Alle Beiträge von sinkothekar

Zoryana Kushpler

APERÇU

»Sie kommen ja aus Rußland«

Die Sängerin Zoryana Kushpler über tief sitzende Missverständnisse, die ukrainische Musik, die Sprache und Mozarts Sohn als Begründer der Akademie in Lemberg. Zoryana Kushpler, aus Lemberg gebürtig, war viele Jahre lang Mitglied des Ensembles der Wiener Staatsoper. Sie ist derzeit nicht nur als Sängerin gefragt, die sich bemüht, Musik aus ihrer Heimat zum Klingen zu bringen. Sie hält auch Vorträge, in denen sie singend und erzählend die Eigenständigkeit der ukrainischen Musik erläutert. Derzeit gibt sie in Lemberg Konzerte mit einem Orchester aus exilierten Musikern aus der Ost-Ukraine. Mit der "Presse am Sonntag" sprach sie über die vielen Missverständnisse und das mangelnde Wissen um die Kultur ihrer Heimat. Sie haben mit den Musikern, die aus dem Kr...

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Mahler und die Oper

APERÇU

Warum die "Opernlegende" Mahler keine Oper komponierte Zehn Jahre lang war der letzte Meister der Symphonie in Wien Operndirektor. Sein ästhetisches Erbe ist legendär, wird heute aber geschändet.

Gustav Mahler war bekanntermaßen der große Symphoniker der Ära um 1900. Er war aber auch der prägende Operndirektor seiner Zeit, ein Direktor sog...

FÜR SINKOTHEK-ABONNENTEN

zum Weiterlesen, bitte anmelden

»Genoveva« in Tirol

Johannes Reitmeier, Intendant des Tiroler Landestheaters, über das Wagnis, zum Auftakt seiner letzten Spielzeit Robert Schumanns einzige Oper, »Genoveva«, zu zeigen. Um die 30 Premieren szenischer Produktionen bringt das Tiroler Landestheater Jahr für Jahr heraus. Die werden dann nicht en suite gespielt, sondern in ineinander verzahnten Serien. Somit bietet Innsbruck einen ungemein reichhaltigen Spielplan, der neben bekannten Titeln auch viele Raritäten enthält. Opernfreunde können ab kommendem Sonntag beispielsweise im Landestheater Robert Schumanns einzige Oper, „Genoveva“, auf der Bühne erleben. Ein nicht nur für Innsbruck, sondern europaweit rares Ereignis.

Szenenbild (Foto: B. Gufler)

Was die Tiroler Landeshauptstadt betrifft, hat Intendant Johannes Reitmeier seit seinem Amtsantrit...

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Peter Simonischek

"Mit guten Leuten schauspielen ist wie Tennis" Erst sagte Peter Simonischek seine Rolle im Film "Lieber Kurt" ab. Dann faszinierte ihn Til Schweigers Arbeitsweise. Auch im Vergleich zu Axel Corti.

Til Schweiger hat einen neuen Film gedreht, die Adaption eines Romans von Sarah Kuttner: "Lieber Kurt", gerade in Österreichs Kinos angelaufen, handelt vom Tod eines kleinen Buben, der in einer Patchwork-Familie, die eben nach Oranienburg gezogen ist, zu schlimmen seelischen Verwerfungen führt. Der von Schweiger selbst gespielte Vater, die Titelfigur, verfällt nach dem bitteren Unglück in tiefe Trauer. Auch seine neue Freundin Lena (Franziska Machens, oft am Deutschen Theater Berlin zu sehen) tut sich nicht leicht damit, die Tragödie zu verwinden und ihrem Partner emotionalen Beistand zu leisten...

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Innsbruck wagt »Genoveva«

Die aktuelle Innsbrucker Legende Johannes Reitmeier, Intendant des Tiroler Landestheaters, über das Wagnis, zum Auftakt seiner letzten Spielzeit Robert Schumanns einzige Oper, "Genoveva", zu zeigen.

