Kategoriearchiv: Interviews, Portraits
Leo Blech

Leo Blech war einer der führenden Dirigenten Berlins in der Zwischenkriegszeit und eine fixe Größe in der deutschen Musikszene. Nicht einmal der Machtantritt der Nationalsozialisten konnten diesen bedeutenden jüdischen Künstler so leicht aus dem Sattel heben. Blech, zum Zeitpunkt der Angelobung Hitlers bereis im 62. Lebensjahr, blieb noch vier Jahre in Berlin, ehe er 1937 emigrieren mußte.
Dieses schauerlich-bemerkenswerte Detail einer außergewöhnlichen Biographie wirft ein Licht auf die Wertschätzung, die Leo Blech genoß.
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Leopold Godowsky
1870 - 1938
Sein Biograph James Huneker nannte ihn den Pianist für Pianisten und das traf insofern zu, als die Kollegen vor Leopold Godowsky die größte Hochachtung hatten, das Publikum ihn jedoch zwar respektvoll anerkannte, aber nie aufs höchste Podest stellte. Merkwürdig war, daß dieser Künstler, von dessen technischen wie musikalischen Fertigkeiten die Pianisten regelmäßig zu schwärmen begannen im Konzertsaal - und auch vor Mikrophonen im Aufnahmestudio - weitaus weniger brillant und farbenreich musizierte wie im privaten Kreis. Nicht alle Connaisseurs empfanden das übrigens als Nachteil. Der strenge George Bernard Shaw meinte nach einer Aufführung von Schumanns Symphonischen Etüden die Tatsache, daß der Interpret hier nicht mit seinem unstreitig perfekten Virtuos...
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Albert Roussel
1869 - 1939 Er war einer der vielseitigsten Komponisten der Ära um 1900. Interessiert an allen Möglichkeiten musikalischer Innovation, übte sich Albert Roussel in sämtlichen Stilen seiner Zeit. Als begabten jungen Mann schickte man ihn 1884 nach Paris, wo er am Collège Stanislas studierte. Er machte Karriere bei der französischen Marine, wo er es bis zum Leutnant brachte. Den Nahen Osten bereiste er ebenso wie China, quittierte aber 1894 den Dienst, um sich in Paris ernsthaft der Musik zu widmen.
1898 trat er in die Schola Cantorum ein, um bei Vincent d'Indy zu studieren. Vier Jahre später war er so weit, die Kontrapunktklasse zu übernehmen. Eine ganze Generation von französischen Komponisten ging bei ihm in die Lehre, darunter Eric Satie, Edgard Varèse, aber auch Gäste aus dem Ausland, ...
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Ferruccio Busoni
1866 - 1924 Busoni stammte aus Florenz, war der Sohn eines italienischen Klarinettisten und einer deutschen Pianistin. Er konzertierte mit acht Jahren erstmals öffentlich in Triest und verbrachte etliche Jugendjahre in Graz.
Als Kind schrieb ich viel und gab gar manches verfrüht heraus. Schlecht beraten und selbst unerfahren...
So urteilte Ferruccio Busoni über sich selbst. Musik-Kenner sahen das erstaunlicherweise viel weniger kritisch. Selbst der gestrenge Eduard Hanslick bemerkte über den musizierenden Knaben:
Seit langer Zeit hat kein Wunderkind uns so sympathisch angesprochen wie der kleine Ferruccio Bunoni. Gerade weil er so wenig vom Wunderkind an sich hat hingegen viel vom guten Musiker. Sowohl als Pianist wie als angehender Compositeur (1876)
Die Mutter, Anna Weiss-Busoni, hat...
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Carl Nielsen
1865 - 1931 Der Däne Carl Nielsen war einer der führenden Komponisten im skandinavischen Raum am Beginn des XX. Jahrhunderts. Geboren 1865 als Sohn eines Malers und Dorfmusikanten, machte er erste musikalische Erfahrungen in dessen Dorfkapelle als Geiger.
Außerdem übte sich Carl Nielsen in kindlichem Alter auch im Trompetespielen. So konnte er 1879 ins Militärorchester von Odense eintreten und durfte als Stipendiat aber 1884 Violine, Klavier und Musiktheorie am Königlich Dänischen Konservatorium in Kopenhagen studieren. Mit ersten Kompositionen ließ Nielsen nach seinem Studienabschluß, 1888, aufhorchen. Als Opus 1 firmierte eine Kleine Suite für Streicher. 1889 wurde Nielsen Geiger im königlichen Orchester. Im Jahr darauf trat er einen Studienaufenthalt in Deutschland an, nicht zuletzt um...
