Kategoriearchiv: Feuilleton
Daniela Fally
Mit Inbrunst in die Herzen singen" Im Gespräch. Daniela Fally, die am kommenden Samstag in Klosterneuburg als Gilda in Verdis "Rigoletto" debütiert, über Heimatverbundenheit und sanfte Karriere-Entwicklung. Daniela Fally debütiert als Gilda in Verdis "Rigoletto". Nicht in einem Opernhaus, sondern auf der Freilichtbühne des Sommerfestivals von Klosterneuburg. Das hat durchaus Methode, wie die Sopranistin zu erzählen weiß. Aber der Reihe nach: "Nein, meine erste "Rigoletto"-Erfahrung habe ich nicht bei einer Live-Aufführung gemacht. Ich habe die DVD mit Edita Gruberova und Luciano Pavarotti angeschaut. Ich weine ja selten in der Oper. Aber da war ich so berührt, dass mir die Tränen gekommen sind."
Entsprechend ausdrucksgeladen versteht Daniela Fally auch die Rolle der Gilda: "Die braucht vi...
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Adrian Eröd
Da kriegt die Musik einen irren Groove!" Interview. Mit "The Tempest" hat ein Opern-Hit des 21. Jahrhunderts in Wien Premiere, Adrian Eröd singt die Titelpartie: Wie bei ihm Verzweiflung in Begeisterung umschlug und warum Thomas Ades' Werk für ihn eine so großartige Oper ist.
Einer Vertonung von Shakespeares "Sturm" galt eine der wenigen Uraufführungen, die an der Wiener Staatsoper stattgefunden haben. Bald nach der Wiedereröffnung des Hauses am Ring hatte 1956 die gleichnamige Oper von Frank Martin Premiere. Eberhard Waechter war damals der Prospero, Christa Ludwig die Miranda, Anton Dermota und Waldemar Kmentt alternierten in der Partie des Ferdinand. Ernest Ansermet absolvierte mit der Uraufführung und den ersten beiden Reprisen seine einzigen Auftritte an der Staatsoper.
Trotz Luxusb...
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Walter Weller
NACHRUF Ein Musiker aus Wien Walter Weller, Geiger und Dirigent, langjähriger Konzertmeister der Philharmoniker, ist 75-jährig in Wien gestorben. Ein Musiker aus Wien - das schreibt sich leicht, hat aber in diesem Fall einen bitteren Nachgeschmack: Walter Weller, am 30. November 1939 in Wien geboren und am vergangenen Sonntag ebenda einem Krebsleiden erlegen, war so etwas wie der Inbegriff des wienerischen Musikers, vielseitig und mit dem rechten Gespür für alles, was uns hierzulande am Musizieren wichtig ist. Schon im Kindesalter holte man den ungemein begabten Geiger auf die Konzertpodien; als der Teenager in Kammermusikensembles mitwirkte,...
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Adès: »The Tempest«
ERSTAUFFÜHRUNG IN WIEN Schöne Bilder, schrille Weisen Staatsoper. Thomas Adés dirigierte seine raffiniert zwischen allen Stilen vermittelnde Vertonung von Shakespeares "Sturm" in luxuriöser Sängerbesetzung, pittoresk inszeniert von Robert Lepage selbst, und erntete stürmischen Jubel. Stürmische Begeisterung für eine Opernnovität im Haus am Ring. Wi...
Die Stemme als Fidelio
STAATSOPER. REPERTOIRE Auf diese Weise wirkt Oper niemals altmodisch Staatsoper. Erstmals sang Nina Stemme in Wien "Fidelio" in einer gut besetzten, von Adam Fischer zündend dirigierten Reprise der renovierten Otto-Schenk-Inszenierung - in memoriam Günther Schneider-Siemssen. Die Aufführung begann mit einer Schweigeminute. Vor wenigen Tagen ist Gün...
Clemencic: »Gilgamesch«
URAUFFÜHRUNG Unsterbliches in Simmering Das Sirene-Operntheater zeigt in der ehemaligen Brotfabrik René Clemencics Vertonung des ältesten Epos der Menschheit. Die schauerliche Meldung, daß unwiderbringliche Kulturgüter in Mesopotamien zerstört wurden, ist in der Flut schauerlicher Meldungen fast untergegangen. Was bedeutet schon die museale Bewahru...
Petrenkos »Lulu«
BAYERISCHE STAATSOPER Kirill Petrenkos Zwölftonluxus München. Die Bayerische Staatsoper startet einen Neuversuch mit Alban Bergs "Lulu" in Friedrich Cerhas dreiaktiger Version: Musikalisch fulminant, szenisch völlig untauglich. Alban Berg hat seine Oper "Lulu" - wenn auch sehr frei - nach Schönbergs Zwölftonmethode komponiert. Das führt Musikfreund...
Freyers Sciarrino
WIENER FESTWOCHEN Hampelmanns Leidenschaft Achim Freyer macht aus Salvatore Sciarrinos experimentellem Klangstück "Luci mie traditrici" vieldimensional- ahnungsvolles, surrealistisches Marionettentheater. Eine Oper für Belcanto-Fans, sozusagen - allerdings gebrochen durch die Erfahrungen, die das vergangene Jahrhundert mit den Experimenten der musi...
Bruno Klimek
Vom Leben auf dem Vulkan Im Gespräch. Bruno Klimek, der an der Volksoper "Cosi fan tutte" inszeniert, über Mozarts psychologische Dramaturgie und die Kunst illusionistischer Verwandlung auf dem Theater.
Bruno Klimek stammt aus einer theaterbegeisterten Familie und war in Mannheim ab 1988 zunächst Oberspielleiter bei Nicolas Brieger, dann Schauspielchef. Seit 2000 arbeitet er als freier Regisseur. Mozart nennt er "ein Geschenk" für seinen Berufsstand, "weil er einer jener Komponisten ist, die wirklich dramaturgisch denken. Man kann der Musik folgen, dann ist man als Regisseur jedenfalls auf der richtigen Seite. Gleichzeitig gibt er - ohne seine Figuren jemals zu denunzieren - viele Möglichkeiten, Geschichten weiterzuerzählen, in die Tiefe zu gehen."
Freilich: "In der langjährigen Beschäft...
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