Simon Rattle dirigierte in München vor einer Aufführung von Bruckners Siebenter Symphonie die expressionistische Tondichtung Taras Bulba von Leoš Janáček. Ö1 stellt den Mitschnitt am 1. Februar auf seiner Onlineplattform zur Verfügung. Grund genug, sich mit einem faszinierenden Werk der gemäßigten musikalischen Moderne näher auseinanderzusetzen.
Am Samstag Abend überträgt Bayern4Klassik live aus der New Yorker Metropolitan Oper eine Aufführung von George Gershwins »Porgy and Bess«. Wo, wenn nicht im ersten Opernhaus der USA sollte man wissen, wie dieses Stück aufgeführt werden soll?
Am Samstag Abend beginnt im Wiener Konzerthaus das traditionelle »Resonanzen«-Festival mit einem Konzert von Jordi Savall und seinem Ensemble. Auf dem Programm: Musik von Antonio Vivaldi, im Zentrum: die beliebten »Jahreszeiten«, der wohl berühmteste Zyklus von Violinkonzerten mit programmatischem Hintergrund.
Eine neue CD und die Präsentation im ORF-Sendesaal
Supreme classics 2025
Matthias Bartolomey hat nach einem Vierteljahrhundert ein CD-Programm seines Vaters, des legendären Solocellisten der Wiener Philharmoniker, noch einmal aufgenommen. Im Verein mit seiner Klavierpartnerin Ariane Haering präsentierte er das Programm mit Werken von Brahms und Richard Strauss, ergänzt um ein Schubert-Arrangement, im Wiener Sendesaal und tauschte in der Pause mit dem Sinkothekar Erinnerungen aus.
Philipe Jordan nach fulminantem Symphoniker-Konzert geehrt
Bundestheaterchef Christian Kircher überreichte dem Dirigenten nach einem Abend im Wiener Konzerthaus das Ehrenkreuz für Verdienste um die Republik österreich. 1. Klasse. Die Laudatio hielt Konzerthaus-Intendant Matthias Naske — und Wiens Publikum jubelte dem Dirigenten zu; nicht zuletzt nachdem Kircher seine Zeit an der Staatsoper erwähnte…
Das war ziemlich pikant, war doch der Vertrag des Ex-Generalmusikdirektors der Staatsoper vom amtierenden Direktor des Hauses nach kritischen Anmerkungen des Dirigenten zu diversen Neuinszenierungen nicht verlängert worden,
Bereiten Sie sich schon vor, am Heiligen Abend »Stille Nacht« zu singen? Dann sollten Sie vorab unseren jüngsten Podcast »Klassik für Taktlose« hören, um zu wissen, was dahinter steckt…
Bestandsaufnahme der Musik der Wiener Ära nach 1900
Das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich spannte im Musikverein unter Fabien Gabel einen schillernden Bogen von Richard Wagner bis Joseph Marx – samt »modernen« Spätromantikern wie Zemlinsky und Alban Berg.
Die Tonkünstler-Konzerte im Musikverein sind bei Wiener Musikfreunden nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil sie oft höchst spannend programmiert und vor allem seit Jahr und Tag eine Plattform für exzellente Solisten bieten. Man erinnert sich vielleicht: Die Tonkünstler waren das erste Wiener Orchester, das Grigory Sokolov am Vorabend seines Ruhms eingeladen hat.
Aigul Akhmetshina, spätestens seit ihrem fulminanten Auftritt als Adalgisa an der Seite von Asmik Grigorian unter Wiener Opernfreunden eine lebende Legende, sang im Abonnementkonzert der Tonkünstler im Wiener Musikverein zwei klangmächtige Liederzyklen und verströmte ihre Stimme in betörender Weise. Man lauscht und genießt die pure Schönheit eines satten, in allen Lagen samtweichen und ausdrucksstarken Mezzos – und kann bei dieser Gelegenheit überdies zwei wenig bekannte Werke der musikalischen Spätromantik entdecken: Liederzyklen von Edward Elgar und Ernest Chausson. Noch steht die Aufzeichnung auf Abruf auf der Ö1-Internetplattform bereit!
… und bleibt die ideale Einstiegsdroge für die immer noch sogenannte »Neue Musik«.
EIN PODCAST zum Jahrestag der Uraufführung dieser Ikone der Moderne, an dem in Alban Bergs Heimatstadt Wien genau nichts passiert, in Berlin aber Christian Thielemann – erstmals in seiner Karriere! – im Uraufführungshaus, der Deutschen Staatsoper »unter den Linden« eine Neueinstudierung der Inszenierung von Andrea Breth dirigiert. Ein spannendes Dirigenten-Debüt im Gedenken an die von Erich Kleiber gegen heftige Widerstände durchgesetzte Premiere vom 14. Dezember 1925, die Bergs internationalen Ruhm begründete.
Schön Singen, davon konnte diesmal gar nicht die Rede sein: Die »Winterreise«, radikale Seelenbespiegelungen durch Matthias Goerne und Daniil Trifonov. Das ging unter die Haut.
Julia Wesely / Musikverein Wien
»Schauerliche Lieder“ nannte Franz Schubert die ersten Stücke seiner »Winterreise«, als er sie zum ersten Mal im privaten Kreis vortrug. Matthias Goerne und Daniil Trifonov schafften es im Großen Musikvereinssaal, 200 Jahre später nachvollziehbar zu machen, welchen Schock diese Musik bei Hörern im Wiener Biedermeier ausgelöst haben musste. Vielleicht war es sogar ganz gut, dass im Publikum jemand saß, der offenbar gar nicht wusste, was ihn da erwartete und gleich nach dem ersten Lied kräftig applaudierte. Er wurde niedergezischt von all jenen,
An diesem Abend entpuppte sich zuletzt, daß zu früher Applaus manchmal gerade rechtzeitig kommt…
die wissen, was sich heutzutage in einem Konzertsaal angeblich gehört.
Das Beifallklatschen wäre aber spätestens nach zwei oder drei Nummern auch dem wohlmeinendsten Zufallsgast, der einfach schöne Schubert-Melodien hören wollte, vergangen. Weil da wenig war, was man als schöne Melodie erkennen hätte können – und wenn, dann ganz offenkundig in einem Zusammenhang, in dem sie nichts Gutes zu bedeuten hatte. Oder jedenfalls bestenfalls eine schöne, unwiederbringliche Erinnerung.