Zunächst denkt man: Aha, die Künstlerin, die hier „Neue Gitarrenmusik“ vorstellt, hat einige Musikerkollegen ins Studio des SWR gebeten, Bläser, ein Akkordeon vermeint man zu hören, Schlagwerk und in der folgenden Nummer doch auch Streichinstrumente. Aber weit gefehlt: Klara Tomljanovič hat nur ihre Gitarre mitgebracht – und einige Hilfsmittel, um Saiten und Corpus ihres Instruments auch mit anderen Mitteln zum Klingen zu bringen als bei der Gitarre gemeinhin üblich.
Schon vor Beginn des Jubiläumsjahres feiern die CD-Produzenten den 200. Geburtstag des großen österreichischen Symphonikers. Die Wiener Philharmoniker haben erstmals eine Gesamtaufnahme der Symphonien unter der Leitung eines Dirigenten herausgebracht – und die beiden Frühwerke inkludiert.
Anton Bruckners Symphonien gehören hierzulande zum großen Kanon der Konzertprogramme. Oder besser: einige der Symphonien werden häufig gespielt. Andere, vor allem die ersten beiden und die Sechste kann der Musikfreund kaum je live erleben – und jenseits des deutschen Sprachraums gehören Bruckner-Aufführungen nach wie vor eher zu den Raritäten; in England und den USA spielt man nach wie vor weitaus öfter Sibelius-
Neben dem Zweiten Klavierkonzert war dieses Werk DAS Skandalstück des jungen Prokofieff, der im Umfeld dieser Musik irritierenderweise auch seine charmant-melodiöse »Symphonie classique« komponiert hatte! Alexander Glasunow hat wutentbrannt den Saal während der Uraufführung verlassen, das Publikum tobte, Prokofieff notierte zufrieden, das Werk hätte Aufsehen gemacht...
Silva Manfrés neue CD mit Orgelwerken von Franz Xaver Murschhauser ist für Münchner Musikfreunde ein Muß: Da klingt die Musikgeschichte der bayerischen Metropole nach.
Der Wiener Pianist mit Mozarts letztem Klavierkonzert: Hohe Schule des wienerischen Musizierstils - aus den USA...
Eine Wiederauflage nach langer Zeit konfrontiert uns mit einer wunderbaren Mozart-Aufnahme alten Stils. Die einst auf dem Label VOX erschienene Einspielung des letzten der Mozart-Klavierkonzerte wurde sorgfältig akustisch restauriert und ist nun bei etlichen Streaming-Diensten online abrufbar.
»Man bekommt Gänsehaut«, sagt Robert Levin auf die Frage, wie sich ein Pianist fühle der sämtliche Klaviersonaten Mozarts auf dessen eigenem Hammerklavier für CD aufzunehmen. »Man denkt immer wieder: Diese Tasten haben seine Finger berührt! Alle Wiener Meisterwerke hat er an diesem Klavier komponiert!«
Der historische Walter-Flügel gehört der Stiftung Mozarteum. Levin, versiert im Umgang mit alten Instrumenten, hat schon etliche Konzerte auf diesem Juwel gegeben. »Die Initiative zur Aufnahme der Mozart-Sonaten ist von der Stiftung ausgegangen«, erzählt er. Vorangegangen waren den Aufnahmen jeweils Live-Konzerte im Rahmen der Mozartwochen von 2017 und 2018. Die ersten Reaktionen auf die Neuerscheinung waren euphorisch: »Es ist aufregend, wie diese nicht gerade konventionelle Art ankommt«, sagt Levin und meint damit keineswegs nur das klangliche Ergebnis seiner Arbeit auf Mozarts Originalklavier.