Alle Beiträge von sinkothekar

Jenny Abel

* 1942 Jenny Abel ist eine der bekanntesten Geigerinnen des XX. Jahrhunderts - nicht zuletzt, weil sie in die Kunstgeschichte eingegangen ist. Oskar Kokoschka zeichnete einen ganze Zylus von Portraits der Künstlerin, während sie Musik von Bach und Béla Bartók spielte. Dieser Zyklus ist heute im Besitz der Wiener »Albertina«

Abel, geboren im Geburtshaus von Theodor Storm in Husum, galt im Nachkriegs-Deutschland als Wunderkind, wurde vom Besuch der Regelschule befreit, um ab ihrem 13. Lebensjahr in Freiburg studieren zu können. Schon im Jahr darauf war sie regelmäßig zu Gast in der Meisterklasse Max Rostals in London. Auch Henryk Szeryng und Yehudi Menuhin nahmen sich ihrer an. Über ihre erste Schallplatte hieß es in der Zeitschrift Stereoplay:

Was sie eines nicht zu fernen Tages zur beste...

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Strauss: Capriccio

AUFNAHMEN

»Capriccio«

Richard Strauss

Libretto: Clemens Krauss und Richard Strauss

In seiner letzten Oper, Capriccio, läßt Richard Strauss im Verein mit seinem Libretto-Compagnon Clemens Krauss mitten im II. Weltkrieg die Frage diskutieren, was in der Oper Vorrang haben solle: Wort oder Ton.

Realitätsverweigerung?

Weltflucht?

EIN SINKOPHON ZUM KENNENLERNEN

Die Handlung spielt im Paris des Ancien Régime. Doch die Uraufführung von Richard Strauss' letzter Oper, Capriccio, fand 1942 in München statt. Mitten im Zweiten Weltkrieg.

Bilanz eines Theaterlebens

Der Komponist zog in diesem Stück sozusagen Bilanz, verpackte Weisheiten über das Musiktheater-Leben in eine Rokoko-Komödie, deren Figuren sich über ihre Liebe zur Kunst definieren.

Gräfin Madeleine, eine junge Witwe, inmitten, umschwärmt von der Männerwelt. Sie kann sich nicht entscheiden, ob sie mehr in den Komponisten Flamand oder in den Dichter Olivier verliebt ist. Um einen Ausweg aus diesem Dilemma zu finden, bestellt sie bei den beiden eine Oper. Derweilen diskutiert man, ob Text oder Musik in dieser Oper der Vorrang gebührt, ob das Orchester zu laut spielt...

Was sich die Besucher der »Uraufführung im Bombenhagel« gedacht haben mögen?

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Carol Dawn Reinhart

Sie war die erste Trompeterin der Geschichte, die viel beachtete Solo-Alben auf Schallplatten herausbrachte. Bewundert wurde Carol Dawn Reinhart freilich nicht nur für ihre musikalischen Kunstfertigkeiten. Als sie dank eines Fulbright-Stipendiums aus New Jersey nach Wien kam, um bei Helmut Wobisch zu studieren, hatte sie bereits den bemerkenswerten Titel einer »National College Queen in Maiami« in der Tasche . . .

Doch die Aufnahmen beweisen, daß diese Trompeterin aus rein musikalischen Gründen Karriere machen konnte - und zu einer gesuchten Lehrerin an der Wiener Musik-Universität wurde. Nach Ende ihrer Bläserkarriere verfaßte sie eine Dissertation über ihre eigene, rare Spezies, die Blechbläserinnen.

Auf Spotify hören

Mit Helmut Winschermann und dessen Deutschen Bachsolisten brachte s...

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Salvatore Accardo

* 1941 Accardo war 13 Jahre alt, als er erstmals öffentlich konzertierte. Auf dem Programm standen die Capricci jenes Meisters, mit dessen Namen man den seinen gern verbindet: Nicolo Paganini. In der Folge gewann Accardo die Wettbewerbe von Vercelli (1955), Genf (1956) und Siena (1957), 1958 dann den Paganini-Wettbewerb in Genua.

