Kategoriearchiv: Feuilleton

Patricia Petibon

Instinkt hinter den Klostermauern Patricia Petibon. Die französische Sopranistin, demnächst unter Bertrand de Billys Leitung eine von Poulencs Karmeliterinnen im Theater an der Wien, erzählt von ihren theatralischen Vorlieben - auch im Konzertsaal.

Das ist mein Stil", sagt sie, als ob es das Natürlichste wäre, dass eine Sängerin während eines Liederabends auch eine kabarettistische Show abliefert, in der freche französische oder italienische Chansons das suggerieren, oder dass sie Inhalte von Liedern mittels kleiner Choreografien zu Bühnenleben erweckt. Patricia Petibon, Opernstar aus Frankreich, ist eine der prägnantesten Erscheinungen im internationalen Musikleben unserer Zeit. "Es ist so schön, wenn das Publikum lacht", kommentiert sie ihre kleinen Practical Jokes auf dem Konzertpodium...

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»Meistersinger«, live

STAATSOPER 2008 Ein Fest, nehmt alles nur in allem

DVD-Mitschnitt (Unitel)

Staatsoper. Grandios trotz Umbesetzungen: Christian Thielemann dirigierte erstmals die "Meistersinger" in Wien.

Auch wenn es sich um keine Premiere, sondern die Neueinstudierung einer 33 Jahre alten Inszenierung handelte und manche Besetzungsänderung in letzter Minute i...

 

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Ulrike Beimpold

Immer zweimal hinschauen: Oft ist es ein Schatz! Ulrike Beimpold spielt ab Samstag wieder in der Volksoper im "Opernball". Der "Presse" erklärte sie ihre Zuneigung zur Operette.

Richard Heubergers Erfolgsstück "Der Opernball" ist eine der charmantesten Wiener Operetten; und eine Hommage an die französische Wurzelform der Gattung dazu. Die Melodien sind voll Esprit und Schmelz. Das "Komm mit mir ins Chambre separee" ist ein Weltschlager geworden. Und die Orchestrierung stammt von niemand Geringerem als Alexander von Zemlinsky; angeblich soll die Partitur des zweiten Aktes sogar auf Arnold Schönberg zurückgehen, der damals tatsächlich derartige Arbeiten verrichtet hat, um Geld zu verdienen. Robert Herzls Produktion, eine der stimmigsten Operetten-Aufführungen der jüngeren Vergangenheit, wir...

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Herbert Lippert

Lyonel, Lyonel, du entschwandest . . . Der Tenor Herbert Lippert über sein Wiener Opern-Comeback und internationale Aufgaben im Wagner-Fach.

Im Frühjahr 2008 geht die Wiener Volksoper wieder einmal auf Japan-Tournee. Selbstverständlich führt das Ensemble Strauß' "Fledermaus" im Gepäck mit, und Franz von Suppes "Boccaccio" als weitere Operette der sogenannten goldenen Ära. Außerdem zeigt man in Fernost aber auch eine Opern-Produktion, und zwar Friedrich von Flotows "Martha", mit der die vorletzte Ära im Haus am Gürtel so vielversprechend begonnen hatte. Die behutsame Inszenierung Michael McCafferys gilt unter Wiener Musikfreunden nach wie vor als Exempel dafür, dass auch heutzutage eine romantische Oper noch ohne Entstellung auf die Bühne zu bringen ist - und zum Publikums-Renner werden ka...

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Staatsopern-Orchester

Kräftemessen in der Oper Die Orchesterfrage. Betriebsrat und Philharmoniker-Pressesprecher Michael Bladerer im Gespräch über schwelende Konflikte und mögliche Lösungen.

Wir haben das Gefühl, dass da ein guter Dialog begonnen hat", auf diesen Nenner bringt Michael Bladerer, Pressesprecher der Wiener Philharmoniker und Betriebsrat des Wiener Staatsopernorchesters, die Ergebnisse der ersten Fühlungnahmen zwischen den Musikern und den designierten Leitern der Staatsoper, Dominique Meyer und Franz Welser-Möst. Zuletzt waren wieder einmal Diskussionen rund um die Tätigkeit jenseits der Staatsoper und die Bezahlung der Musiker laut geworden. Die unverhohlene Drohung mit einem Auszug des Orchesters aus der Staatsoper ward erneut gehört. Und Zahlen wurden kolportiert, mit denen sich Blad...

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Sergej Klimov

Hoffmann gibt alles, was er hat" Tenor Sergej Khomov über Offenbachs "Hoffmann", seine Lieblingsrolle, mit der er heute, Samstag, an der Wiener Volksoper debütiert. Und die er gern mit Musils "Mann ohne Eigenschaften" vergleicht.

