Ein Wiener Philharmoniker im Elsass
Der Vorgeiger der Zweiten Geigen wechselt kommende Spielzeit von seinem Platz im Orchester ans Dirigentenpult des Orchestre symphonique de Mulhouse.
Er ist zwar nach wie vor eines der jüngsten Mitglieder der Wiener Philharmoniker, aber dennoch kennen Musikfreunde den blonden Vorgeiger der Zweiten Geigen: Christoph Koncz ist unübersehbar am ersten Pult und seine Musizierlaune wirkt ansteckend. So wurde er sogleich zu einem der prägenden Köpfe im ersten Orchester der Stadt. Aber mit dem Geigespielen ist es nicht genug: Seit geraumer Zeit dirigiert er auch. Und soeben hat man ihn zum Chefdirigenten des Orchestre symphonique de Mulhouse ernennt.
Im Herbst 2023 tritt Christoph Koncz die Stelle im Elsass an, ein Karrieresprung, der sich abgezeichnet hat: "Ich...
Neumeiers legendäre »Josephs Legende« mit Judith Jamison, Kevin Haigen und Karl Musil (re.) Wien 1977 (DVD: DG)
Neumeier sagt Adieu
Mehr als 3500 Menschen kamen am Wochenende zum »Tanzfeuerwerk«, einer Abschieds-Gala des großen Choreographen, bei dem das Ballett der Hamburgischen Staatsoper Ausschnitte aus seinem Schaffen präsentierte. 1973 hat August Everding den Amerikaner ans Haus gebunden, dem er nun seit einem halben Jahrhundert angehört.
Daniel Barenboim mußte aus gesundheitlichen Gründen die Leitung des neuen »Rings des Nibelungen« (Regie: Dmitri Tcherniakov) zurücklegen. Die Premieren-Serie übernimmt Christian Thielemann.
Daniel Barenboim ist erkrankt und kann die musikalische Leitung der Neuproduktion von Wagners »Ring des Nibelungen« an der Berliner Lindenoper nicht übernehmen. Christian Thielemann dirigiert die erste Aufführungsserie von 2. bis 9. Oktober und auch den dritten Durchlauf der Tetralogie von 29. Oktober bis 6. November.
Favorit Guggeis
Den zweiten »Ring« dirigiert der neue Frankfurter GMD Thomas Guggeis, der offenbar als Assistent Daniel Barenboims fungiert hat, schreibt doch die Intendanz der Lindenoper, er sei »seit rund einem Jahr in die Vorbereitungen eingebunden«.
Guggeis gilt seit seiner Ernennung in Frankfurt als Liebkind der deutschen Kulturpolitik und als einer der möglichen neuen Namen für die Nachfolge Barenboims, der seit 1992 künstlerischer Leiter und Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper im traditionsreichen Haus »unter den Linden« ist.
Daß mit Christian Thielemann der derzeit bedeutendste Dirigent Deutschlands, gebürtiger Berliner, die wichtige »Ring«-Produktion übernimmt und auch die Probenarbeit in der Schlussphase leitet, wird allerdings als Zeichen gewertet. Thielemann ist nur noch bis zur kommenden Spielzeit Chefdirigent der Sächsischen Staatskapelle Dresden . . .
Volksoper: Die Wagnisse der neuen Prinzipalin
Lotte de Beer beginnt ihre Ära im "ersten Haus für Operette" mit einer Neuproduktion von Millöckers "Die Dubarry" = nicht im Original, sondern in einem Berliner Arrangement, aber immerhin. Wie man ein Genre heimholt.
Operette! So tönt es immer, wenn ein neuer Prinzipal für die...
Der Opernalltag hat uns schon vor Saisonbeginn fest im Griff
Ungeplantermaßen kehrt Anna Netrebko im September nach Wien zurück. Was geplant war, scheint angesichts dieser Nachricht eher unwichtig.
Man muss die Kirche im Dorf lassen — und das Opernhaus an der Ringstraße. Die neue Saison der Wiener Staa...
Nicht einmal ein Jahr ist vergangen, seit Edita Gruberova in ihrem Zürcher Haus gänzlich unerwartet verstorben ist. Am 7. September versteigert das Wiener Dorotheum nun den Nachlaß der weltberühmten Sängerin. Die slowakische Koloratursopranistin, deren Karriere Anfang der Siebzigerjahre an der Wiener Staatsoper begann – wo sie bis zu ihrem Abschied an die 700 Mal aufgetreten ist – war auch eine leidenschaftliche Sammlerin. Daher umfaßt die Auktion nicht nur Juwelen oder wertvolle Roben, sondern auch Kunstwerke – etwa Porträts, das sie selbst als Verdis „Traviata“ und Mozarts Königin der Nacht („Die Zauberflöte“) zeigen, gemalt 1989 vom Wiener fantastischen Realisten Ernst Fuchs (Rufpreis: je 7.000 Euro).
Ernst Fuchs: „Kameliendame“ (1989)
Ernst-Fuchs-Sammlung
Mit Ernst Fuchs war Edita Gruberova befreundet. Daher finden sich in der Sammlung etliche Arbeiten dieses Künstlers. Aber auch ganz persönliche Dinge wie die Schreibkalender der Sängerin, in denen sie akribisch vom Probenplan bis zu Aufnahmesitzungen sämtliche Aktivitäten festgehalten hat, kommen unter den Hammer. Die Palette reicht von Schuhen über den Personalausweis von 1974, österreichische und slowakische Orden und Ehrenzeichen, den Bösendorfer-Flügel (Baujahr 1990, 8.000,-) bis zu Gratulationsschreiben von Künstlerkollegen wie Sir Georg Solti.
Unter den wertvollsten Stücken, für die Verehrer nun bieten können, finden sich ein Collier der Ära um 1900, das die Gruberova ausschließlich bei Auftritten getragen hat (45.000,-), aber auch ein Originalmanuskript von Richard Strauss: Das Lied „Waldseligkeit“ (5.000,-).
Katrin Nussmayr, die »Presse«-Redakteurin, erfand den Podcast »Klassik für Taktlose«, weil sie dem langgedienten Musikkritiker des Blattes »taktlose« Fragen stellen wollte: Dinge, die eine neugierige Musikfreundin, die im Klassik-Jargon aber nicht firm ist, über den Musikbetrieb in Oper und Konzert immer schon wissen wollte, aber bisher nie zu fragen wagte.
bei der Aufnahme in den »Presse»-Studios
Die ersten Folgen dieser Serie sind bereits online: Alle vier Wochen erscheinen sie im Rahmen des »Musiksalon«-Podcasts auf der »Presse Play«-Webseite und überall, wo es Podcasts gibt.
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Bernd Bienert und sein Teatro Barocco bringen unbekannte Preziosen aus der Barockzeit auf die Musiktheaterbühne.
Für Opernkenner gehören die Premieren des Teatro Barocco von Bernd Roger Bienert längst zu den Fixpunkten im Aufführungskalender. Für diesmal gibt es am 20. August in der Burg Perchtoldsdorf und am 2. September im Schönbrunner Schlosstheater einen Einblick in die musiktheatralischen Welten der Mozart-Zeit. Für Musikfreunde im 21. Jahrhundert scheint es ja keinen Zweifel zu geben, wer der führende Meister jener gewesen ist – nicht nur in Sachen Oper.