Wer den boomenden Vinylmarkt verfolgt, weiß, daß einige Schallplatten mit Aufnahmen von Johanna Martzy astronomische Preise erzielen. Zu den gesuchtesten Vinyl-Scheiben gehört etwa die Einspielung von Antonín Dvořáks Violinkonzert unter Ferenc Fricsay auf Deutsche Grammophon.
Ein Mann fürs Grobe war er nie. Der flämische Geiger, der seine erste Geige vom Großpapa erhalten hatte und der, statt eine Wunderkindkarriere zu starten, mit sechs ein solides Musikstudium begann, galt vor allem als dezenter Meister, der mit Geschmack und Stilgefühl agierte. Zwar verfügte er über eminente Virtuosität, aber er stellte sie niemals zur Schau, arbeitet eher mit Understatement - und vor allem: er stellte sie grundsätzlich in den Dienst des großen Ganzen. Wo die Kollegen gern Kraft und Verve walten lassen, wirkt Grumiaux meist besonnen, oft sogar zurückhaltend.
empfing der Dirigent Bruno Walter vom Geigenspiel des jungen Yehudi Menuhin. Und Dirigentenkollege Fritz Busch ergänzte:
Die technische, geistige und musikalische Vollkommenheit seines Spiels war unvorstellbar.
Fritz Buschs Bruder Adolf wurde zu Menuhins geigerischem Ziehvater. Er betreute die violinistische Karriere des Wunderkinds aus New York und sorgte für eine musikalische Erziehung im Geiste der deutschen Musiziertradition. Menuhin, aufgewachsen in San Francisco, hatte mit dem dortigen Symphonieorchester scho als Siebenjähriger debütiert. Er war erst elf, als er nach Europa kam und zunächst von George Enescu in Paris unter seine Fittiche genommen wurde.
Debüts mit Fritz Busch
Von Enescu empfing er nach eigener Aussage die w...
Trampler stammte aus München, war zunächst Geiger in verschiedenen Orchestern, machte sich aber als Bratschist bald als Kammermusiker und Solist einen Namen. Im legendären Strub-Qaurtett mit Max Strub, Jost Raba und Ludwig Hoelscher sorgte er für eine Belebung der deutschen Kammermusik-Szene in der Zwischenkriegszeit, zog es aber dann vor, seinen jüdischen Kollegen in die Emigration zu folgen. In den USA wurde er zum gesuchten Partner nicht zuletzt für Quartett-Ensembles und Klaviertrios bei Gelegenheit von Aufführungen und Schallplattenaufnahmen der klassischen und romantischen Streichquintett- und Klavierquartett-Literatur.
Der Name Fournier ist in der Musikwelt besetzt mit jenem des großen Cellisten Pierre Fournier. Er war Jean Fourniers älterer Bruder und wurde zu einem der bedeutendsten Musiker des XX. Jahrhunderts. Doch auch Jean war ein fabelhafter Musiker, der in der Erinnerung von Kennern vor allem als Triopartner von Antonio Janigro und Paul Badura-Skoda fortlebt. In dieser Konstellation entstanden einige schöne Kammermusik-Schallplatten, darunter eine noble, dezent, aber feinsinnig differenzierend musizierte Gesamtaufnahme der Mozart-Klaviertrios, einiges von Haydn und ein beseeltes Beethovensches Erzherzogstrio
Im Duo war Jean Fournier häufig mit seiner Ehefrau, der Pianistin Ginette Doyen zu erleben. Mit ihr hat er die vielleicht allerbeste Aufnahme der beiden Violinsonaten Gab...
Die antisemitische Haltung der Musiker der Wiener Philharmoniker führte dazu, daß einer der begabtesten jungen Geiger Wiens bereits lange vor dem Einmarsch der deutschen Truppen in Wien emigrierte: Felix Galimir, der das Probespiel gewonnen hatte, wurde von Teilen des Orchesters abgelehnt und ging daher zunächst nach Palästina, wo ihn → Bronislaw Huberman ins neu gegründete Vorgängerorchester des heutigen Israel Philharmonic aufnahmen.
