Kategoriearchiv: Feuilleton
Carmen in Bregenz
Akrobat noch immer schön Savary's spektakuläre "Carmen" wieder in Bregenz auf dem See Es ist nach wie vor ein Fest für die Augen und kein psychologisierendes Seelentheater - J'erome Savary hat gelernt mit Riesendimensionen wie die der Bregenzer Seebühne umzugehen, sie wirklich souverän für bewegtes Theater zu nutzen. Seine "Carmen"-Inszenierung, im...
Fausts Verdammnis
Der Triumph des ganz Bunten und des ganz Leisen "Faust Verdammnis" geriet in Bregenz bei Kupfer und Fedosejew zur "Berliozomania" Uninszenierbar. So lautete gewiß das Urteil, das am häufigsten über Hector Berlioz' bizarre Vertonung des Faust-Stoffes gefällt worden ist. Denkt man sich Musiktheater als ordnungsgemäß ablaufendes szenisches Handlungs-S...
Oper im Sommer
"Wir können auch im Sommer spielen" Direktor Ioan Holender über seine langfristigen Opernperspektiven am Ring, Gürtel und an der Wien Der verständliche Wunsch des Wiener Bürgermeisters, die Staatsoper wenigstens einige Wochen auch im Juli zu bespielen, die aktuelle Frage, für welche Opern und an wievielen Abenden die Staatsoper das Theater an der Wien nützen könnte, die langfristige Umgestaltung des Repertoires der Volksoper - Wiens Opernchef Ioan Holender denkt über einen ganzen Problemkatalog nach; und hat einige bemerkenswerte Lösungen anzubieten. Im Gespräch mit der "Presse" erläutert er seine Zukunftsvisionen. So könnte es durchaus sein, daß man sich in Hinkunft auf ein modifiziertes Modell der Saisonplanung einigt, um zumindest die ersten beiden Juliwochen in den Spielbetrieb einzubi...
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Monte Pederson
"Schon wieder Schokolade bekommen" Wiens neuer Bariton-Liebling Monte Pederson im Gespräch O ja, ich hab' gerade wieder einen netten Brief und Schokolade bekommen", antwortet Monte Pederson auf die Frage, ob er schon über eine echte Fangemeinde in Wien verfüge. Das Opernpublikum hat den Amerikaner schnell und, wie es scheint, dauerhaft ins Herz geschlossen. Der Applaus, den er nach seinen Auftritten erhält, ist schon von jener spürbaren Freundlichkeit, die nur erklärten Lieblingen im Haus am Ring zu Teil wird. Pederson, ein junger Mann, gerade 33, mit wirklich kraftvollem Heldenbariton, ersang sich diese Zuneigung spätestens mit seinem fulminanten Jochanaan an der Seite Mara Zampieris zu Beginn der abgelaufenen Saison. Er zählt zu jenen Mitgliedern des von Eberhard Waechter und Ioan Holend...
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Barbara Moser
Wenn Schubert vor sich selber flieht Barbara Moser konzertierte fulminant im Schönbrunner Schloß Daß die mittlerweile 22jährige Wiener Pianistin Barbara Moser im Begriff ist, eine außerordentliche Künstlerin zu werden, hat sie wiederholt in Konzerten, jüngst auch auf einer Compact Disc mit Werken von Franz Liszt bewiesen. Anläßlich des "Klangbogens...
Oper Schönbrunn
Für Mozart durchs Feuer gegangen "Don Giovanni" im Park von Schönbrunn ist auch ein Fest für Pyromanen Nichts bleibt ihm erspart. Nachdem er einen Opernabend lang nicht bei den Damen landen kann, muß sich der dieserart verhinderte Verführer Don Juan zuletzt noch im wahrsten Sinne des Worts in die Flammen stürzen und fällt brennend dem Verderben anh...
Berlioziade
Ist Berlioz so fad oder tun nur alle so? Die Symphoniker absolvierten ihr letztes Wiener Konzert der Saison Es gibt Stücke, für die braucht ein Musikfreund das sogenannte Schlüsselerlebnis, eine Interpretation nämlich, die ihn davon überzeugt, daß er nicht ein langweiliges, ungeordnetes, vollkommen inspirationsloses Stück vor sich hat. Von Hector B...
Staatsoper
APERÇU
Ioan Holender als Sisyphos
Die Saison ist vorüber. Die Lager sind endgültig gespalten, unversöhnlich. Nur in der kurzen Ära Lorin Maazels waren Kommentare und Publikumsreaktionen auf Vorgänge in der Wiener Staatsoper derartig polarisiert wie angesichts der ersten, vom tragischen Tod des Direktors überschatteten Spielzeit Eberhard Waechters...
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Über den Rhythmus
Requiem für den Rhythmus Marginalien zu einem Sommerkonzert Nicht, daß Claus Peter Flor bei seinem Auftritt anläßlich des sogenannten "Klangbogens" beim Wiener Musiksommer keinen Erfolg gehabt hätte. Im Gegenteil. Sogar die Orchestermusiker applaudierten ihm zu, nachdem Tschaikowskys Sechste zu Ende gegangen war. Sie haben offenbar gern unter der ...