Kategoriearchiv: Feuilleton
Agnes Baltsa feiert Geburtstag
Griechische Lieder sang sie auch an der Wiener Staatsoper bei ihrem (bisher) letzten Auftritt …
Ein Wirbelwind aus Levkas eroberte die Opernwelt im Sturm. Porträt einer im besten Sinne eigensinnigen Sängerin, die heute Geburtstag feiert. Zuerst, das muss man zugeben, war Frankfurt: Christoph von Dohnányi hat die blutjunge griechische Mezzosopranistin – übrigens etwa zur selben Zeit wie Ileana Cotrubaș, die ein ebenso glänzender Star werden sollte – 1968 an sein Opernhaus engagiert. Aber beide Künstlerinnen wußten sogleich, dass sie höher hinaus wollten. Und sie kamen – wiederum nahezu zeitgleich – an die Wiener Staatsoper; und zwar über Vermittlung des damals einflussreichsten Agenten, Ioan Holender. DIE STREITBARE PRIMADONNA
Der hatte mit der Baltsa dann später auch als Direktor seine S...
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Franco Bonisolli
MUSIKBÜCHER Der Held vom strahlenden Hohen C
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Erstmals erschien eine Lebensbeschreibung des unangepassten Tenors Franco Bonisolli, der einst einem Karajan den Degen vor die Füße warf. Franco Bonisoilli? Da regierte zuallererst einmal natürlich der blanke Neid! Der Neid der Kollegen auf der einen Seite, die Begeisterungsfähigkeit eines O...
Zum Tod von Mirjana Irosch
Eine Sängerin, die als Ensemblemitglied der Volksoper wienerische Aufführungsgeschichte mitgeschrieben hat. »Vor einer Rosalinde fürchtet sich jede Sopranistin«, meinte Kapellmeister-Urgestein Franz Bauer-Theußl einst. Er formulierte es etwas weniger druckreif, fügte aber anerkennend hinzu: »Nur die nicht«. »Die«, das war Mirjana Irosch, die gerade die »Fledermaus«-Premiere auf der Mörbischer Seebühne absolviert hatte und, wie gewohnt, darf man bei ihr schreiben, das hohe D am Ende des zentralen Csárdás bravourös gesungen, nein, nennen wir‘s ruhig richtig: herausgepfeffert hatte.
Effektvolle Gesten waren ihre Sache, szenisch wie vokal und, ...
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Kirill Petrenkos Scala-Debüt
Ein „Rosenkavalier“ für unsere Zeit: musikalisch ebenso fein differenziert wie die Inszenierung Harry Kupfers in Hans Schavernochs längst legendären Salzburger Festspiel-Bildern.
Das war eine jener Aufführungen, von denen die, die dabei sein durften, noch nach Jahrzehnten schwärmen: Kirill Petrenko debütierte an der Mailänder Scala – und zementierte seinen Nimbus des großen einsamen Sterns am Dirigentenhimmel unserer Zeit.
WIE MAN PETRENKO LOCKT
Der neue »Don Carlos«
STAATSOPER PREMIERE
Der Schein trügt: Historische Kostüme spielen nur eine Nebenrolle im Grau in Grau eines Labors. (Foto: Staatsoper/Frol Podlesnyi)
Wieder haben wir ein wichtiges Repertoire-Stück verloren Szenisch unkenntlich gemacht, versank Verdis Schiller-Oper in Mißfallenskundgebungen und teils erschreckendem gesanglichem Mittelmaß.
Verd...
Petrenkos Bruckner-Abenteuer
Mit Bruckners Fünfter hob die Konzertsaison in Berlin an. Die Aufführung unter Kirill Petrenkos Leitung begeisterte das Publikum, entzweite die Kommentatoren und wird heute, Sonntag Abend im Salzburger Festspielhaus wiederholt.
Kein Orchester kann seine Verehrer so auf dem Laufenden halten wie die Berliner Philharmoniker. Dank des – optisch wie ak...
Muti mit Bruckners Achter
SALZBURGER FESTSPIELE Der Maestro und das größte philharmonische Heiligtum
Der 83-jährige Dirigent nahm zum Komponisten-Jubiläum erstmals Bruckners Achte Symphonie ins Programm und erntete damit spontanen Jubel. Nein, kein Hochamt! Der Applaus kam – wie einst bei Karajan – sofort nach dem Schlussakkord. In jüngster Zeit folgen Bruckner-Aufführung...
Hoffmanns Erzählungen: So hat das Hoffmann sicher nicht erzählt!
Festspielpremiere in Salzburg mit Kathryn Lewek (Stella / Olympia / Antonia / Giulietta), Christian Van Horn (Lindorf / Coppélius / Dr. Miracle / Dapertutto), Benjamin Bernheim (Hoffmann) unter Marc Minkowski. Offenbachs „Contes d‘Hoffmann“ schwächeln unter Marc Minkowski musikalisch und sind dank Mariame Cléments Regie ein szenischer Totalausfall...
»Wiener Blut« in Baden
Sieglinde Feldhofer und Andy Lee Lang
Hier stimmt der Wiener Blutdruck In Michael Lakners Regie sieht Johann Strauß’ „Wiener Blut“ aus wie Johann Strauß’ „Wiener Blut“. Das Publikum applaudiert auch Andy Lee Langs Pointen.
Während man sich in Wien kaum um das berühmteste einheimische Theatergenre kümmert – oder wenn, dann jedenfalls ziemlich selt...