Um die 30 Premieren szenischer Produktionen bringt das Tiroler Landestheater Jahr für Jahr heraus. Die werden dann nicht en suite gespielt, sondern in ineinander verzahnten Serien. Somit bietet Innsbruck einen ungemein reichhaltigen Spielplan, der neben bekannten Titeln auch viele Raritäten enthält. Opernfreunde können ab kommendem Sonntag beispielsweise im Landestheater Robert Schumanns einzige Oper, "Genoveva", auf der Bühne erleben. Ein nicht nur für Innsbruck, sondern europaweit rares Ereignis. Was die Tiroler Landeshauptstadt betrifft, hat Intendant Johannes Reitmeier seit seinem Amtsantr...

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

ARD-Sieger Lukas Sternath

21-jähriger Wiener gewinnt Klavierwettbewerb

Der 21jährige Wiener Pianist Lukas Sternath gewann den ARD-Wettbewerb 2022. Nicht nur die Fachjury, auch das Publikum reihte ihn als Nr. 1 von 350 Kandidaten!

Der Wiener Pianist Lukas Sternath gewann den diesjährigen ARD-Musikwettbewerb. 350 Pianisten hatten sich beworben, ein Rekord! Sternath konnte bei der Fachjury ebenso punkten wie beim Publikum und gewannt damit den Hauptpreis (10.000 Euro) und den Publikumspreis (1.550,-).

Sternath hat Wettbewerbs-Erfahrung. Im Vorjahr war er Dritter beim Busoni-Wettbewerb, Zweiter beim Schubert-Wettbewerb in Dortmund, wo er ebenso den Publikumspreis gewann wie beim Europäischen Klavierwettbewerb in Bremen.

Ein Wiener in Wien

Ausgebildet wurde Sternath an der Wiener  Musik-Universität bei Anna Malikova und Alma Sauer. Derzeit absolviert er ein Studium bei Igor Levit in Hannover.

In Wien hätte Sternath bereits im Rahmen des „Start Up“-Jeunesse-Abonnements im Jahr 2020 im Musikverein debütieren sollen, doch musste dieser Auftrittt wegen der Pandemie auf Juni 2021 verschoben werden. Das Konzert fand im Metallenen Saal der „Neuen Säle“ statt und zeitigte Folgen:
In der laufenden Spielzeit wird Lukas Sternath am 1. März 2023 im Gläsernen Saal mit einem Schubert-Beethoven-Programm zu erleben sein. Dabei geht er pianistisch gleich aufs Ganze: Er kombiniert Schuberts letzte, große B-Dur-Sonate (D 960) mit Beethovens längster und anspruchsvollster, der sogenannten »Hammerklaviersonate«.

Der Wettbewerb im TV

Musikfreunde können demnächst schon ein wenig vom jüngsten ARD-Wettbewerb mitbekommen, wenn sie am 18. September im Programm des Bayerischen Rundfunks die Dokumentation verfolgen (10.30 Uhr).

Zur Sendung

Schönbergs Geburtstag

Eigene Webseite zur Vorbereitung des 150. Geburtstags des »Vaters der Moderne«

Am 13. September 2022 ging die Webseite schoenberg150.at online. Das Wiener Schönberg Center weist damit auf die enorme Bandbreite des Schaffens des 1874 in Wien geborenen Künstlers hin, der auf vielen Ebenen sein schöpferisches Talent ausloetete. Die Welt kennt ihn als Komponisten, als musikalischen Umstürzler und »Vater der Moderne«, der mit seinen Schülern Alban Berg und Anton von Webern das Tor zu neuen harmonischen Welten aufgestoßen hat. Atonalität, Zwölftonmethode heißen die allseits bekannten Stichwörter, von denen sich bis heute viele Musikfreunde vom Besuch eines Konzertes abschrecken lassen, ohne freilich genau zu wissen, was wirklich dahinter steckt.

