Der Streamingdienst der New Yorker Metropolitan Opera sendet am 7. März 2026 ab 19 Uhr (MEZ) den zweiten Teil einer Aufzeichnung der legendären Premiere von Hector Berlioz‘ »Les Troyens« – Teil II, »Die Trojaner in Karthago«, war luxuriös besetzt mit Christa Ludwig, Mignon Dunn und Jon Vickers.
Eines der erfolgreichsten Stücke der musikalischen Moderne – das von Anfang an keine Probleme hatte, ein Publikum zu finden; ohne daß der Komponist seinen Anspruch aufgeben mußte: wirklich »Neue«, im wahrsten Sinne des Wortes unerhörte Musik zu schreiben…
Musik wird mehr und mehr zum Hintergrundgeräusch. Vom Kaufhaus bis zur Aufzugskabine oder zum früher »stillen« Örtchen. Geradezu aufmerksam verfolgen Zeitgenossen die Klänge noch, wenn sie als Klangkulisse zum Meditieren gedacht sind – vielleicht haben deshalb einige Komponisten zum Thema »Musik und Meditation« neue Stücke beigesteuert. Der dänische Rundfunk hat sie bestellt und das Uraufführungskonzert wurde mitgeschnitten und ist am 6. März online auf der Seite des Streamingdienstes abrufbar.
Eine Kür für eines der großen europäischen Symphonieorchester mit filigraner Musik von Mendelssohn, Ravel und Strawinsky
Wiener Konzerthaus, Februar 2026
Ein ungewöhnliches Programm als orchestrale Kür: Mendelssohns „Italienische“, Ravels G-Dur Konzert mit der für Beatrice Rana eingesprungenen Alice Sara Ott und Strawinskys komplette „Pulcinella“-Ballettmusik mit Gesang – an diesem Ort in 100 Jahren nur dreimal aufgeführt! – die transparent-filigranen Textur aller drei Werke verlangt von allen Instrumentengruppen brillante, vielfältig differenzierte Leistungen – ohne daß der notorisch satt und dunkel timbrierten Gesamtklang der Tschechischen Philharmonie zu kurz kam.
Das ließ Erinnerungen wach werden an alte Zeiten – die nicht immer gut waren…
Im Konzert des Symphonieorchesters des Bayerischen Rundfunks spielt Vilde Frang Béla Bartóks großes Violinkonzert. Am Pult: Ivan Fischer. Der BR überträgt in seinem Klassik-Radio live.
Er war einer der vielseitigsten Komponisten der französischen Romantik, hätte als brillanter Pianist durch die Welt touren können, wäre er nicht des vielen Übens überdrüssig geworden und überdies viel zu jung gestorben - er durfte ja nicht einmal den Welterfolg seiner "Carmen" miterleben.
Eine Neuerscheinung bringt uns die Klaviermusik von Georges Bizet näher, einen vergessenen Schatz, von dem wir zumindest hätten ahnen können, was er alles in sich birgt, war doch niemand Geringerer als der strenge Glenn Gould Bizets Zeuge...
Ein Livemitschnitt aus München läßt hören, womit Sir Simon einst berühmt wurde: Ballettmusik von Igor Strawinsky hatte ihn einst als Zukunftshoffnung für die Klassik-Szene erscheinen lassen und den Startschuß zu seiner Weltkarriere gegeben.
Herbert von Karajans Lieblings-Baßbariton, viel beschäftigt bei den Salzburger Festspielen, starb 85-jährig.
Ein Star? Niemanden wäre es in den Sinn gekommen, den Belgier José van Dam als Star zu bezeichnen. Dazu hat sich dieser Künstler viel zu bescheiden, geradezu verschämt stets im Hintergrund gehalten. Keine „Seitenblicke“- oder „Adabei“-Geschichten, wie das damals noch hieß, keine Skandälchen, kein persönlicher Klatsch und Tratsch – und keine penetranten Werbeaktionen der seinerzeit noch allmächtig wirkenden Schallplattenkonzerne. Es gab zur Salzburger Oster- oder Sommerszeit zwar auch Van-Dam-Plakate zwischen Parfum-Flakons oder Dessous in den Auslagen. Aber nicht so viele wie von Kolleginnen des Sängers oder gar von seinen Dirigenten.
Der prominente Zeitgeschichtler, immer für kontroverse Analysen gut, hat die Dokumente über des Dirigenten Beziehung zum NS-System neu gesichtet und ausführlich kommentiert.
Das Buch wird insofern Staub aufwirbeln, als der prominente Autor sich kein Blatt vor den Mund nimmt, wenn es darum geht, wie schlampig viele seiner Historiker-Kollegen bis dato argumentiert haben, wenn es darum ging, zu untermauern, was „ohnehin alle wissen“: Der große Dirigenten, Wiener Staatsopern- und Salzburger Festspiel-Chef Herbert von Karajan (1908-1989) hegte starke Sympathien für das Hitler-Regime oder war gar „ein glühender Nazi“.