Accardo war noch nicht 20, als seine Aufnahme des Tschaikowsky-Konzerts weltweit Furore machte. Die 1963 erschienene Einspielung von Lalos Symphonie espagnole versetzte die Rezensenten dann in Euphorie. In er Folge hat sich Accardo ein breites Repertoire vom Barock bis zur zeitgenössischen Musik erarbeitet. Komponisten wie Salvatore Sciarrino schrieben neue Werke für ihn. Größte Aufmerksamkeit errang Accardo freilich mit seiner Gesamtaufnahme der Violinkonzerte P...

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Giacomo (Jaime) Aragall

Einer der Lieblings-Tenöre des Wiener Opernpublikums In den siebziger Jahren war Giacomo Aragall beinahe so etwas wie ein » Haustenor« der Wiener Staatsoper. Seine Auftritte in Rigoletto, Traviata, La Boheme, Manon und Tosca sind unvergessen.Seiner Nervosität zum Trotz hat dieser Sänger doch so gut wie immer überragende Leistungen geboten. Vielleicht war sein sensibles Nervenkostüm sogar notwendig, um dermaßen vollendete Rollencharakterisierungen zu bieten, wie sie ihm offenbar selbstverständlich waren. Einer Weltkarriere, die seinem Können entsprochen hätte, stand es jedoch im Wege.Wie auch immer: Die Wiener Opernfreunde sind dankbar, daß Aragall ihnen über Jahre hin gezeigt hat, in welche Höhen psychologisierender Intensität ein großer Gestalter seine Stimme führen kann. Aragalls Comebac...

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Rachmaninows Symphonische Tänze

Sergej Rachmaninow (1940)

Non allegro Andante con moto (Tempo di Valse) Lento assai - Allegro vivace

Sergej Rachmaninow hat in den langen Jahren seiner Emigration nicht viel komponiert und es ist ihm nach eigener Aussage auch schwer gefallen. Die Werke der Exil-Zeit stehen beim Publikum auch nach wie vor nicht in hohem Ansehen - umso mehr aber b...

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Brigitte Fassbaender

* 1939

Tochter des deutschen Baritons Willi Domgraf-Fassbaender und der Schauspielerin Sabine Peters.
In den Sechzigerjahren Ensemblemitglied der Bayerischen Staatsoper, die auch danach ihr Stammhaus blieb.
Legendär dort ihre Interpretation von Richard Strauss‘ »Rosenkavalier« unter der Leitung von Carlos Kleiber.


Als begnadete Sing-Schauspielerin war sie für Jahre nicht nur für Dirigenten, sondern auch für Regisseure erste Wahl im Mezzo-Fach.
In Herbert von Karajans »Rheingold«-Verfilmung ist sie die Fricka. Unter Karl Böhm sang sie an der Seite von Gundula Janowitz bei den Salzburger Festspielen die Dorabella in »Così fan tutte«.

Im Gespräch

Heinz Holliger

Oboist, Komponist * 1939

Als Oboist hat Heinz Holliger Karriere gemacht, hat die großen Oboenliteratur mit Orchester und in der Kammermusik in aller Welt musiziert und für Schallplatten aufgenommen - und nie vor heikelsten Aufgaben der zeitgenössischen Musik zurückgescheut. Die Prolbeme der Komponisten in unseren Zeiten kennt er wie kein zweiter Instrumentalist, ist er doch selbst einer der herausragenden schöpferischen Köpfe der sogenannten Neuen Musik im deutschen Sprachraum.

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»Friedenstag«

Friedenstag Richard Strauss Nach Calderon - Idee von Stefan Zweig - Libretto von Joseph Gregor

Die Vorbedingungen für dieses Werk hätten nicht schlechter sein können: Besungen wird in heftigstem C-Dur-Jubel der Friedensschluß von 1648 der der Dreißigjährigen Krieg beendete. Stefan Zweig hatte die Idee, doch Strauss' konnte den von Nationalsozialisten verfolgten Dichter nicht dazu bewegen, im Ex...

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