»Turandot« im Plattenstudio, das ist immer ein Wagnis - und immer geht irgendetwas schief oder läuft zumindest nicht ganz ideal. Jüngst ging eine von Jonas Kaufmann angeführte, illustre Sängerrunde unter Antonio Pappanos Leitung in Rom daran, Puccinis letztes Werk einzuspielen. Das Ergebnis ist beachtlich.
Wie gut ist Franco Alfanos Fassung?
Da ist einmal Maestro Antonio Pappano am Pult von Chor und Orchester der Accademia di Santa Cecilia in Rom: Ihm gelang eine wirklich respektable Interpretationen von Puccinis letzter Oper. Wobei man in Sachen »Vollendung« des fragmentarisch hinterlassenen dritten Akts keine Experi...
Mit den modernsten Mitteln raffinierter Digitaltechnik wurde eine Wiener Schallplatten-Legende wiederbelebt.
Drehen Sie, bitte, Ihren Ofen nicht auf die gewohnten 180 Grad. Da hätten Sie schon verloren; zumindest, wenn es um die Qualitätssicherung Ihrer alten Tonbänder geht. Die Techniker der Universal-Studios in Gütersloh backen alte Aufnahmen zehn Stunden bei 55 Grad! Das Ergebnis überzeugt vollkommen. Jüngst bekamen sie die originalen Masterbänder der legendären ersten Studio-Gesamtaufnahme von Wagners „Ring des Nibelungen“ zur Digitalisierung. Die ersten beiden Werke der Tetralogie in der von Georg Solti dirigierten, von den Wiener Philha...
Die Etudes-Tableaux
Ein doppeltes Rachmaninow-Jahr ist heuer zu begehen: Ende März folgen 80. Todestag und 150. Geburtstag rasch aufeinander. Wobei die Toasts wohl nach wie vor von kritischen Anmerkungen gestört werden. Mehr noch als andere Kollegen, die sich gegen die Diktatur der musikalischen Avantgarde zur Wehr gesetzt haben und noch Mitte des 20. Jahrhunderts an der Tonalität und einer (wenn auch harmonisch weit gefassten) romantischen Tonsprache festgehalten haben, trifft Rachmaninow immer wieder der Kitsch-Vorwurf. Man stellt ihn, weil manch einschlägiger Handwerker aus Hollywood tatsächlich bei ihm Maß genommen hat, in die Filmmusik-E...
Bei Beethoven fängt der musikalische Spaß erst richtig an.
Drei Wiener Musiker haben die Lockdowns der Corona-Pandemie genützt, um das Repertoire an Klarinettentrios zu durchforsten. Sieben CDs sind bei Decca erschienen
Kundige Kammermusikfreunde kann man mit der Frage nach einem Klarinetten-Trio nicht aufs Glatteis führen. Sie kennen vermutlich sogar die Opuszahl 114, die zu Johannes Brahms‘ Spätwerk gehört. Aber selbst geeichte Kenner geraten ins Stocken, wenn sie weitere Stücke für Klarinette, Violoncello und Klavier nennen sollten. Beethovens „Gassenhauertrio“ ist 1797 für dieselbe Kombination entstanden. Aber sonst?
»Man bekommt Gänsehaut«, sagt Robert Levin auf die Frage, wie sich ein Pianist fühle der sämtliche Klaviersonaten Mozarts auf dessen eigenem Hammerklavier für CD aufzunehmen. »Man denkt immer wieder: Diese Tasten haben seine Finger berührt! Alle Wiener Meisterwerke hat er an diesem Klavier komponiert!«
Der historische Walter-Flügel gehört der Stiftung Mozarteum. Levin, versiert im Umgang mit alten Instrumenten, hat schon etliche Konzerte auf diesem Juwel gegeben. »Die Initiative zur Aufnahme der Mozart-Sonaten ist von der Stiftung ausgegangen«, erzählt er. Vorangegangen waren den Aufnahmen jeweils Live-Konzerte im Rahmen der Mozartwochen von 2017 und 2018. Die ersten Reaktionen auf die Neuerscheinung waren euphorisch: »Es ist aufregend, wie diese nicht gerade konventionelle Art ankommt«, sagt Levin und meint damit keineswegs nur das klangliche Ergebnis seiner Arbeit auf Mozarts Originalklavier.
Aufregend, aufschlussreich: Pianist Igor Levit stellt seine Interpretation von Hans Werner Henzes „Tristan“ in historisch-kritischen Zusammenhang mit Werken von Franz Liszt, Richard Wagner und Gustav Mahler, Liszts berühmten »Liebestraum« inbegriffen. (Sony)
Ein Liebestraum, und was daraus werden kann: Zutiefst humane, intime Botschaften plaudert Igor Levit in seinem jüngsten Album aus. Das Programm der beiden CDs basiert auf den Erfahrungen einer Begegnung auf dem Salzburger Festspielpodium: Mit den Wiener Philharmonikern unter Franz Welser-Möst hat Levit im August 2018 Hans Werner Henzes „Tristan“ aufgefüh...
Sämtliche Aufnahmen, die der griechische Dirigent Dimitri Mitropoulos (1896—1960) in seiner US-Zeit für RCA und Columbia gemacht hat, teils zum ersten Mal digitalisiert: Für Sammler ist das nicht nur deshalb spannend, weil Mitropoulos Garant für hoch-expressive Darstellungen klassischer und romantischer Partituren war. Auch, weil er sich sein Lebtag für zeitgenössische Musik engagiert und — zum Leidwesen der Orchestermanager — nicht nur in den Konzertsälen, sondern auch im Plattenstudio gern Musik der Moderne und der Avantgarde gepflegt hat.