Archiv der Kategorie: SinkoCHARTS

Ernnerungen an Franz Bartolomey

Eine neue CD und die Präsentation im ORF-Sendesaal

Supreme classics 2025

Matthias Bartolomey hat nach einem Vierteljahrhundert ein CD-Programm seines Vaters, des legendären Solocellisten der Wiener Philharmoniker, noch einmal aufgenommen. Im Verein mit seiner Klavierpartnerin Ariane Haering präsentierte er das Programm mit Werken von Brahms und Richard Strauss, ergänzt um ein Schubert-Arrangement, im Wiener Sendesaal und tauschte in der Pause mit dem Sinkothekar Erinnerungen aus.

Ernnerungen an Franz Bartolomey weiterlesen

Die Eroica – Ein Hörabenteuer

sinkocharts. DIE AUFREGENDSTEN AUFNAHMEN VON BEETHOVENS »NAPOLEON«-SYMPHONIE. GLEICH HÖREN…

Beethovens Eroica darf man mit einigem Recht als die erste wirklich große Symphonie der Musikgeschichte nennen - ab diesem Moment, so hat es der Wiener Kulturphilosoph Hans Weigel einmal formuliert, durfte kein Komponist mehr eine Symphonie Nummer soundsoviel schreiben, sondern es mußte jede Symphonie eine ganz bestimmte Symphonie sein.

Die Widmung an Napoleon hat Beethoven anläßlich der Kaiserkrönung ausgekratzt.

In der Sinkothek finden sich zwei herausragende Aufnahmen dieses Werks, die aus unterschiedlichen, ja einander entgegengesetzten Position die formalen und inhaltlichen Dimensionen des Werks ausloten: Aus der "Romantischen Perspektive" Wilhelm Furtwängler, dessen Interpretation von bewegendem Zuschnitt ist, aus der "modernen" Hermann Scherchen, der ein neues Zeitalter einläutete: Brisanter hat dieses ja durch und durch politische Musik wahrscheinlich nie geklungen. Die beiden Versionen setzen Wegmarken - wer sie gehört hat, wird, dessen Ansprüche an Dirigenten bleiben künftig hoch...

ZUM HÖREN ANMELDEN

für SINKOTHEK-Abonnenten

zum Weiterlesen bitte anmelden

Das war und bleibt das beste »Neujahrskonzert«

Clemens Krauss (1893-1954)

Clemens Krauss dirigiert die Wiener Philharmoniker – Livemitschnitt vom 1. Jänner 1954

Von den legendären Auftritten des Neujahrskonzert-Gründers, Clemens Krauss zum wienerischen Jahresbeginn, ist leider nur ein einziger Livemitschnitt erhalten. Der hat es aber in sich. Es handelt sich um das letzte der von Krauss dirigierten Walzerkonzerte. Der schlechten Tonqualität des alten Rundfunkbandes zum Trotz: Man sollte das gehört haben, bevor man bei der Frage mitredet, wer am 1. Jänner in Wien Walzer dirigieren darf, wer nicht – und was es mit der Wiener Spieltradition auf sich hat…

 

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Carl Loewes »Palestrina« erstmals aufgenommen

Man lernt nie aus! Giovanni Pierluigi da Palestrina war der führende Komponist der Renaissance, das hat man früher in der Schule erfahren und die jüngere Generation kennt den Namen, weil auch die Musik dieses Meisters dank der Originalklang-Spurensuche wieder öfter erklingt. Für unsereins war »Palestrina« eine Oper, oder besser: eine »Musikalische Legende« aus der Feder von Hans Pfitzner, Musiktheater für Kenner – zuletzt dank Christian Thielemann wieder im Fokus.

Aber jetzt erschien im CD-Handel und bei Streaming-Diensten eine weitere künstlerische Auseinandersetzung mit dem bedeutenden Komponisten: Carl Loewe, Freunden des Liedgesangs vielleicht wegen seiner Balladen noch namentlich bekannt, hat ein Oratorium über Palestrina geschrieben.

Carl Loewes »Palestrina« erstmals aufgenommen weiterlesen

Humperdincks »Mirakel« als CD-Premiere

Die Schauspielmusik zu Max Reinhardts Riesenspektakel von 1911 – erstmals auf CD. Aufarbeitung eines bemerkenswerten Moments der deutschen Theatergeschichte.

