Kategoriearchiv: Feuilleton

Welser-Möst in Wien

Endlich wieder urwienerischer Klang! Franz Welser-Möst absolvierte nach der Erstbegegnung in Salzburg nun sein erstes Abonnementkonzert mit den Philharmonikern. Er ist der kommende Mann. Jetzt weiß man es mit Bestimmtheit.

Ein riskanteres, weil a priori jenseits jeglicher Effekthascherei und vordergründiger Wirkung angesiedeltes Programm hätte sic...

 

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Julia Stemberger

Diese Heilige war schon in St. Pauli Julia Stemberger widmet sich nach Musical, Film und umstrittenen TV-Produktionen einem höchst "ernsten" Projekt: Im Festival Osterklang gibt sie die Jeanne d'Arc.

In Wien hat sie schon alles erlebt: Verhätschelung durch die Medien, aber auch schmerzhafte Mißerfolge. An die Volksopern-Premiere von "Kiss Me Kate" erinnert sie sich mit gemischten Gefühlen: "Na ja, wenn einmal gebuht wird, dann steht man da und ist einfach privat auf der Bühne. Man ist aus dem Stück draußen und überlegt: Was tu ich jetzt? Dreh ich mich um und geh? Meine Mutter, immer meine Vertraute, hat dann gesagt: Lies die Kritiken nicht. Ich bin dann zur zweiten Vorstellung gegangen mit dieser Erfahrung in den Knochen. Und, ich weiß nicht, wo sie hergekommen ist, ich bin mit Freude auf...

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Leonie Rysanek

Kaiserin, Lichtgestalt, Ungeheuer Leonie Rysanek, zuletzt Präsidentin der Wiener Festwochen, über die Jahre hin aber vor allem eine der größten Sängerinnen unserer Zeit, ist tot. Erinnerungen an eine Unvergleichliche.

Die Kaiserin, das ist vermutlich das erste, was ein Wiener Musikfreund assoziiert, wenn der Name Leonie Rysanek fällt. Die »Frau ohne Schatten« von Richard Strauss war denn auch jene Rolle, in der die Qualitäten dieser Künstlerin sich am reinsten und innigsten offenbart haben. Eine Phrase wie "Dir Barak bin ich mich schuldig" konnte nur die Rysanek in jener Mischung aus Größe und Hingabe bewältigen, die den rechten Sinn der Wor...

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John Tomlinson

Wotan in Wien, Hagen in Bayreuth John Tomlinson singt am Sonntag erstmals in Wien den Wotan in der Gesamtaufführung von Wagners »Ring des Nibelungen«. Der englische Bassist im Gespräch über baritonale »Höhenflüge« und Rekorde in Bayreuth und anderswo.

Es ist kein Debüt, wie es aussehen mag, aber die erste aufsehenerregende Aufgabe für den 51jährigen Sänger in Wien: Am Sonntag ist er Wotan im »Rheingold«, danach der Göttervater in den folgenden »Ring«-Aufführungen. Bis dato hat John Tomlinson nur sehr wenige Abende in der Staatsoper gesungen, 1992 den Landgrafen im »Tannhäuser«, 1997 als Einspringer den Gurnemanz im »Parsifal«. "In Wahrheit habe ich aber schon 1987 hier debütiert", erzählt der Künstler, sonor, wie sich das für einen Bassisten gehört, und in fließendem Deutsch: "Als Sarast...

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John Tomlinson

Der Wotan in Wien, der Hagen in Bayreuth John Tomlinson singt am Sonntag erstmals in Wien den Wotan in der Gesamtaufführung von Wagners "Ring des Nibelungen". Der englische Bassist im Gespräch über baritonale "Höhenflüge" und Rekorde in Bayreuth und anderswo.

Es ist kein Debüt, wie es aussehen mag, aber die erste aufsehenerregende Aufgabe für den 51jährigen Sänger in Wien: Am Sonntag ist er Wotan im "Rheingold", danach der Göttervater in den folgenden "Ring"-Aufführungen. Bis dato hat John Tomlinson nur sehr wenige Abende in der Staatsoper gesungen, 1992 den Landgrafen im "Tannhäuser", 1997 als Einspringer den Gurnemanz im "Parsifal". "In Wahrheit habe ich aber schon 1987 hier debütiert", erzählt der Künstler, sonor, wie sich das für einen Bassisten gehört, und in fließendem Deutsch: "Als...

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Verdis »Vesper« in Wien

Der lange Weg zum kurzen Massaker Verdis "Sizilianische Vesper" ist schwer zu realisieren. Das weiß man. Man kann es in der Staatsoper jetzt wieder hören. Daß man es auch sehen muß, ist eine Übertreibung. Denn so schwer, wie Regisseur Wernicke tut, müßte es nicht sein.

