Aus dem Dresdner Kreuzchor in die große Opernwelt
Nachruf. Peter Schreier, einer der führenden lyrischen Tenöre des 20. Jahrhunderts, starb 84-jährig am Stephanitag. Als Aushängeschild der Kulturpolitik der DDR war er dennoch herausragender Interpret geistlicher Oratorienliteratur, außerdem Meister des Liedes und internationaler Opernstar.
Wie viele Musikfreunde haben seine Stimme wohl in den vergangenen Tagen in einer seiner Aufnahmen von Bachs "Weihnachtsoratorium" gehört? Vielleicht gerade am Stephanitag, als die Meldung vom Tod des deutschen Tenors bekannt wurde . . .
Aufnahmen des "Weihnachtsoratoriums" dokumentieren Peter Schreiers kü...
Ein Hoch auf die höhere Theater-Blödelei
Im Gespräch. Franzobel schreibt für die konzertante Silvesteraufführung der "Fledermaus" unter Alexander Joel im Brucknerhaus die neuen, zeitbezogenen Texte für die Auftritte des Frosch. Wolfgang Böck wird die Paraderolle spielen.
Lieber - ja, ich stocke schon: heißt es nun Herr Franzobel, oder besser lieber Franzobel; und wie spricht man den Namen richtig aus? Hat das E noch eine Betonung? Wenn wir uns über Operette unterhalten, sollten wir solche grundmusikalischen Fragen vorab klären . . .
Franzobel: Ich weiß es selbst nicht. Da der Name ohne etymologisches Senkblei in der Luft schwebt, ist jede Aussprache möglich, aber eine finale E-Betonung gefällt mir.
Also, lieber Franzobel, erinnern Sie sich noch an Ihre erste "Fledermaus"?
Ich bin auf dem L...
Beginnt wieder die Hetze gegen das Neujahrskonzert?
Nun gilt nicht mehr nur die Institution des Neujahrskonzerts als politisch inkorrekt, sondern auch der gute alte Radetzkymarsch!
Es war Nikolaus Harnoncourt, der eines seiner Neujahrskonzerte mit dem Radetzkymarsch nicht nur beendete, sondern auch begann. Denn der Originalklangpionier wollte sich ...
Nachruf.
Der Dirigent, den alle liebten
Mariss Jansons, der lettische Maestro, der von Oslo aus seine Weltkarriere startete, starb am Sonntag im Alter von 76 Jahren nach langer Krankheit in St. Petersburg. Kommende Auftritte hätten ihn nach Wien und Salzburg geführt.
Ein Diktator am Pult war er nicht. Im Gegenteil. Es lässt sich schwer ein herzlicherer, gutmütigerer Mann denken, dem der Weltruhm so gar nicht zu Kopf gestiegen ist. Mariss Jansons war durchdrungen von der Mission der Musik; und das verstand er, wohlgemerkt, nie als seine, sondern als eine Verpflichtung der besonders begabten Menschen zum Wohle aller. Er wollte ein Teil davon s...