Im Zuge einer Berliner Rundfunk-Serie von Aufnahmen von Werken des »Hänsel und Gretel«-Komponisten Engelbert Humperdinck auf dem Label Capriccio erschien als Ersteinspielung die komplette Bühnenmusik zu Max Reinhardts legendärem, für eine Zirkusarena geschaffenem Spektakel »Das Mirakel«. Die Produktion kam 1911 in Berlin heraus und ging dann auf Tournee. Reinhardt bewegte Massen auf der Szene, Karl Vollmöllers Szenarium kam ohne Text aus – die Klänge zu der gigantomanischen Pantomime schuf Engelbert Humperdinck, der seinen an der nachwagnerisch-romantischen Märchenoper geschulten Stil unter Einbindung von religiösen Gesängen und Kinderliedern der bunten Theaterästhetik Reinhardts kongenial anpaßte. Die Zeitgenossen waren fasziniert, die Rezensenten amüsiert. Es fehlte nicht an zynischen Kommentaren. Die Wiener »Bombe« ätzte nach der Erstaufführung in der Rotunde auf dem Gelände des Wiener Praters:

Humperdincks »Mirakel« als CD-Premiere weiterlesen

Swjatoslaw Richter spielt Beethoven

Schon wieder? Nein! Erstmals zu hören!

Nach 60 Jahren endlich erschienen! Richter spielt die Sonaten op. 31/3, 90, 101 und 110. (DG)

Richter spielt Beethoven? Das hat es schon gegeben, gewiß, aber dennoch ist die Neuerscheinung nicht nur für Richter-Aficionados interessant, die alles von ihrem Idol besitzen müssen: Was die Deutsche Grammophon soeben aus ihrem Archiv freigegeben hat, gehört zu den herausragenden Beethoven-Interpretationen der jüngeren Vergangenheit!

für SINKOTHEK-Abonnenten

zum Weiterlesen bitte anmelden

Dvořáks »Amerikanisches« Qartett und der »wienerische« Stil

Wiener Konzerthausquartett

Antonìn Dvořáks »Amerikanisches« Quartett mit seinen vielen »böhmischen« Anklängen, in Japan aufgenommen – als Musterbeispiel für die »wienerische« Streichquartettkultur.

Anton Kamper - Walter Weller - Fritz Händschke - Ludwig Beinl (Juni 1962)

Warum diese Aufnahme hörenswert ist?

Für eine japanische Firma hat das Wiener Konzerthausquartett, ein legendäres philharmonisches Ensemble unter der Führung von Anton Kamper, Aufnahmen gemacht, darunter eine hinreißende Interpretation von Dvořáks berühmtestem Streichquartett – Seite an Seite mit der nicht minder beliebten »Symphonie aus der Neuen Welt« in den USA entstanden, aber voll von sehnsuchtsvollen Erinnerungen an die böhmische Heimat – und für Wiener Musiker über die Jahrzehnte hin so etwas wie ein »Heimspiel«, läßt sich doch die berühmter »Wiener Geigenschule« auf böhmische Wurzeln zurückführen – bis heute üben Geigenstudenten ja die Etüden von Otakar Ševčík…

ALS DIE WIENER TRADITION NOCH LEBENDIG WAR

Zum Hören bitte anmelden

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

Florian Boesch singt Brahms und Wolf

Linn, 2025

Neue Lied-Aufnahmen mit gewagtem Programm

Brahms und Wolf konnten einander nicht ausstehen – haben die Musikgeschichte aber auf sehr ähnliche Weise bereichert. Im neuen Album von Florian Boesch und Malcolm Martineau stehen die beiden mit »ernsten Gesängen« harmonisch nebeneinander. Bewegend.

Kein leichtes Programm haben sich Florian Boesch und Malcolm Martineau für ihre jüngste CD ausgesucht: Weder Brahms noch Hugo Wolf gehören zu den Straßenfegern, wenn es um die Programmierung von Liederabenden geht. Und obwohl die Sammlung einige der berühmtesten Gesänge der beiden Meister enthält: Das Gros des Programms zwingt zur Besinnung, zur Einkehr, vor allem aber: zu analytischem Hören. Dieses aber trägt reiche Früchte! Man lernt unter anderem: Brahms und Wolf, die einander gehaßt haben, fanden sich in ihrer Kunst näher beieinander als ihnen wohl lieb gewesen sein könnte…

für SINKOTHEK-Abonnenten

zum Weiterlesen bitte anmelden