Die Empörung des Publikums war beinahe einmütig: Die schwarze Treppe, die Herbe...

 

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Iohan Botha

»Ich habe zugesagt, abgesagt, zugesagt«

Johan Botha singt in der Staatsopern-Premiere von Verdis "Sizilianischer Vesper" auf einer steilen Treppe die gefürchtete Partie des Arrigo. Der südafrikanische Tenor über Schwierigkeitsgrade von Opernrollen, Karrieren und Inszenierungen.

Johan Botha ist innerhalb weniger Jahre zum Wiener Publikumsliebling geworden. Sowohl in der Volksoper als auch in der Staatsoper hat der Tenor aus Südafrika, Jahrgang 1965, Jubel geerntet; und zwar mit Rollen aus unterschiedlichsten Fächern. Er war der Rudolf in "La Boheme", der Pollione in "Norma", der Sou Chong im "Land des Lächelns", der Lohengrin und der Florestan im "Fidelio". Jetzt singt er den Arrigo in Verdis "Sizilianischer Vesper", eine der gefürchteten Partien im gerade noch nicht "heldischen" Tenorfach. "Es ist", gesteht der sympathisch offene Künstler im Gespräch, "die erste Rolle, vor der ich mich gefürchtet habe". Und das nicht, weil Regisseur Herbert Wernicke eine steile Treppe als Bühnenbild errichten ließ, über welche die Darsteller den Schwierigkeiten ihrer Partien zum Trotz, ihre Bühnenwege zu erledigen haben. "Das macht mir nichts aus", sagt Botha, "Ich sehe zwar wegen meiner Leibesfülle nicht so aus, aber ich bin schnell. In der Kupfer-"Boheme" in der Volksoper war ich zum Beispiel der Tenor, der am schnellsten über die Stiege in die Mansarde gekommen ist!"

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Hans Landesmann

»Die Osterfestspiele müssen bleiben« Hans Landesmann, Direktoriumsmitglied der Salzburger Festspiele, im Gespräch über österliche Drohungen und das neue Pfingstfestival.

Über die Zukunft des 1967 von Herbert von Karajan gegründeten Osterfestivals in Salzburg wird gerätselt und diskutiert, seit der Maestro gestorben ist. Zuerst sah es so aus, als könnte Sir Georg Solti Karajans Idee weitertragen. Dann aber erwiesen sich die "Sachzwänge" als stärker: Seit 1967 fungieren die Berliner Philharmoniker als Festspielorchester. Seit geraumer Zeit schießt der Berliner Senat viel Geld zu, um dieses Gastspiel seines wichtigsten Orchesters möglich zu machen. Und Chefdirigent der Berliner war nach 1989 nun einmal nicht Solti, sondern Claudio Abbado. In den Memoiren Sir Georgs ist nachzulesen, daß er si...

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Ostern, Pfingsten, Sommer in Salzburg

SALZBURG GEGEN BADEN BADEN? Osterfestspiele »müssen bleiben« Hans Landesmann, Direktoriumsmitglied der Salzburger Festspiele, im Gespräch über österliche Drohungen und das neue Pfingstfestival.

Über die Zukunft des 1967 von Herbert von Karajan gegründeten Osterfestivals in Salzburg wird gerätselt und diskutiert, seit der Maestro gestorben ist. Zuerst sah es so aus, als könnte Sir Georg Solti Karajans Idee weitertragen. Dann aber erwiesen sich die »Sachzwänge« als stärker: Seit 1967 fungieren die Berliner Philharmoniker als Festspielorchester. Seit geraumer Zeit schießt der Berliner Senat viel Geld zu, um dieses Gastspiel seines wichtigsten Orchesters möglich zu machen. Und Chefdirigent der Berliner war nach 1989 nun einmal nicht Solti, sondern Claudio Abbado. In den Memoiren Sir Georgs is...

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John Dew

Lehar, die Zukunft der Oper und des Musicals John Dew, deutscher Regisseur und Intendant, im Gespräch über seine für den Sommer geplante Wiener Operettenproduktion und die Theaterlandschaft in Deutschland.

John Dew, der heuer die Operettenproduktion des Wiener Musiksommers, Franz Lehars "Paganini", inszenieren wird, ist in Wien kein Unbekannter. Seine Inszenierung von Bellinis "Puritanern" steht seit einigen Jahren im Repertoire der Staatsoper - und der Regisseur sieht kaum Chancen, daß er demnächst wieder einmal im Haus am Ring arbeiten wird. Er ist nämlich einer jener Künstler, die der Überzeugung sind, daß das in Wien gepflegte Repertoire-System zu wenig Spielraum für gedeihliche Inszenierungsarbeit bietet. Darüber gehen die Ansichten allerdings auseinander. Das weiß Dew, denn er leite...

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