde einer ganzen Generation Die Sängerin im Gespräch im Jahre 1995

THOMAS BERNHARD HÄTTE GEWISS FÜR SIE KOMPONIERT

"Ritter, Dene, Voss – intelligente Schauspieler", lautet eine Notiz Thomas Bernhards aus der Zeit der Arbeit an einem der subtilsten seiner Theaterstücke. Wäre Bernhard Komponist gewesen, hätte er vielleicht eine Oper für Hildegard Behrens geschrieben, die "intelligente Sängerin". Wie mit kaum einem ihrer Kollegen läßt sich mit der Behrens nicht nur über allgemein musikalische Aspekte einer Oper reden, sondern auch über Hintergründe, Tiefenschichten, über das geistige Umfeld.

Wenn sie gerade "Wozzeck" probt, wie diese Woche (Dezember 1995) in Wien, wird im Gespräch bald deutlich, wie sehr sich diese Interpret...

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Das Ungarische Streichquartett

Abgesehen vom berühmten Budapester Streichquartett, das bald nach seiner Gründung ausschließlich aus russischen Musikern bestand, kamen etliche bedeutende Quartett-Formationen aus Ungarn. Die Namen Léner-, Végh- oder Tatrai-Quartett haben unter Musikfreunden nach wie vor einen guten Klang. Auch das von Sandor Végh 1935 gegründete »Ungarische Streichquartett« konnte sich in die vorderste Liga der internationalen Kammermusik-Ensembles spielen. Végh wechselte kurz nach der Gründung hinter Zoltán Székely ans zweite Geigenpult - und verließ sein Ensemble 1940, um sein eigenes Quartett zu gründen.

Das Ungarische Streichquartett begann seine Laufbahn mit einem Paukenschlag: In der ersten Spielzeit vertraute Béla Bartók den Musikern die ersten europäischen Aufführungen seines Fünften Streichquart...

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