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Beethoven und Steibelt
mehr über Daniel Steibelt Zu den schon damals schlagzeilenträchtigten Kapiteln in Beethovens Leben zählt der friedliche Wettstreit mit dem fünf Jahre älteren Pianisten-Komponisten Daniel Steibelt. Steibelt wurde in ganz Europa als Solist gefeiert und stieß in Wien erstmals auf einen übermächtigen Gegner. Die Vorauspropaganda für Steibelts Einzug in Wien war gleichwohl perfekt. Es funktionierte, wie es überall funktioniert hatte: Die Musikfreunde der Stadt waren gefaßt auf eine außerordentliche künstlerische Begegnung. Selbst Beethovens Verehrer vermuteten, der mittlerweile zum Wiener Publikumsliebling aufgestiegene Komponist würde nun seinen Meister finden. Und anläßlich der ersten Begegnung der beiden Künstler sah es auch ganz so aus, als müßte Beethoven nun klein beigeben. Das Treffen fa...
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Der junge Richard Strauss
SINKOPHON: »Wie Strauss Strauss wurde«
https://media.sinkothek.at/AUDIO/derjungestrauss.mp3
Richard Strauss war der musikalisch eminent talentierte Sproß des Münchner Hornisten Franz Strauss und dessen Frau, einer geborenen Pschorr. Der Komponist stammte also von einem Mitglied der Münchner Hofkapelle und der legendären Bierbrauerdynastie ab. Er hat schon im KIndesalter begonnen, Musik zu komponieren. Improvisierend am Klavier gelang ihm eine wohlgeformte Polka samt Einleitung und Trio, die freilich noch der Vater notieren mußte: Klein Richard konnte noch keine Noten lesen, geschweige denn schreiben.
Die Messe des Agnostikers Bald versuchte sich der angehende Komponist auch theoretisch zu perfektionieren. Als 13jähriger begann er, den Text des Mess-Ordinariums zu vertonen, für den ...
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Moriz Rosenhal
1862 - 1946
Den direkten Liszt-Abkömmling Rosenthal hielten viele Zeitgenossen für den größten aller Pianisten. Er seinerseits soll aber nie auch nur ein freundliches Wort über einen Kollegen verloren haben.
→ ROSENTHAL-ANEKDOTEN Der strenge Eduard Hanslick kritisierte am allseits als überwältigend empfundenen Spiel des jungen Rosenthal ein »Ungestüm«, von dem er hoffte, es werde sich mit der Zeit legen, »wie es sich ja auch bei Liszt und Tausig später gelegt hat.« Die erhaltenen Aufnahmen dokumentieren das Spiel eines alten Mannes, der wohl jenes »Ungestüm« längst eingebüßt hatte, aber für die dankbaren Nachgeborenen noch Beweisstücke jener klanglichen Sensibilität und Liebe zur Tonschönheit dokumentieren, die für die romantische Schule essentiell waren. Rosenthals Aufnahme von → Liszt...
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Max Fiedler
1859 - 1939
Max Fiedler war einer der führenden Dirigenten seiner Generation, zog es aber vor, seßhaft zu bleiben und nach Bindungen an Hamburg (auch als Konservatoriums-Direktor) und an die Berliner Philharmoniker über viele Jahre das Musikleben in Essen zu prägen, statt allzuviel herumzureisen. Das - nebst vielleicht der Tatsache, daß Fiedler vor allem im Konzert brillierte und kaum je Opern dirigierte - ist wohl der Hauptgrund, warum sein Name nicht jenen Stellenwert in der Erinnerung der Musikwelt gewann, den er angesichts beeindruckender interpretatorischer Leitungen verdient hätte.
Brahms' Anwalt
Die Zeitgenossen verbanden seinen Namen vor allem mit profunden Aufführungen der Symphonik von Johannes Brahms. Immer dirigierte gab Fiedler ganze Brahms-Abende, die bald legendären Status erlangten. Immerhin führte die künstlerische Ahnengalerie des Dirigenten direkt zu Brahms zurück, der den jungen Solisten kannte und ihn angeblich sogar einmal gebeten haben soll, an seiner Stelle an einer Aufführung seines B-Dur-Klavierkonzerts mitzuwirken, was Fiedler aber bescheiden abgelehnt haben soll.
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