Archiv der Kategorie: Rezensionen

Grafenegg 2022 eröffnet

Jonas Kaufmann im „Fidelio“

Ein Festspiel-Auftakt mit kulinarisch verbrämten Freiheitshymnen unter Sternen.

Das Konzept ist unwiderstehlich. Ab Mitte August locken die Namen von Klassik-Weltstars in den Wolkenturm im Schlosspark von Grafenegg. Das Zusammenspiel einer akustisch erstaunlich tauglichen modernen Hör-Arena, der exquisiten kulinarischen Betreuung durch das Team von Toni Mörwald und dem Zauber der Blauen Stunde einer Sommernacht: Da steht, pardon, nicht unbedingt die Musik im Mittelpunkt. Sie wird Teil eines großen und – die Probe aufs Exempel hat es vergangenen Sonntag wieder...

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So können die Philharmoniker klingen

Christian Thielemann, viel zu seltener Gast in Wien, erteilte im Verein mit Camilla Nylund bei Richard Strauss und Bruckner eine Lehrstunde in edler Klangkultur.

Natürlich sind die Philharmoniker einzigartig. Man weiß es. Man vergisst es auch über zahlreichen Konzerten und Opernabenden nicht, bei denen die Musiker eher Dienst nach Vorschrift machen. Zu welchen Höhen sie sich aufschwingen können, erlebt man freilich nur, wenn sie unter der Führung eines Dirigenten aufspielen, den sie wirklich lieben. Heutzutage heißt das: Wenn Christian Thielemann m Pult steht.

So geschehen wieder im...

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Wiens neuer »Wozzeck«

Simon Stone inszenierte an der Staatsoper Alban Bergs Tragödie des kleinen Mannes wie einen TV-Krimi. Etlichen Stimmen fehlt Tragfähigkeit, Philippe Jordan lässt die Philharmoniker viele Effekte aus der Partitur lesen, auf Kosten der Klangkultur.

Anja Kampe und Christian Gerhaher in der »Teichszene«, die nicht am Teich spielt ... (Staatsoper/Pöhn)

Auf der Simmeringer Haide hat ein Arbeitsloser namens Franz seine Geliebte erstochen und die Leiche hernach im Kanal versenkt, ehe er sich selbst das Leben nahm. Der Verzweiflungstat war ein heftiger Streit des Paars vorangegangen. Franz ...

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Thielemanns »Aida« mit der Stoyanova

Ein Fest der Stimmen in Dresden

Semperoper. Ein theatralisch eher unterspieltes, musikalisch aber hoch explosives Verdi-Ereignis, von Christian Thielemann dirigiert, von Katharina Thalbach szenisch arrangiert.

zu sehen auf »Arte«

Die Opernfreunde in aller Welt freuten sich auf diese Neuproduktion: Eine Sängerbesetzung von Format, einer der seltenen Ausflüge Christian Thielemanns in italienische Repertoire – und eine Regiearbeit Karharina Thalbachs. Wobei die Erwartungen an eine szenisch aufregende Verdi-Aufführung enttäuscht wurden. In der Semperoper blieben die Sänger Säng...

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Wagnerianer sind auch nur Menschen

Wagner-Film. Axel Brüggemann hat für seinen Versuch, dem Phänomen Bayreuth und dessen Erfinder nachzuspüren, nicht nur Künstler befragt. Damit kam er erstaunlich weit.

Wagner, Bayreuth und der Rest der Welt. Der neue Film kommt am 12. Februar 2022 in die Kinos

Die Schönheit, am Anfang steht sie, und auch am Ende. Venedig! Der neue Wagner-Film beginnt mit venezianischen Impressionen, mit sanft wiegenden Gondeln, mit dem Farbenspiel der Lagune. Hier ist Richard Wagner gestorben. Aber das ist die oberflächlichste aller möglichen Assoziationen. Hier, mit Blick auf den Canal Grande, ist näml...

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Neujahrskonzert

Barenboim 2022

Mit Bedacht geleiteten unsere Philharmoniker uns unter Daniel Barenboims Leitung ins neue Jahr.

Wäre hier nur eine Musikkritik zu schreiben, dann gäbe es allerhand Erfreuliches zu berichten. Daniel Barenboim hat zum dritten Mal eines der Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker dirigiert. Im Vorfeld hatte er gemeint, diese Musik sollte immer so klingen, als würden die Musiker sie jetzt gerade komponieren. Eine Art orchestrale Improvisation also. Andererseits meinte Philharmoniker-Vorstand Daniel Froschauer, der Maestro hätte ziemlich akribisch probiert.Advertisement...

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Nachlese

Silvester-Programme 2021

So wirr, wie es war, hat sich das Musikjahr 2021 auch verabschiedet. Die Silvester-Aktivitäten in den Metropolen, die man via Livestream mitverfolgen durfte, hätten unterschiedlicher nicht sein können.

Da war, um lokalpatriotisch zu beginnen, eine solide „Fledermaus“-Aufführung an der Wiener Staatsoper, vor Publikum, aber um die übliche Ball-Einlage berühmter Sängerstars reduziert. Um 22 Uhr war ja diesmal coronagerecht die Sperrstund’ angesagt. Maestro Bertrand de Billy ließ sich dennoch nicht hetzen. Zwar hatte, rückwirkend betrachtet, „seine“ Ouvertüre mehr P...

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Premiere

Für Don Juan herrscht keine Maskenpflicht

Staatsoper. Barrie Kosky zeigte als Auftakt seines Da-Ponte-Zyklus einen ernst zu nehmenden „Don Giovanni“ mit schwachem Ensemble.

Mit dieser Neuproduktion des „Don Giovanni“ werden wir die kommenden Jahre leben können. Diese erfreuliche Meldung sei vorausgeschickt, denn es war angesichts der Erfahrungen, die wir bisher mit Barrie Kosky in der Oper machen mußten, keineswegs vorhersehbar. Diesmal aber, mag Katrin Lea Tags zerklüftete Felsenlandschaft auch an „Die Walküre“ erinnern, zog uns schon der Auftritt Donna Annas in den Bann eines ganz...

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La Sylphide

Sylphidenzauber wie anno dazumal

Staatsoper. Ballett. Manuel Legris nimmt für sein rundum erneuertes Staatsballett eine märchenhafte Anleihe bei der großen romantischen Ballettgeschichte. von Wilhelm Sinkovicz

La Sylphide" war einst so etwas wie die Geburtshelferin des romantischen Balletts. Die Märchenerzählung von der berückend schönen Elfe, die einen Bräutigam am Hochzeitsabend in den Wald entführt und nach einer Liebesnacht ihre Flügel verlieren und sterben muss, hat - sogar in wechselnden Choreografien zu wechselnder Musik - überall ihren Weg ins Repertoire gefunden.

Wiens Balle...

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Aida in Paris

Jonas Kaufmann liebt die Puppe

Opera de Paris. Die künftige Direktorin der Wiener Volksoper Lotte de Beer inszenierte Verdis "Aida" - und degradierte die Sängerin der Titelpartie damit zur Edel-Statistin.

Auch die Opera de Paris hat am Sonntag eine Opernpremiere gestreamt. "Aida" stand auf dem Programm. Dank Jonas Kaufmann, der den Radames sang, war internationale Aufmerksamkeit garantiert. Wiener Musikfreunde schauten vielleicht zwischendurch auch hinein, um zu sehen, wie sich die künftige Volksopernchefin Lotte de Beer dieser allgemein als unlösbar geltenden Aufgabe nähern würde.
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