Alle Beiträge von sinkothekar

Marseillaise und Kaiserlied

Völker, hört die Signale: Agitation nach Noten
Hymnen und Revolutionslieder. Auch unter Melodien sind manche gleicher als gleich: Die "Internationale" mag populär sein, die "Marseillaise" ist es noch viel mehr. Wie Europas Nationen auch um Musik gerungen haben.

Das war sicher nicht beabsichtigt: Die Musiker des Salzburger "Jedermann"-Ensembles hab...

 

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SALZBURG, ELITÄR

LEITARTIKEL
Die Salzburger Festspiele dürfen, ja müssen elitär und exklusiv sein
Das teuerste Festival der Welt darf sich nicht mit Allerweltsprogrammatik rechtfertigen. Die Maximierung des Kartenangebots hat ihm geschadet.
Die Salzburger Festspiele gehen in die Schlussrunde. Die großen Premieren sind vorbei. Und via Agentur werden bereits erste b...

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Antiken-Opern

Ganz schön alt schauen sie aus, die griechischen Helden
Einst wimmelte es in der Oper nur so vor mythologischem Personal. Salzburg spielt die >Iphigenie<. Sonst schert man sich aber kaum um ihresgleichen. @LR von Wilhelm Sinkovicz
Mythologische Gestalten gehören zu den bevorzugten Opernhelden. Nicht erst bei Richard Wagner. Der Bayreuthe...

 

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Lorenzo Viotti

Ein Talent, vielleicht bald ein Star
Young Conductors. Lorenzo Viotti (25) demonstrierte beim Dirigentenwettbewerb der Salzburger Festspiele, was wirkliche kapellmeisterische Begabung ist. Er gewann haushoch.

Wer den jungen Mann von seiner Studienzeit - in der Dirigentenklasse von Georg Mark am Konservatorium - kennt, wusste: Wenn dieser Lorenzo V...

 

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PLÄDOYER FÜR DEN APPLAUS

GLOSSE
Wann darf der gebildete Musikfreund klatschen, wann muss er, wann soll er ergriffen sein?
Plädoyer für den Applaus nach Gefühl
Manchmal wird zu viel applaudiert. Man sieht es an den Mienen der Künstler, "den Dank erhofft ich nicht", scheinen sie mit Monostatos zu seufzen. Tatsächlich kann frenetisches Händeklatschen Stimmungen töten.
Zuweile...

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Gerhard Lampersberg

CHRISTINE LAVANT – GERHARD LAMPERSBERG

Ehrenrettung für einen,
den Thomas Bernhard zum Antihelden machte

Carinthischer Sommer. Das Merlin-Ensemble und Andrea Eckert gedenken des 100. Geburtstags von Christine Lavant und des Komponisten Gerhard Lampersberg, dessen Nachruhm Thomas Bernhard einst so schwer beschädigt hat. Nun verschmilzt seine Musik mit Worten der Dichterin.

Ich will vom Leiden endlich alles wissen“, lautet der Titel einer höchst ungewöhnlichen V eranstaltung, die demnächst beim Carinthischen Sommer aus Anlass des 100. Geburtstags der Dichterin Christine Lavant und zum Gedenken an den Komponisten Gerhard Lampersberg über die Bühne geht.

Auf Anregung des Intendanten des Festivals, Thomas Daniel Schlee, hat Martin Walchs Merlin-Ensemble mit Andrea Eckert eine von Hermann Beil gestaltete halb szenische Collage aus Dichtung und Musik erarbeitet.

Schlee freut sich, daß er sich in seiner letzten Spielzeit einen „lang gehegten Wunsch“ erfüllen konnte: „Zum einen war es mir wichtig, etwas für Christine Lavant zu tun, zum andern habe ich lang geträumt von einer Hommage an Lampersberg, einer Würdigung dieses Komponisten, die über die Aufführung einiger weniger Stücke in einem Konzert hinausgeht.“

Selbst für das informierte Lese- und Musikpublikum gelten sowohl Lavant als auch Lampersberg als „schwierige“ Künstler, wobei beim Komponisten die Tatsache erschwerend hinzukommt, daß er von Thomas Bernhard zum (Anti-) Helden seines Romans „Holzfällen“ gemacht wurde, was einen Rechtsstreit inklusive Beschlagnahme des Bernhard-Titels nach sich zog. Das hat den Nachruhm Lampersbergs nachhaltig beschädigt, doch weiß Schlee als Sohn eines bedeutenden Musikverlegers ein bisschen mehr über die wahren Begebenheiten als der österreichische Kulturtratsch. „Ich kann mich noch gut erinnern“, sagt er, „daß meine Eltern von der künstlerischen Zusammenarbeit Bernhards mit Lampersberg begeistert waren.“

