Alle Beiträge von sinkothekar

Zweimal »Titus«

Mozarts letzte Oper, in der Regel ein Sorgenkind des großen Repertoires, weil der Komponist selbst nicht die gesamte Partitur schreiben konnte, sondern in der Eile viele der Rezitative von seinem Schüler Süßmayr verfassen ließ, kommt dieser Tage gleich zweimal in Österreich auf die Bühne: Bei den Wiener Festwochen zeigt der neue Intendant seine unsägliche Zürcher Produktion des Werks, bei den Salzburger Pfingstkonzerten bringt Intendantin Cecilia Bartoli eine Neuinszenierung heraus und singt selbst den Sextus.

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Eine Schubert-Offenbarung

Von Schuberts »Unvollendeter« gibt es tatsächlich eine unüberschaubare Fülle von Aufnahmen. Jüngst griff ich aus meinem CD-Regal wieder eine der ältesten heraus – und kam aus dem Staunen nicht heraus.

Gewiß, es ist mühsam, sich durch Nebengeräusche wie Rauschen und Knacken »hindurchzuhören«, die eine Aufnahme aus dem Jahr 1828 zwangsläufig begleiten. Aber, was die Staatskapelle Berlin da zur Zelebration von Schuberts 100. Todestag hören läßt, ist für Musikfreunde des XXI. Jahrhunderts höchst aufschlußreich: Schubert, der Expressionist, ist da zu entdecken – in einer Unbedingtheit, die später nur wenige Dirigenten; und heute keiner mehr gewagt haben. Und das bei erstaunlich diszipliniertem Orchesterspiel.

Wer für 25 Minuten auf Digitaltechnik und polierte Oberfläche verzichten kann, sollte sich daran wagen!

FRANZ SCHALK DIRIGIERT SCHUBERT

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Thielemanns Berliner Einstand: »Die schweigsame Frau«

Der designierte Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper »Unter den Linden« präsentiert sich in seinem neuen Haus im Juli 2025 mit einer Oper von Richard Strauss, die er noch nie dirigiert hat: »Die schweigsame Frau«. Das ist für Thielemann-Verehrer wie für Straussianer gleich spannend – aus vielerlei Gründen.

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Berlin in Prag

Smetanas »Vaterland« (»Ma Vlast«), gespielt von den Berliner Philharmonikern unter Kirill Petrenko.

Die Berliner Philharmoniker übernahmen heuer den prestigeträchtigen Eröffnungstermin des Festivals Prager Frühling. Traditionsgemäß wird im Smetana-Saal die patriotische Folge von sechs Tondichtungen »Mein Vaterland« gespielt – diesmal unter der Leitung von Kirill Petrenko.

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Eine Frau am Pult der Philharmoniker…

APERÇU

Diskutieren wir, bitte, über Wiens Meisterorchester - und über junge Damen und Herren, die rasch Karriere machen... Eine Frau am Pult der Philharmoniker -- Diese Schlagzeile hat schon des öfteren für Aufsehen gesorgt. Immer konnten die Wiener Philharmoniker die Behauptung, sie würden erstmals von einer Dirigentin geleitet, widerlegen: Denn ...

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Frankfurt traut sich was

Den spannendsten Spielplan der kommenden Saison hat mit Sicherheit der Frankfurter Opernchef Bernd Loebe zusammengestellt – jedenfalls, was die Premieren-Planung angeht: Elf Neuproduktionen bietet Loebe in der Spielzeit 2024/25 im Opernhaus Frankfurt, nur zwei betreffen das sogenannte »Kernrepertoire«, alle übrigen reichern das Repertoire um Werke aus dem Barock und dem XX. Jahrhundert an.

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Beethovens Neunte ist 200

Ein Feuilleton zum Geburtstag einer nach wie vor rätselhaften, großen Symphonie.

»Die Presse«, 7. V. 2024

Freude! Oder doch: Freiheit? Es hat viel Staub aufgewirbelt, daß der Dirigent Leonard Bernstein bei seinem legendären Konzert, zu dem er unmittelbar nach dem Fall der Berliner Mauer Musiker und Sänger aus aller Herren Länder gebeten hat, de...

 

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Wie wir die Oper vorsätzlich ruinieren

»Lohengrin« an der Wiener Staatsoper: Von Christian Thielemann brillant dirigiert in einer – abgesehen von der furiosen Ortrud der Anja Kampe – mittelprächtig blassen Sängerbesetzung; und in scheußlichen Dekors von Anna Viebrock – die Besetzungen können künftig wechseln, den Gralsritter, der aus der Kanalisation kommt, haben wir jetzt viele Jahre l...

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Joana Mallwitz überrascht von Münchner Gerüchten

Joana Mallwitz wird von deutschen Medien als Favoritin für den Posten der musikalischen Leitung der Bayerischen Staatsoper gehandelt. In München gab es zuletzt Gerüchte, die 37-jährige Dirigentin aus Hildesheim könnte die Nachfolge von Intendant Serge Dorny und Generalmusikdirektor Vladimir Jurowski antreten; sie würde, so die Gerüchte, an der Seite des derzeitigen Stuttgarter Intendanten Viktor Schoner die Führung im Nationaltheater übernehmen. 

Mallwitz gab sich überrascht über die einschlägigen Meldungen. Sie hätte, so ein Vertratuer der Dirigentin, aus der Zeitung von den Gerüchten erfahren. Es hätte bis dato keine Gespräche mit dem bayerischen Kulturministerium gegeben. Wahr sei freilich, dass das Orchester Mallwitz schätze; nach ersten Aufführungsserien haben die Musiker sie zu einem ihrer Akademiekonzerte eingeladen.

Derzeit bemüht sich der amtierende Direktor, Serge Dorny, um eine Vertragsverlängerung über 2026 hinaus.

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Schmidts »Fredigundis«

Ein Livemitschnitt von 1979 aus dem Wiener Musikverein, zum Franz-Schmidt-Jahr endlich auf CD.

ORFEO, 2024

Eine Oper über die Goten? Das komme nicht in Frage, ätzte Richard Strauss einst über einen einschlägigen Vorschlag, inspiriert vom damals populären Roman Felix Dahns, »Der Kampf um Rom«. Der bedeutende Symphoniker Franz Schmidt ist auf den Stoff hereingefallen: Nach seinem Opernerstling, der nicht nur wegen des hitparadentauglichen Zwischenspiels hörenswerten »Notre Dame«, komponierte er ein Musikdrama um die schöne rothaarige »Fredigundis«, die Mord und Totschlag in Kauf nahm, um an die Macht zu kommen.

 

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