Toscaninis Konzertmeister
Doch 1938 übersiedelte Galimir in dei USA und wurde dort Konzertmeister im von Arturo Toscanini geleiteten NBC-Orchester, wo er bis Anfang der Fünfzigerjahre tätig war. Danach war er ein gesuchter Lehrer, dem unter Geigern alle Ehren zuteil wurden. Er starb 89-jährig als lebende Legende. Doch in seiner Heimat war er vergessen.
Galimir hatte bereits als Teenager mit seinen musizierenden Schwestern das Galimir Quartett gegründet. Zum Gedenken an Beethovens 100. Todestag, 1927, begannen die vier gemeinsam zu musizieren.
Boskovsky wirkte ab 1935 als Professor an der Wiener Musik-Akademie und wurde 1939 Konzertmeister der Wiener Philharmoniker. Als Kammermusiker arbeitete er mit eigenen Ensembles, gründete 1948 das Wiener Oktett und nahm in dieser Konstellation zahlreichen Schallplatten auf.
25 Jahre »Neujahrskonzert«
Berühmt wurde er als geigender Dirigent des traditionellen Neujahrskonzerts der Wiener Philharmoniker, das er zunächst als Einspringer nach dem unerwarteten Tod des Konzert-Gründers Clemens Krauss übernahm, dann aber ein Vierteljahrhundert lang en suite leitete.In der Ära Boskovsky begannen die Liveübertragungen des Neujahrskonzertes via TV, was zur weltweiten Popularität des Künstlers beitrug.Für die Nachwelt wichtiger sind wohl die kammermusikalischen Aufnahmen für die Decca, die nicht zuletzt dank des Engagements des Konzertmeisters bald zum Exklusiv-Label der Wiener Philharmoniker werden sollten. Die kammermusikalischen Aufnahme bergen Erinnerungen an eine wienerische Spielkultur, die seither immer weniger greifbar geworden scheint.
Gioconda de Vito war in ein und derselben Saison auf den Berliner Konzertpodien die Solistin im Bruch-Violinkonzert, einmal unter Wilhelm Furtwängler, einmal unter der Leitung von Furtwänglers Antipoden Herbert von Karajan. Das war Ende der Dreißigerjahre und man hat der Künstlerin später verübelt, daß sie in jenen Jahren überhaupt in Deutschland konzertiert hat - und daß man bei dieser Gelegenheit nicht etwa das Mendelssohn-Konzert gegeben hat, das wohl beide Dirigenten lieber aufs Programm gesetzt hätten, das aber damals verboten war . . .
Francescatti war gewissermaßen ein Urenkelschüler Nicolo Paganinis. Beide Eltern waren Geiger. Der Vater hatte bei Paganinis einzigem offiziellem Schüler, Camillo Sivori studiert und war dann wiederum der Lehrer seiner späteren Frau, die Zinos Mutter werden sollte.
Mit fünf Jahren ist der frühreife Knabe als kleines Geigerwunder bereits aufgetreten. Der Vater hatte ihn von Anfang an unterrichtet und dafür gesorgt, daß die Geige Zinos erstes »Spielzeug« wurde, das er von sechs Uhr früh bis zum Schlafengehen nur in dringenden Fällen aus der Hand legte.
Bevor ich lesen konnte, kannte ich die gesamte Violinliteratur.
1901 - 1987
Er stammte aus Wilna, begann mit drei Jahren Violine zu studieren und spielte mit sechs das Mendelssohn-Konzert. Ab seinem 10. Lebensjahr wurde er vom legendären Leopold Auer unterrichtet. Mit 13 spielte Jascha Heifetz bereits mit den Berliner Philharmoniker unter Arthur Nikisch das Tschaikowsky-Konzert.
1917 wanderte er angesichts der russischen Revolution in die USA aus. Für Kenner war er damals bereits der beste Geiger der Welt. Carl Flesch, nicht eben zimperlich, wenn es darum ging, Kollegen zu kritisieren, meinte über Heifetz:
Es hat wohl kaum jemals einen Geiger gegeben, der der absoluten Vollkommenheit näher gekommen ist.
George Bernard Shaw, der Spötter, hat den jungen Heifetz noch hören können und sagte ihm angeblich:
Junger Mann, versprechen Sie mir, jeden Abend v...