
Im Budapester Musikpalast gräbt man immer wieder Raritäten aus. Diesmal dürfen wir via Ö1 eine Oper von Léo Delibes hören, die erstmals seit Jahrzehnten wieder erklang: »Jean de Nivelle«. (Übertragung am Samstag, 19.30 Uhr)

In den Hauptrollen der von György Vashegy digigierten konzertanten Aufführung sind Cyrille Dubois in der Titelpartie und Mélissa Petit als Arlette zu hören.
Den Namen des Komponisten kennen vor allem Ballettfreunde, denn Delibes hat mit »Coppelia« und »Sylvia« gleich zwei bedeutende Partituren für das klassische Ballettrepertoire geliefert. Ein weiteres Stück aus seiner Feder ist populär, ohne daß die meisten Musikfreunde sagen könnten, vom wem es stammt: Das Duett zweier Frauenstimmen aus »Lakmé« gehört zu den Hitparadenmelodien, die auch in der Fernsehwerbung immer wieder eingesetzt werden. Es stammt aus jener Oper Delibes, die es auch dank der sogenannte »Glöckchenarie« der Titelheldin doch immer wieder zu Neuproduktionen geschafft hat.
In Budapest widmet man sich diesmal hingegen »Jean de Nivelle«, einem 1879/80 für die Pariser Opéra Comique geschaffenen Werk über eine wahre Begebenheit aus dem Burgund Philipps »des Guten«, das es nicht ins Repertoire geschafft hat, obwohl immerhin Franz Liszt so angetan von der Musik war, daß er eine Opernparaphrase für Klavier über Melodien aus dem Stück skizziert hat.
Chris Tina Tengel moderiert den Opernabend. Die Aufzeichnung bleibt auf der Ö1-Plattform vier Wochen lang abrufbar.
