Wiederholte Heimkehr nach Wien
Saisonfinale. Premierenbesetzung war er heuer für Musik des 20. Jahrhunderts, Einspringer für Richard Wagner - und an der Volksoper erinnert der Tenor zum Ausklang der Spielzeit daran, dass er auch ein Operetten-Profi ist.
Wenn es einen Tenor mit wechselvoller Wien-Historie gibt, dann ist das Herbert Lippert. Eine Zeitlang schien es, als würde er so etwas wie der Tamino vom Dienst in der Staatsoper - Ioan Holender hielt große Stücke auf den Mann aus Oberösterreich.
Dann kam es zum Krach. Lippert trat in Wien nicht mehr in Erscheinung. Verehrer hat er genug in der Stadt, die wissen, dass man an ihm einen idealen Interpreten für jenes Fach verloren hat, das besonders schwer zu besetzen ist: Lippert beherrscht nämlich auch die Kunst der sogenannten "Leichten M...
»Mit Verdi lasse ich mir noch Zeit«
Im Gespräch. Die lettische Mezzosopranistin spricht vor ihrer Wiener »Titus«-Premiere über die nächste Sängergeneration, Mozarts Genialität, den Umgang mit Regisseuren und die Erweiterung des Repertoires.
Sie ist die Diva aus der Mezzoregion: Selbst neben Anna Netrebko in der legendären TV-Übertragung von Donizettis Anna Bolena, dem Höhepunkt der ersten Spielzeit der neuen Wiener Staatsopern-Ära, wurde Elina Garanca nicht zur »Seconda Donna«. Sie blieb ebenbürtige Partnerin. Stimmliche Ausdruckskraft wie schauspielerische Präsenz rühmen Rezensenten weltweit an der lettischen Künstlerin.
Mittlerweile ist Garanca Mutter geworden und feiert in Wien ihr Comeback nach der Babypause: als Rosenkavalier. Nächsten Donnerstag ist sie der Sextus in der ersten der...
7. Mai 2012
Wettgesang um Kleopatra
Bei Cecilia Bartolis Salzburger Pfingstfestspielen gerät Händels »Giulio Cesare« szenisch aus dem Ruder, wird aber zum Sängerfest.
Mehr als ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Nikolaus Harnoncourt im Theater an der Wien einen szenischen Versuch mit einer "Originalklang"-Rekonstruktion des »Julius Caesar» gew...
Am 13. April starb die Mezzosopranistin, die 1962 aus Bulgarien ins Ensemble des Hauses am Ring gekommen war, 76-jährig.
Sie war meist dabei, wenn wienerische Kultur-Grundnahrungsmittel wie der "Rosenkavalier" auf dem Programm standen. Man musste nicht mehr auf den Besetzungszettel schauen, sondern wusste: die Annina, oder auch die Marcelline in Mozarts "Figaro", das würde sie sein. Und wenn einmal in den sogenannten "großen Partien" alles schiefgehen sollte, weil die eingeladenen Stars sich auf der Bühne und in der Partitur nicht zurechtfinden konnten: Sie war eine, die zu den Garanten zählte, dass die Opernk...
MUSIKVEREIN
Märchenkönigin der Lieder
Ein Liederabend der außergewöhnlichen Sorte. Die junge Sopranistin begeistert, begleitet von Eric Schneider, mit poetischen, lyrischen und dramatischen Gesängen in fünf Sprachen.
Das ist schon auf der CD eine feine Sache - und live oft wirklich überwältigend: Anna Prohaska singt Lieder über Meeerjungfrauen und...
Christian Thielemann übernimmt 2013 das Salzburger Osterfestival und eröffnet es mit Wagners Bühnenweihfestspiel. Heuer dirigiert er es bereits am Ring.
In ihrem bemerkenswerten künstlerischen Höhenflug er reichte die Staatsoper am Gründonnerstag einen vermutlich nicht mehr zu übertreffenden Gipfel. Christian Thielemann erschien nach s...
Mord und Lynchjustiz
»Das Wundertheater« von Hans Werner Henze als neues Partnerstück für Leoncavallos Eifersuchtskrimi »Der Bajazzo«. Eine echte Alternative für Kenner.
Gemordet wird hier wie dort. Ob man den "Bajazzo" mit der "Cavalleria rusticana" kombiniert oder mit dem "Wundertheater" von Hans Werner Henze, ist, was das betrifft, egal. Nur: D...
SAATSOPER
Der Chef kümmert sich selbst um Tosca
Franz Welser-Möst übernimmt die Leitung von Puccinis Drama mit Nina Stemme und José Cura.
Bei Amtsantritt hat Wiens Generalmusikdirektor versprochen, sich nicht nur um Premieren und Wiederaufnahmen - wie zuletzt, atemberaubend, um die "Frau ohne Schatten" - zu kümmern, sondern auch im Repertoire aktiv...
Xavier de Maistre erobert als Harfenspieler die Welt
Im Gespräch. Eben hat er sein jüngstes Album lanciert, nun musiziert er im Wiener Konzerthaus Harfenkonzerte. Der Harfenist der Wiener Philharmoniker hat sich selbstständig gemacht - und reüssiert als ungewöhnlicher Solist.
Das wirst du bereuen, haben mir alle gesagt, auch wohlmeinende Kollegen." Sie haben sich geirrt. Xavier de Maistre, bis vor zwei Jahren Harfenist der Wiener Philharmoniker, hatte beschlossen, seinen Platz im Orchester zu räumen und Solist zu werden. Harfensolist!
So etwas könne nicht funktionieren, waren alle Beobachter überzeugt. Alle, außer de Maistre selbst, der heute meint: "Ich hatte schon gedacht, dass ich genug zu tun haben würde als Solist. Aber dass ich so viel zu tun haben würde, das hätte ich nicht zu träu...
Karlheinz Essl komponiert bei der "Loisarte" live!
Im Gespräch. Ein Festival, das auf sich hält, beschäftigt einen "Composer in Residence". Was ein solcher können muss, beweist der Wiener Avantgarde-Meister am kommenden Wochenende in Langenlois.
Ein "Festival für zeitgenössische Musik und Literatur" im pittoresken Ambiente des Loisiums - unter Einschluss der unterirdischen "Kathedrale": Intendant Christian Altenburger bat wieder Musikantenfreunde, ein reiches Programm zu gestalten. Maria Happel, Nicole Heesters und Erwin Steinhauer lesen Texte von Virginia Woolf, Daudet und Zweig.
Der "Composer in Residence" lässt sich literarisch überraschen: Karlheinz Essl, immer schon von den Möglichkeiten der jeweils jüngsten Techniken der Klangerzeugung fasziniert, kultiviert mit Agnes Heginger die K...