Der Landsitz des Komponisten, der Tonhof, war über viele Jahre Treffpunkt einer Elite junger Künstler, vor allem des Schriftstellernachwuchses, mit dem Lampersberg gern zusammengearbeitet hat. Die Zusammenkünfte auf dem Tonhof waren für manch berühmte Literaten erste Bewährungsproben. „Meine eigenen Begegnungen mit beiden Lampersbergs waren sehr eindrucksvoll“, erzählt Schlee: „Maja und Gerhard Lampersberg waren unwahrscheinlich verschieden, aber die Distinguiertheit und Belesenheit beider war unbeschreiblich. Lampersberg erarbeitete mit dem jungen Bernhard eine Kammeroper mit dem Titel ,Die Köpfe‘. Es folgten auch Arbeiten mit H. C. Artmann und vielen anderen.“ Aber auch an das musikalische Werk Lampersbergs sollte die Fachwelt sich wieder erinnern, meint Schlee.

Merlin-Pianist Till Alexander Körber gibt ihm recht: „Wir haben etliche Werke durchgespielt und sind auf faszinierende Musik gestoßen. Man sagt immer, Lampersberg knüpfe an den späten Webern an. Das stimmt vielleicht. Aber er reduziert noch weiter, legt die Strukturen klar, wodurch die Stücke für den Hörer auch beim ersten Hören gut nachvollziehbar werden.“

In Zusammenarbeit mit Andrea Eckert, die seit Langem von einer Lavant-Lesung geträumt hatte, ergab sich dann ein quasi polyphones Miteinander von Literatur und Musik. „Eine szenische Sonate“, wie Körber es nennt, von Hermann Beil „inszeniert“, was „nicht zu illustrativen Effekten“ führen wird, wie der Pianist versichert, sondern zu einer Gleichwertigkeit von Musik und Sprache. „In diesem Zusammenhang wirkt Lampersbergs Musik dann wirklich stark!“ Diese „Musik der leisen Berührung“, wie Intendant Schlee das formuliert, dem auf diese Weise durchaus ein Coup gelingen könnte.

Dialoge in der Oper

SALZBURGER FESTSPIELE 2015
Gesprochenes Wort gehört zur deutschen Oper von Mozarts "Entführung" bis zu Webers "Freischütz", darf aber bei "Fidelio" diesmal nicht sein.
Was darf ein Regisseur aus einem Stück einfach weglassen?
Am meisten erregten sich die Pausengespräche anlässlich der "Fidelio"- Premiere im Salzburger Festspielhaus über die Absenz ...

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Immer „Fidelio“

Wie Beethoven mit Musik Politik machte
Das Hohelied der Gattenliebe wird im Finale des großen Opernklassikers gesungen. Die Klänge sind von Anfang an zu Zwecken der politischen Machtdemonstration ge- und missbraucht worden. Schon der Komponist selbst hat daran willig mitgewirkt.

Immer wird "Fidelio" gespielt, wenn es ums Besiegeln politischer Fak...

 

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Daniela Fally

Mit Inbrunst in die Herzen singen"
Im Gespräch. Daniela Fally, die am kommenden Samstag in Klosterneuburg als Gilda in Verdis "Rigoletto" debütiert, über Heimatverbundenheit und sanfte Karriere-Entwicklung.
Daniela Fally debütiert als Gilda in Verdis "Rigoletto". Nicht in einem Opernhaus, sondern auf der Freilichtbühne des Sommerfestivals von Klosterneuburg. Das hat durchaus Methode, wie die Sopranistin zu erzählen weiß.
Aber der Reihe nach: "Nein, meine erste "Rigoletto"-Erfahrung habe ich nicht bei einer Live-Aufführung gemacht. Ich habe die DVD mit Edita Gruberova und Luciano Pavarotti angeschaut. Ich weine ja selten in der Oper. Aber da war ich so berührt, dass mir die Tränen gekommen sind."

Entsprechend ausdrucksgeladen versteht Daniela Fally auch die Rolle der Gilda: "Die braucht vi...

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Zukunftsvisionen

WAS DÜRFEN WIR ERWARTEN?
Solang sie im Musikverein noch Bruckners Achte spielen . . .
Klassik. Betrachtungen und Befürchtungen eines Musikkritikers über eine Zeit, in der es vielleicht noch Musikkritiker, aber möglicherweise kein regelmäßiges Opernleben mehr geben wird. Und die stille Hoffnung, daß die Lage auf gut Wienerisch hoffnungslos, aber nic...

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