Friedrich Nietzsche nannte ihn den schönen Zwischenfall der deutschen Musik. Tatsächlich scheint Sonnenschein die musikalische Welt dieses Komponisten zu durchfluten. Hellere, freundliche Musik als er sie zu weilen geschrieben hat, hört man nicht nur in der deutschen Romantik selten.
1806 - 1826
Juan Crisostomo de Arriaga wurde gerade einmal 20 Jahre alt und darf doch als einer der bemerkenswertesten Komponisten der Epoche »zwischen« Klassik und Romantik gelten. Geboren wurde der gern als »spanischer Mozart« titulierte Komponist in Bilbao als Sohn einer wohlhabenden Familie, die gute Beziehungen zum spanischen Königshaus pflegte. Der talentierte junge Mann, der autodidaktisch bereits mit elf ein Divertimento Nada y mucho und mit 13 eine zweiaktige Oper namens Die glücklichen Sklaven komponierte, die in Bilbao 1820 uraufgeführt wurde, durfte 1821 nach Paris reisen. Dort wurde er Luigi Cherubini vorgestellt, der damals einer der Inspektoren des Pariser Konservatoriums war. Arriaga studierte bei Pierre Baillot Kontrapunkt und bei Fetis und Violine.
Ausgebildet bei Reicha und Boieldieu, ließ Adam zunächst mit kleinen, romantischen Klavierstücken aufhorchen. 1829 brachte er seinen Zweiakter Pierre et Catherine an der Pariser Opéra-Comique heraus, dem sechs Jahre später der Postillon de Lonjumeau folgte.Damit war Adam einer der erfolgreichsten Meister der Opéra comique.
Hector Berlioz schuf das Werk ausdrücklich als »Drame musical«, das im Gefolge von Beethovens »Pastorale« der Programm-Musik neue Bahnen wies.
So ungeniert hatte zuvor kein Komponist seine Befindlichkeit in Musik zu setzen gewagt: Hector Berlioz versuchte mit seiner Fantastischen Symphonie&nbs...
1803 - 1869
Enfant terrible und Begründer der französischen Romantik -- Meister der Orchestrierungskunst -- Musik-Feuilletonist
Groß geworden in der väterlichen Bibliothek, war Hector Berlioz zeitlebens ein Homme de lettres und verband alle seine musikalischen Pläne mit hochfliegenden außermusikalischen Fantasien.
Symphonie fantastique
Seine ersten bedeutenden Werke, die bis heute popläre → Sinfonie fantastique und die Huit scènes de Faust waren bereits vollendet, als ihm 1830/31 für die Kantate La dernière nuit de Sardanapale der begehrte Rom-Preis und damit das Adelsprädikat der musikalischen Öffentlichkeit Frankreichs zugesprochen wurde.
Lélio und Lear
In Rom entstanden die Fortsetzung der Symphonie, Lélio ou Le retour à la vie und die erste ...
Wir alten eingefleischten Wagnerianer sind doch die dankbarsten Bellini- und Rossini-Hörer.
Friedrich Nietzsche (1881)
Der Sizilianer Bellini stammte aus einer Musikerfamilie in Catania und studierte am Real Conservatorio di Musica in Neapel. In Neapel erlebte er auch seine erste Uraufführung: 1825 kam Adelson e Salvini heraus. In den Jahren bis zu seiner ersten Opern-Uraufführun...
Was heißt "Belcanto"?
Rossini, Bellini, Donizetti und die große Tradition
Die Belcanto-Ära, das ist in aller Regel die Bezeichnung für die Zeit Gioacchino Rossinis, Vincenzo Bellinis und Gaetano Donizettis in Italien. Doch ist die Bedeutung des Wortes »Belcanto« weitaus umfassender und greift auf die Gesangstradition der italienischen Oper des Baro...
Musik für Geige, Cello und Klavier - es liegt nahe, in dieser seit der Wiener Klassik etablierten kammermusikalischen Gattung eine Weiterentwicklung der barocken Triosonate zu sehen. Doch in Wahrheit geht die Gattung eher auf die »begleitete« Klaviersonate zurück - und damit auf eine pädagogische Tradition: Der Lehrer begleitete den Klavierstudente...
Staatsoper, 9. Dezember 2000
Winterstarre im Kostümpanzer
Edita Gruberova hat sich eine weitere Donizetti-Oper gewünscht. Die Wiener Staatsoper gehorchte und zeigt jetzt angeblich »Roberto Devereux«, in Wahrheit aber eine der langweiligsten, inszenatorisch unzulänglichsten Produktionen aller Zeiten.
Die Frage, wozu diese Premiere nötig war, wird wohl nie beantwortet werden können. Edita Gruberova ...