Kategoriearchiv: Feuilleton

Thielemanns »Freischütz«

SEMPEROPER DRESDEN Thielemanns Weber-Debüt Am Pult der Staatskapelle statuierte der Dirigent ein Exempel: Wer deutsche Romantik ernst nimmt, scheitert auch nicht an ihr. Regisseur Axel Köhler hielt mit. Deutsche Romantik geht nicht mehr. So scheint es zumindest. Wie ein Fluch lasten die Bürden der jüngeren Geschichte auf der Kunst einer ganzen Epoc...

 

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»Komm, lieber Mai«

FEUILLETON »Komm, lieber Mai, und mache« Ja, was denn bitte? Was so ein Wonnemonat alles können soll! Dichter und Musiker halten große Stücke auf den Mai und schreiben ihm Mysterien zu, die oft anmuten wie Aprilscherze. Eine poetische Bestandsaufnahme. Komm lieber Mai und mache . . ." Warum denn, bitte? Sie sind doch längst grün, die Bäume. Aber so...

 

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Anna Prohaskas »Ophelia«

Umbruch 2015 Die klügste aller Interpretinnen Mit Eric Schneider präsentierte die Sopranistin ihr jüngstes Programm: Lieder um "Ophelia". Im Verein mit Eric Schneider, der als Klavierpartner alle subtilen Nuancen mitzugestalten versteht, hat Anna Prohaska immer wieder mehrsprachige Themenabende zusammengestellt, die über alle Genregrenzen hinweg sp...

 

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Alessio Arduini

Donizetti statt Excel-Tabellen Im Gespräch. Staatsoper-Ensemblemitglied Alessio Arduini vor der Premiere des "Don Pasquale" über sein Technikstudium, mutige Anfänge und die Lust an stressfreiem Gesang.

Alessio Arduini ist der Doktor Malatesta in der Neuproduktion von Gaetano Donizettis "Don Pasquale" durch Irina Brook an der Wiener Staatsoper. Der 27-jährige Italiener ist neben Valentina Nafornita der zweite Vertreter des jungen Ensembles des Hauses neben Stargästen vom Format eines Juan Diego Florez und eines Michele Pertusi, der die Titelpartie singt.

Arduini, seit drei Jahren fix an der Staatsoper, kam in Desenzano am Gardasee zur Welt und dachte als Jugendlicher ganz und gar nicht an eine Opernkarriere, wie er im Gespräch während der Probenphase freimütig bekannte. "Ich wollte eigent...

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Johannes Wildner

Oper für Kinder: Gewühlswogen Im Gespräch. Johannes Wildner, Dirigent der "Undine"-Premiere im Zelt auf dem Dach der Wiener Staatsoper, über Probleme mit der Romantik und deren ungebrochene Aktualität.

Albert Lortzing, einst höchst populär, spielt im heutigen Opernbetrieb kaum mehr eine Rolle. Für Kinder wird nun seine "Undine" ins Staatsopernzelt verpflanzt. Geht Lortzing plötzlich wieder? Und das Märchen von Undine? Dirigent Johannes Wildner: "Vielleicht sollte man noch die dritte Frage stellen: Oper? Dann sind es leichte Fragen: Oper ist jene Kunstform, bei der die meisten verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen miteinander verknüpft werden, Musik und Gesang, Tanz, Architektur, Bühnenbild, Kostüme. Keine anderen Kunstform bedient so viele Empfindungen des Menschen, lässt ihn eint...

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Anna Bolena

12. April 2015 Königin Anna regiert weiterhin beinah völlig absolutistisch In der Staatsoper hat man für Donizettis «Anna Bolena» erneut eine edle Widersacherin für die Netrebko gefunden. Anna Netrebko ist und bleibt eines der großen Phänomene der Interpretationsgeschichte. Das Opernreich vermag sie scheinbar absolutistisch zu regieren. Wenn sie si...

 

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Paris spielt »Le Cid«

OPÉRA GARNIER Seltener Massenet in Paris »Le Cid«, tönende spanische Geschichte, kennt man nur dank einer großen Tenor-Arie. Roberto Alagna hat Lust, diese mit der ganzen Oper drumherum zu singen. Jules Massenet hat uns einige echte Repertoire-Opern hinter lassen, die in allen Spielplänen immer wieder auftauchen. Dann einige Werke, die nur Fachleut...

 

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Nina Stemmes Elektra-Debüt

STAATSOPER: PREMIERE Die Schönheit der Rache Nina Stemme absolvierte ihr triumphales Debüt in der schwierigsten aller hochdramatischen Partien und erntete Ovationen. Ein exzellentes Sängerensemble agiert in der Produktion Uwe Eric Laufenbergs im Kohlenkeller. Da muss man Staatsopern- Direktor Dominique Meyer recht geben: 2300 Menschen waren live da...

 

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Pierre Boulez

BOULEZ HÖREN

Revoluzzer und Bewahrer Pierre Boulez war eine Galionsfigur der Avantgarde. Stilistische Grenzen hat er weder als Komponist noch als Dirigent je akzeptiert. Sein kompositorisches Schaffen ist überschaubar, seine Wirkungsmacht kaum zu überschätzen: Pierre Boulez ist eine der einflussreichsten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit, Galionsfigur der Avantgarde, gesuchter Dirigent, Revoluzzer und Bewahrer in einem. Sein Spruch, man möge doch die Opernhäuser in die Luft sprengen, wird - aus dem Zusammenhang gerissen - bis heute zitiert und gegen seine eigenen Aktivitäten in ebendiesen Opernhäusern, voran dem Festspielhaus von Bayreuth, ins Treffen geführt. PIERRE BOULEZ IM GESPRÄCH (1994) In Wahrheit ist Pierre Boulez so einfach nicht zu fassen. Auch als schöpferische Potenz nicht,...

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Christian Thielemann

Christian Thielemanns Lust an der Italianita Im Gespräch. Der künstlerische Leiter der Salzburger Osterfestspiele vor Probenbeginn über die »Opernzwillinge« von Mascagni und Leoncavallo, gewinnbringende Probenarbeit und die Zukunft des 1967 von Karajan gegründeten Festivals.

Am Tag vor der ersten Orchesterprobe für die neue Salzburger Osterfestspiel-Produktion ist Christian Thielemann voller Tatendrang: "Ich liebe Sitzproben", sagt er, "ohne vorher mit den Sängern am Klavier gearbeitet zu haben. Dann werden wir ja sehen, was alles auseinanderfällt und womit wir hinterher noch ins Klavierzimmer gehen müssen."

So spricht der gelernte Opernkapellmeister, der in seinen frühen Tagen viele Repertoirevorstellungen unterschiedlichster Werke ganz ohne vorausgehende Proben abwickeln musste. Das Di...

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