Von dem großen Pianisten verabschiedeten sich am 29. April 2026 in der Feuerhalle Wien Simmering Mitglieder der Familie, Wegbegleiter, Studenten. Rudolf Bretschneider erinnerte an den Menschen und Freund Maisenberg, Gidon Kremer sandte aus Japan eine berührende Grußbotschaft mit einem Violinsolo. Eine Aufnahme des langsamen Satzes aus Schuberts B-Dur-Sonate aus einem Konzert Maisenbergs erinnerte an seine unvergleichliche pianistische Kunst.
Nun heißt es, die Archive zu durchforsten. Das Können dieses Interpreten läßt sich kaum an den wenigen Studioaufnahmen ermessen, die er gemacht hat. Mikrophone hat er gehaßt, unter Aufnahmebedingungen fühlte er sich nicht frei. Bleibt zu hoffen, daß von den diversen Rundfunkmitschnitten seiner Auftritte, die er zuweilen zugelassen hat, einige in den Archiven schlummern. Bis dato haben es nur wenige an die Öffentlichkeit geschafft, nicht zuletzt die CD-Box, die von der Wiener Konzerthausgesellschaft nach dem legendären Konzertzyklus Mitte der Neunzigerjahre herausgebracht wurde.

Ob diese Edition wieder aufgelegt wird, steht in den Sternen. Der Streamingdienst Spotify bietet die Aufnahmen auf seiner Plattform jedoch an – allerdings ist dieser Link nicht in allen Regionen freigeschaltet.
Zu bekommen sind die für die Deutsche Grammophon entstandenen Aufnahmen mit Gidon Kremer, die Maisenberg als Interpreten von Werken Schuberts, Liszts und Richard Strauss‘ hören lassen.



