KRITIK: STAATSOPER
Donna Anna, sinnlos exekutiert
Zu Mozarts "Don Giovanni" in der Wiener Staatsoper mit Anna Netrebko und Seiji Ozawa.
Selten ist der Auftritt einer Sopranistin in der Wiener Staatsoper im Vorfeld so beworben worden: Anna Netrebko wird, so konnte man aus allen Lautsprechern hören und in allen Farbmagazinen lesen, die Donna Anna si...
Die leisen Töne des Meisters
Mstislav Rostropowitsch gab im Musikverein eine Lektion in Musikantentum.
6. Oktober 2003
Die Beziehungen zwischen dem wohl berühmtesten Cellisten der Welt und Wien waren einmal sehr getrübt. Es gab Zeiten, da hat Mstislav Rostropowitsch den Wienern nicht verziehen, daß einige von ihnen seine dirigentischen Bemühungen u...
Sängerfest in Salzburg: Mozarts »La clemenza di Tito«, ganz neu
In Mozarts »Titus« waren einmal nicht Martin Kusej oder Nikolaus Harnoncourt, sondern die Sänger die wahren Stars: Ein echtes Stimmen-Festspiel in der Felsenreitschule.
Dergleichen hat man zuletzt selten erlebt. Umso aufregender, dass es sich nach dem Wiener "Idomeneo" in Salzburg gl...
König Kandaules
Rekonstruktion eines Meisterwerks
Alexander von Zemlinsky hat, krank und verzweifelt über die Unlust seiner Zeitgenossen, sich mit seinem Schaffen auseinanderzusetzen, die Partitur seiner letzten Oper unvollendet im amerikanischen Exil liegen lassen.Die Vertonung von André Gides voll der erstaunlichsten sexuellen Begierden steckende...
Anna Netrebkos Debüt bei den Salzburger Festspielen
Ganz stimmt das nicht: Anna Netrebko war im Salzburger Festspielhaus schon einmal als Blumenmädchen in einem von Valery Gergiev dirigierten konzertanten »Parsifal« zu erleben. Aber da wurde noch niemand aufmerksam auf die Sängerin. Mit der »Don Giovanni«-Premiere unter Nikolaus Harnoncourt war die...
Der arme Riese und die allzu guten Menschen
Großer Applaus für Friedrich Cerhas neue Oper »Der Riese vom Steinfeld« in der Staatsoper. Wer würde es heutzutage auch wagen zuzugeben, ihm sei bei einer Uraufführung fad geworden; zumal, wenn der Text eine politisch korrekte Parabel aus der Feder Peter Turrinis darstellt? Ich versuch's trotzdem.
Der »...
Krill Petrenko, Absolvent der Dirigentenklasse der Wiener Musik-Universität und GMD in Meiningen, stand erstmals am Pult des RSO Wien
Daß Kirill Petrenko eine Ausnahmeerscheinung unter den jüngsten Dirigenten sein dürfte, ahnten die Beobachter bereits nach den vier aufeinanderfolgenden Abenden des viel diskutierten "Ring"-Projekts von Meiningen. Nu...
Ein Lichtermeer für → Charles Gounods »Romeo et Juliette« entfesselte Charles Woodroffe in der Staatsoper. Man könnte darin diese Shakespeareoper wirklich spielen.
Das sind die heiklen Dinge des Opernrepertoires: Ein Werk wie Gounods Romeo und Julia ist zwar ausgezeichnet, allein, es braucht musikalische w...
Es grenzte an Zauberei
Oleg Maisenberg spielte im Konzerthaus Debussy – und sorgte mit leisesten Tönen für heftigste Ovationen.
Alexander Skrjabins Dritte Klaviersonate und Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung” waren die Rahmen-Werke des Maisenberg-Soloabends: bekannte Größen in seinem Repertoire also, voll von subtil geschichteten kontrapunktisch...
Die Unterschiede zwischen Kunst und Pfusch im modernen Musiktheater
Gerard Mortiers Abschiedspremieren in Salzburg teilen sich in eine räsonable Aufführung der »Ariadne auf Naxos« und in ein degoutantes, vor allem aber langweiliges Spektakel unter dem irreführenden Namen »Die Fledermaus«.
20. August 2001
Opern des Festspielgründers Richard Strauss wollte Gerard Mortier eigentlich nicht mehr ins Programm nehmen, weil er dessen Erben die Tantiemen nicht gönnt. Für »Ariadne auf Naxos« hat er zuletzt doch eine Ausnahme gemacht und sogar eine luxuriöse Besetzung aufgeboten, als wollte er einmal wenigstens in seiner Ära an frühere Salzburger Tugenden anknüpfen.