Alle Beiträge von sinkothekar
Was glaubt, wer nicht glaubt?
So singe, wen die Todesangst plagt Agnostiker Verdi ließ im »Requiem« die Unterwelt triumphieren, Beethoven füllte seine »Missa solemnis« mit klingenden Fragezeichen – und warum blieb Mozarts ehrgeizigster Mess- Versuch unvollendet? Anläßlich der »Ouverture spirituelle« in Salzburg: über ,,geistliche Musik" und ihre Abgründe. Seit dem Amtsantritt v...
Sommer in Wien
Nach dem 30. Juni verfällt Wiens Musikleben alljährlich in Ödnis. Das wäre leicht zu ändern – auch mit Geld der Stadt Wien. Einen Teil des Festwochen-Budgets für den Sommer! Die Wiener Festwochen wer den sich demnächst neu orientieren. Das ist hoch an der Zeit, denn in den vergangenen Jahren wurde das Festival Schritt für Schritt zu einem Sammelsur...
Qualtinger
Der Gottseibeiuns im Paradeisgartel Über Qualtinger konnte kaum einer schreiben, ohne den Spott des Porträtierten fürchten zu müssen. Quasi, wie ihn die Freunde nennen durften, war quasi nicht zu fassen. Selbst engste Vertraute waren nie sicher vor seinen Streichen, sogenannten ,,Practical jokes", die nicht selten mephistophelische Züge trugen. Den...
Musikkritik
Gedanken über den Musikkrrrritiker-Beruf Hanslicks Erben haben anderes zu tun als der Allvater aller Rezensenten. Sah er noch in der Beleuchtung des zeitgenössischen Musikschaffens seine Hauptaufgabe, gilt die Betrachtung heutzutage nur noch musealer Reproduktion. Der Musikkrrrrritiker – die Berufsbezeichnung ist durch Georg Kreisler kabarettistisc...
Dominique Meyer
Live-Stream aus der Staatsoper Dominique Meyer im Gespräch. Wiens Opernchef freut sich über ein volles Haus - und sorgt dafür, dass luxuriös besetzte Vorstellungen demnächst international via Internet in HD-Qualität abrufbar sind. Eine Pioniertat. Da ist einmal die Auslastung. Dominique Meyer steht am Ende seiner dritten Spielzeit als Direktor der Wiener Staatsoper vor einem Zahlenmirakel: Sein Haus war in der vergangenen Saison so gut wie vollständig ausgebucht. Die Werte liegen bei sagenhaften 99 Prozent - nur die Opernvorstellungen gerechnet, sogar bei 99,6 Prozent verkaufter Sitzplatzkarten. Das hebt die Stimmung, versteht sich, und Meyer führt es - neben den künstlerischen Erfolgen - auf das freundliche Betriebsklima zurück, dass Künstler vom Format einer Nina Stemme, eines Piotr Becz...
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Dominique Meyer
Ab Herbst: Live-Stream aus der Staatsoper Dominique Meyer im Gespräch. Wiens Opernchef freut sich über ein volles Haus – und sorgt dafür, daß luxuriös besetzte Vorstellungen demnächst international via Internet in HD-Qualität abrufbar sind. Eine Pioniertat.
Da ist einmal die Auslastung. Dominique Meyer steht am Ende seiner dritten Spielzeit als Direktor der Wiener Staatsoper vor einem Zahlenmirakel: Sein Haus war in der vergangenen Saison so gut wie vollständig ausgebucht. Die Werte liegen bei sagenhaften 99 Prozent – nur die Opernvorstellungen gerechnet, sogar bei 99,6 Prozent verkaufter Sitzplatzkarten.Das hebt die Stimmung, versteht sich, und Meyer führt es – neben den künstlerischen Erfolgen – auf das freundliche Betriebsklima zurück, daß Künstler vom Format einer Nina Stemme, eines P...
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Jochen Schmeckenbechter
„Wagner? Wo ist die Handbremse?" Im Gespräch. Jochen Schmeckenbecher, der in der morgigen Wiener ,,Tristan"-Premiere den Kurwenal singt, über hochdramatisches Singen und kontrollierte Ekstase.
Eine Wagner-Premiere – für Jochen Schmeckenbecher ist das beinah schon eine Routineangelegenheit. Kräfteraubende Partien wie den Amfortas (im ,,Parsifal") und den Beckmesser (in den ,,Meistersingern") hat er oft gesungen. Den Kurwenal, den er morgen anläßlich der Premiere der Neuinszenierung von ,,Tristan und Isolde" durch David McVickar unter Franz Welser-Möst an der Staatsoper gibt, schon vor zwei Jahren in Lyon. Damals dirigierte Kirill Petrenko und La Fura dels Baus sorgten für die Inszenierung. Das bedeutete viel Probenarbeit. Aber da ist Schmeckenbecher nicht wie mancher Kollege, der das für Z...
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Sebastian Holecek
Ein Papageno brilliert als Jochanaan Im Gespräch. ,,Er war mir Freund und Bruder": Sebastian Holecek erinnert sich an seinen Vater Heinz Holecek und dessen Ratschläge. Und er spricht über die Türen, die ihm Richard Strauss' Jochanaan geöffnet hat.
Der Preis, den man ihm jüngst verliehen hat, hätte ,,Papageno" benannt werden sollen und heißt aus juristischen Gründen nun doch ,,Goldener Schikaneder". Dabei hätten die Wiener Musikfreunde verstanden, wenn es beim ,,Papageno" geblieben wäre. Denn der ,,Papageno vom Dienst" ist Sebastian Holecek in den Anfängen seiner Karriere ja wirklich gewesen. Wie manches, war das väterliches Erbe: Den Vater Sebastians, Heinz Holecek, haben Wiener Musikfreunde stets mit dem weichherzig-spaßigen Vogelhändler, wie ihn Schikaneder und Mozart aus dem Wiener Vol...
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Konzerthaus
Zum Saisonschluss wird noch ordentlich getrommelt Die Ära Kerres im Wiener Konzerthaus endet nicht mit einem, sondern mit vielen Paukenschlägen: Orffs ,,Carmina Burana" kehren wieder. Eben haben wir den ,Sacre' abgefeiert, jetzt kommt das ,Frühlingsopfer für arme Leut'", würden Avantgardisten wohl zynisch sagen: Man wagt sich wieder einmal an Carl ...