kam am 12. Oktober 1886 in Berlin zur Welt
In Berlin ausgebildet, debütierte die Sopranistin 1910an der Berliner Sommer-Oper als Elsa in Wagners »Lohengrin«. Engagements in Würzburg und Köln führten sie 1923 an die Wiener Staatsoper, deren Ensemblemitglied sie bis 1939 war.
Schon in Köln hatte sie sich für Novitäten und Raritäten engageiert, sang in den Ur- und Erstaufführungen von Humperdincks »Königskinder« und Liszts »Die heilige Elisabeth«, aber auch dem »Der Rosenkavalier« von Richard Strauss.
In Wien war sie die Titelheldin in Franz Schmidts zweiter Oper, »Fredegundis«, die viel beachtet 1923 zur Uraufführung kam, aber auf Grund des dramaturgisch und sprachlich unzulänglichen Librettos trotz bedeutender Musik wieder von der Bühne verschwand. Bei denFestspielen von Salzburg war A...
Der »Kna«
1888 - 1965
Er war der deklarierte Liebling der Orchestermusiker - und des Publikums. Probiert hat er selten. Seine Maxime lautete: Sie kennen das Stück, ich kenn' den Saal.In der Regel genügte das, um inspirierte Aufführungen, oft auch Sternstunden zu generieren. Bei »Kna«, wie er liebevoll genannt wurde, reagierten die Musiker auf jeden kleinsten Wink, auf jeden kurzen Blick. Und wenn er sich von seinem Hocker erhob, dann ereigneten sich bei Bruckner-Symphonien oder Wagner-Opern Steigerungen, wie sie - nach übereinstimmender Aussage von Zeitzeugen - kein anderer Dirigent hervorzurufen imstande war.
Man muß zu Livemitschnitten greifen, um ahnen zu können, welche Energien eine solche Knappertsbusch-Aufführung freisetzen konnte. Im Schallplattenstudio war er auf Grund der genannt...
In die Geschichte eingegangen ist diese Geigerin als jene Frau, die Béla Bartók zur Komposition seines ersten Violinkonzerts inspiriert hat. Die unerwiderte Liebe portraitierte der Komponist durch ein zweisätziges Werk, in dem zunächst das Idealbild einer Liebe gezeichnet wird, danach eine verzerrte Karikatur des enttäuschten Verehrers. Das Werk wurde in Form eines eigenständigen Orchesterwerks als Két kép (»Deux Portraits«) veröffentlicht und erst lange nach Bartóks Tod als Erstes Violinkonzert dechiffriert.
Bartók hatte die Originalfassung an die verehrte Künstlerin geschickt, die es aber nie gespielt hat. Es kam erst zwei Jahre nach ihrem Tod erstmals in der ursprünglichen Gestalt zur Aufführung.
Stefi Geyer war - wie → Joseph Szigeti - aus ...
1887 - 1974
Atterberg war Ingenieur, aber auch im schwedischen Musikleben omnipräsent. Er arbeitete von 1913 an zehn Jahre lang als Dirigent am Königlichen Theater Stockholm. Ab 1924 war er Präsident (ab 1947 Ehrenpräsident) der schwedischen Komponistenvereinigung. 1919 bis 1957 fungierte er auch als Musikkritiker der »Stockholms-Tidningen«.Sein kompositorisches Werk ist umfangreich. Neben fünf Opern schuf Atterberg auch neun Symphonien.
Die Erste steht in jeder Hinsicht als Auftakt vor Atterbergs Karriere: Der Komponist reichte die ersten drei vollendeten Sätze des Werks bei der Königlichen Akademie Stockholm ein, um ein Reise-Stipendium zu erhalten. Er wollte Deutschland kennenlernen und Aufführungen besuchen. Zurück in Schweden, komponierte er das Finale der Symphonie, dem er einleitend...
Der »Altösterreicher« Benatzky kam als Rudolph Josef František Benatzky in Mährisch-Budwitz zur Welt, studierte unter anderem bei Antonín Dvořák in Prag und Felix Mottl in München, inskribierte sich aber auch an der Universität Wien für Germanistik und Philosophie. Seine Doktorarbeit schrieb er über Goethe und das Volkslied.
1883 - 1965
Edgar Varèse galt bereits in jungen Jahren als interessanter Kopf unter den Komponisten seiner Zeit. Hugo von Hofmannsthal wurde auf den jungen Mann aufmerksam gemacht und enmpfahl ihn an Richard Strauss, mit dem Verèse in seiner Berliner Zeit tatsächlich in Kontakt stand, wenn er ihn damals auch nicht mehr als Vorbild in Sachen musikalischen Frotschritts empfinden konnte. Hofmannsthals Drama Œdipus und die Sphinx diente Varèse als Vorlage für ein Opern-Projekt, das nicht über das Skizzenstadium hinauskam.
