Gruberovas Nachlaß

Das Dorotheum in Wien versteigerte im September 2022 den Nachlaß der Koloratur-Sopranistin Edita Gurberova. Persönlichstes kam dabei unter den Hammer.

Ernst Fuchs: Die Gruberova in »La traviata«

Nicht einmal ein Jahr war vergangen, seit Edita Gruberova in ihrem Zürcher Haus gänzlich unerwartet verstarb. Am 7. September 2022 versteigerte das Wiener Dorotheum den Nachlaß der weltberühmten Sängerin. Die slowakische Koloratursopranistin, deren Karriere Anfang der Siebzigerjahre an der Wiener Staatsoper begonnen hatte – wo sie bis zu ihrem Abschied an die 700 Mal auftrat – war auch eine leidenschaftliche Sammlerin. Daher umfaßte die Auktion nicht nur Juwelen oder wertvolle Roben, sondern auch Kunstwerke – etwa Porträts, das sie selbst als Verdis „Traviata“ und Mozarts Königin der Nacht („Die Zauberflöte“) zeigen, gemalt 1989 vom Wiener fantastischen Realisten Ernst Fuchs (Rufpreis: je 7.000 Euro, die Portraits erzielten bei der Versteigerung 44.600 respektive 36.240 Euro).

Ernst-Fuchs-Sammlung

Mit Ernst Fuchs war Edita Gruberova befreundet. Daher fanden sich in der Sammlung etliche Arbeiten dieses Künstlers. Aber auch ganz persönliche Dinge wie die Schreibkalender der Sängerin, in denen sie akribisch vom Probenplan bis zu Aufnahmesitzungen sämtliche Aktivitäten festgehalten hat, kamen unter den Hammer. Die Palette reichte von Schuhen über den Personalausweis von 1974, österreichische und slowakische Orden und Ehrenzeichen, den Bösendorfer-Flügel (Baujahr 1990, der bei einem Rufpreis von 8.000,- zuletzt 59.200 Euro erzielte) bis zu Gratulationsschreiben von Künstlerkollegen wie Sir Georg Solti.

Unter den wertvollsten Stücken, für die Verehrer bieten durften, fanden sich ein Collier der Ära um 1900, das die Gruberova ausschließlich bei Auftritten getragen hat (Ruf: 45.000,-), aber auch ein Originalmanuskript von Richard Strauss: Das Lied „Waldseligkeit“ (Ruf: 5.000,-, Endpreis: 26.640 Euro).

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