Als ich ankam, sprach ich kein Wort Deutsch", erzählt Sergej Khomov, seit 13 Jahren Ensemblemitglied der Deutschen Oper am Rhein (Düsseldorf/Duisburg), in fließendem Plauderton. Die Sprache hat er mittlerweile perfekt gelernt. Und doch ist es für ihn sonderbar, die Titelpartie aus "Hoffmanns Erzählungen" nicht in der Originalsprache zu singen: "Ich habe die Rolle französisch gesungen, und zwar in allen möglichen Fassungen bis hin zur vollständigsten aller vollständigen Versionen in Lyon unter Marc Minkowski." Damals quälten den Tenor nicht nur die akribischen Aus...

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Hilde Zadek

,,Das Wort ,müssen' habe ich nie gekannt" Hilde Zadek, die am Samstag ihren 90. Geburtstag feiert, über die vielen Zufälle in ihrem Leben.

Können Sie nächste Woche die Aida singen?" Die schicksalhafte Frage stellte Wiens Opernchef Franz Salmhofer einer eben aus der Schweiz angereisten Sopranistin. "Natürlich singe ich die Aida", entgegnete die selbstbewusste junge Dame, um viel später zu beichten: "Ich hatte die Rolle nicht einmal studiert, aber ich dachte mir: Diese Aida singe ich, tot oder lebendig." Der wagemutige Einstand gelang: Hilde Zadek war danach ein Vierteljahrhundert lang Mitglied des Wiener Staatsopernensembles, war dabei, als sich jener Mozart-Stil formte, der bis heute den Ruf wienerischer Opern-Kunst begründet. Diese Karriere war ihr nicht an der Wiege gesungen worden. In ...

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Ioan Holender 2007

Neuer Versuch für eine neue Generation Ioan Holender im Gespräch. Warum sich Wiens Opernchef noch einmal an Wagners "Ring" heranwagt.

Wenn dieser ,Ring' 2009 vollständig vorliegt, dann wünsche ich mir, dass das Publikum nicht sagt: Das hat uns der Holender eingebrockt, sondern: Das hat er uns hinterlassen." Durchaus um positive Nachred' besorgt gibt sich der Staatsoperndirektor im Gespräch vor der "Walküren"-Premiere am kommenden Wochenende. Ioan Holender ist wohl der einzige Intendant jenseits der Bayreuther Festspiele, dem es gelingt, in seiner Amtszeit zweimal den vollständigen "Ring des Nibelungen" in einer Neuinszenierung herauszubringen. In seiner ersten Saison war es Holenders Aufgabe, die "Ring"-Inszenierung, die er von seinem Amtskollegen Eberhard Waechter geerbt h...

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Juliane Banse

Abschied von den kleinen Mädeln im Gespräch. Juliane Banse über ihre Opernleidenschaft, Babypausen, geschützte Werkstätten und die Haydn-Premiere unter Nikolaus Harnoncourt im Theater an der Wien.

Meist gibt es bei der Arbeit an solchen Produktionen irgendwo einen Wermutstropfen. Diesmal nicht", Juliane Banse gerät ins Schwärmen, wenn sie über die Probenarbeit an Haydns "Orlando Paladino" berichtet. Die Premiere von Keith Warners Inszenierung findet am Samstag im Theater an der Wien statt. Nikolaus Harnoncourt dirigiert, "seine Energie ist ungebrochen", sagt Juliane Banse, "er tigert sich in gewohnter Manier rein. Und die Inszenierung ist richtig gut, genau richtig für so eine Oper, mit ein bisschen Augenzwinkern, nicht eins zu eins barock, heutig und trotzdem nicht gegen das Stück." Hayd...

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Ralph Benatzky

Zum 50. Todestag des Operettenmeisters – Eine Würdigung im Zuge einer Rezension der Volksopern-Gala vom November 2007

20.11.2007

Und doch ein Unglücklicher

Benatzky in der Volksoper. Gäste, Publikumslieblinge, Ensemblemitglieder am Werk.

Im Oktober 1957 ist Ralph Benatzky gestorben, einer der erfolgreichsten Operetten- und Filmkomponisten der Geschichte – und doch ein Unglücklicher. Die Tantiemen für den Welterfolg namens „Das weiße Rössl“ strömten, mancher Schlager (von „Yes, Sir“ bis zum „Mädel, das nur eine Verkäuferin“ war) blieb unausgesetzt in den Wunschkonzerten. Doch wurmte den Komponisten, dass just das „Rössl“ mit Liedern anderer Komponisten angereichert wurde – und was er sonst schuf, das intime Genre Kammeroperette zum Beispiel, links liegen blieb.

Eine selbst von Karl Kraus geschätzte Diseuse war Benatzkys erste Ehefrau und Interpretin, eine hübsche Tänzerin die zweite – weshalb die erste, Josma Selim, an gebrochenem Herzen starb. „Kirschi“, die neue Flamme, war Jüdin, weshalb der Komponist – zum zweiten Mal in seiner Karriere – nach Amerika gehen musste, in ein Land, dessen Mentalität ihm fremd war und das seine Musik nicht so schätzte wie das Publikum in der Alten Welt.

 

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