Ein eigensinniges Talent
Jedenfalls redete man früh von dem Künstler, der sich als einer der großen Querköpfe der Neuen Musik entpuppen sollte und eine ganz eigene, unverwechselbare Sprache entwickelte.
In die Weige gelegt war ihm diese Karriere nicht. Der Vater wollte eine...
Abendroth, der zunächst als Buchhändler sein Brot verdient hatte, repräsentierte die deutsche Kapellmeistertradition in Reinkultur - seine Aufnahmen zeichnen sich durch dramatischen Atem und Leidenschaft aus, verraten aber auch perfekte Formbeherrschung. Daß er ein Zeitgenosse Furtwänglers war, ist deutlich zu hören - nicht nur auf den Mitschnitten der Meistersinger von Nürnberg von den Kriegsfestspielen in Bayreuth, die beide Kapellmeister im selben Jahr dirigiert haben.
Nach 1945 wurde Abendroth zu einem führen...
Eine „geistige und körperliche Befreiung unserer Bewohner“ war das Ziel – große Worte, gesprochen von einem der berühmtesten Musiker seiner Zeit, der hie und da lieber politische Reden hielt, als dass er auf dem Konzertpodium Beethoven oder Tschaikowsky spielte.
Bronisław Huberman war einer der größten Geiger des 20. Jahrhunderts. Er war aber auch ein Mann, der sich leidenschaftlich für Richard Coudenhove-Kalergis Paneuropa-Idee engagierte und deren Popularisierung einen eminenten Anteil seiner Zeit und Energie widmete.
Das war, lang bevor die Zeitläufte Huberman unwiderruflich dazu zwangen, als Pole und Jude Konsequenzen zu ziehen und in Palästina gewissermaßen einen Gegenentwurf zu seinen philanthropischen europäischen Visionen ins Werk zu setzen. Mit demselben Impetus, mit dem er zuvor den paneuropäischen Gedanken verfochten hatte, kämpfte der allseits umworbene Musiker für die Etablierung eines jüdischen Orchesters, aus dem sich später Israel Philharmonic entwickelt sollte.
Der Komponist (1882 - 1964), fototrafiert von Anton J. Trčka (1893-1940)
Steirischer Impressionismus
Er war einer der wichtigsten Vertreter der österreichischen Spätromantik um die Mitte des 20. Jahrhunderts: Joseph Marx, hörbar ein Zeitgenosse von Richard Strauss. Seine Musik ist prachtvoll, klangschwelgerisch, bietet sozusagen die steirische Synthese aus französischem Impressionismus und deutscher Nachwagner’scher Tradition.Der Grazer, virtuoser Pianist und wortgewandter Anwalt einer an der Tradition geschulten, die Tonalität wahrenden, aber phantasievoll erweiternden musikalischen Moderne, war als Lehrer eine der prägenden Persönlichkeiten des österreichischen Musiklebens der Zwischen- und Nachkriegsära.
Sie war die »Jeanne d'arc des Cembalos«. In Zeiten, in denen es kaum eine Spieltradition auf diesem historischen Instrument gab, widmete sie sich ganz der barocken Literatur, die sie erstmals wieder konsequent auf dem »richtigen« Instrument wiedergab. Wenn auch der ungeheure Popularisierungs-Schub, den die barocke Klaviermusik und die sogenannte Originalklangpraxis dadurch erfuhren, auf einem von Pleyel eigens für die Landowska gebauten, riesigen Instrument gelang, dessen klangliche Eigenschaften sich zu jenen der originalgetreuen Nachbauten, die heutzutage in Verwendung sind, wie ein Düsenjet zu einem Papierflieger verhielt.
Wie auch immer: Wanda Landowska wurde zu einer Pionierin, deren Aufnahmen nach wie vor verraten, was die Zeitgenossen an ihren Interpretationen so fasziniert hat. Landowska ging mit der Neugier eines guten Opernregisseurs an die »Libretti« heran, die sie in den Notenausgaben barocker Musik vorfand: Nicht selten sprach sie etwa von bestimmten Scarlatti-Sonaten als »Miniaturdramen« und spielte sie auch mit entsprechender Verve und Erzählfreude: Wie eine gute Rezitatorin entlockte sie der Stimme ihres Instruments die unglaublichsten Schattierungen.