Schönbergs Geburtstag weiterlesen →

Heinz Irrgehers Opern-Buch

Das Universum kreist in Wahrheit ja doch um die Oper

Die Realität in der Musiktheaterwelt definiert sich je nach Perspektive durch Kasseneinnahmen und Spielplangestaltung. Oder doch Star-Termine?

Die Saison ist voll angelaufen. Mittlerweile sind auch die Konzerthäuser aus ihrem Sommerschlaf erwacht. Die Volksoper macht mit ersten Signalen eines Neuanfangs auf sich aufmerksam. Und an der Staatsopern-Kassa prangt seit Langem erstmals wieder in Serie das „Ausverkauft“-Schild. Das ist für die Bundestheater wohl doch die wichtigste Nachricht, auch wenn der eine oder andere Kenner darauf verweist, dass drei vollbesetzte Aufführungen von Puccinis „Bohème“ doch wohl nicht die Absage einer gewichtigen Wiederaufnahme aufwiegen können: Eigentlich sollte ja Halévys „Jüdin“ auf dem Programm stehen.

Aber Schwamm drüber. Wie gut eine Operndirektion ist, darüber gehen die Meinungen ja auseinander. Jeder legt andere Bewertungskriterien an. Deutsche Feuilletonisten und ihre assoziierten heimischen Trabanten suchen nach Regisseurs-Ideen, die sich wortreich beschreiben lassen. Das Publikum will Stars hören, sähe Elīna Garanča als Carmen gewiss mehrheitlich lieber in Franco Zeffirellis altvertrauter realistisch-sevillanischer Kulisse, nimmt aber zur Kenntnis, dass sie heutzutage zwischen Autowracks liebt, leidet und stirbt.

Und jedenfalls war die Neueinstudierung der „Jüdin“ nicht gut verkauft, während die eingeschobenen „Bohème“-Vorstellungen mit Edel-Einspringerin Anna Netrebko bummvoll sind. Dass in diesem Fall die Zeffirelli-Dekors sogar noch vorhanden sind, gilt als willkommene Zuwaag‘; über das Häuflein Ukraine-Demonstranten sieht man gnädig hinweg.

Bei Opern-Aficionados herrschen ja andere Gesetze als im wirklichen Leben — oder sagen wir: in jener Wirklichkeit, die uns medial als solche verkauft wird. Das kann man bei einem wirklichen Connaisseur nachlesen. Heinz Irrgeher, langjähriges Oberhaupt der „Freunde der Wiener Staatsoper“, hat mit hintergründigem Humor seine eigene Entwicklung zum Stehplatzler und profunden Wissenden in Sachen Musik(theater) aufgeschrieben und mit zahlreichen kurzen, kenntnisreichen Feuilletons garniert, in denen Dinge zur Sprache kommen, von denen auch hartgesottene Klassikfreunde keine Ahnung haben. Und dort, wo sie alles zu wissen glauben, werden sie nach der Lektüre von Irrgehers „Wiener Operng’schichten“ (Leipziger Universitätsverlag) schamvoll gestehen, sich überschätzt zu haben!

Wer traditionsbewusst vorn anfängt, den wird der Erzählfluss stets neugierig darauf machen, wie’s weitergeht. Wer das Büchlein aber irgendwo aufschlägt, wird jedesmal Überraschendes entdecken, historische Fakten über beliebte Werke, unbekannte Komponisten und Interpreten, Zahlen zum Thema: Wie viele Menschen interessieren sich überhaupt für Opern? Und Intrigen sonder Zahl, versteht sich.

Von Seite zu Seite wächst die Überzeugung, dass die 400 Jahre von Monteverdi bis Krenek die wichtigste Epoche in der Entwicklung des Homo sapiens waren. Und spätestens bei der Lektüre der bewundernswerten Studie über die Poesie des späten Richard Strauss ahnt, wer Heinz Irrgeher kennt, dass der Autor schon sein nächstes Buch in Planung hat: Es wird dann mit Sicherheit verraten, wo die hier so subtil beschriebene „Mondscheinmusik“ eigentlich herkommt . . .