München verzichtet auf Gergiev

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) ließ den Chefdirigenten der Münchner Philharmoniker, Valery Gergiev, wissen, daß sein Vertrag aufgelöst wurde. Der Dirigent habe sich trotz ultimativer Aufforderung durch das Management des Orchesters und den Oberbürgermeister selbst, nicht eindeutig und unmißverständlich gegen den Krieg Rußlandes gegen die Ukraine ausgesprochen.

Wörtlich meinte Reiter:

Ich hätte mir erwartet, dass er seine sehr positive Einschätzung des russischen Machthabers überdenkt und revidiert. Das hat er nicht getan. In der aktuellen Situation wäre aber ein klares Signal für das Orchester, sein Publikum, die Öffentlichkeit und die Stadtpolitik unabdingbar gewesen, um weiter zusammenarbeiten zu können. Nachdem dies nicht erfolgt ist, bleibt nur eine sofortige Trennung. Alles weitere werden wir so schnell wie möglich klären.

Es werde keine weiteren Konzerte der Münchner Philharmoniker unter Valery Gergievs Leitung mehr geben. Damit steht auch zur Diskussion, wer die geplanten Gastkonzerte des Orchesters im Wiener Musikverein am 20. und 21. März leiten wird oder ob sie abgesagt werden.