Tetelman und Kulchinska – Faust und Gretchen (Bayr. Staatsoper/G. Schied)
ZUM STREAM
Ö1 sendet den Mitschnitt der Premiere von Gounods „Faust“ im Münchner Nationaltheater, in der Jonathan Tetelman, einer der meistgesuchten Tenöre der jungen Generation, sein Debüt in der Titelrolle feierte. Der Mann mit dem schon legendär sicheren hohen C punktete auch diesmal wieder mit Bombenhöhen, aber auch mit weit gespannten, elegant phrasierten Vokalbögen und – glaubt man den Rezensenten – mit umwerfend charmanter Bühnenpräsenz. Gerade recht, um das ebenso umjubelte Gretchen von Olga Kulchynska zu bezirzen.
Philharmonische Raritäten präsentierte der 36-jährige Dirigent in seinem jüngsten Abonnementkonzert. Drei Erstaufführungen von Werken, die allesamt allerdings schon über 100 Jahre alt sind…
Auf dem Programm: Poulencs »Animaux modèles«, Debusss »Printemps« und Alexander von Zemlinskys »Seejungfrau«.
Der ORF hat den Livemitschnitt auf seiner Ö1-Plattform online gestellt. Dort ist er ein Monat lang abrufbar.
ZUM »MITLESEN«
Die verwirrende Geschichte um ein musikalisches Meisterwerk und die Märchenerzählung, die ihm als programmatische Grundlage diente – im Wortlaut von H. C. Andersen.
Janaceks „Schlaues Füchslein“ ist eine der zauberhaftesten, aber auch tiefgründigsten Opern — aber, so wie sie ist, nur für Erwachsene tauglich. Der Bayerische Rundfunk ließ die wunderbare Musik für Kinder aufbereiten – –
Das Konzert der Berliner Staatskapelle unter Christian Thielemann, jüngst im Wiener Musikverein aufgezeichnet, war eine Sternstunde, nicht nur wegen der zeitlos schönen Beethoven-Interpretationen des Dirigenten, sondern auch wegen der Solisten Julia Kleiter und Konstantik Krimmel, die bei Richard-Strauss-Orchesterliedern einen kleinen Kosmos menschlicher Leidenschaften hörbar werden ließen.
Die von Mozart selbst so genannte »Kleine Nachtmusik« ist nicht »klein«, sondern ein bedeutendes Werk aus Mozarts Reifeperiode, parallel zum »Don Giovanni« entstanden und eine der populärsten »Nummern« in den Klassik-Bestenlisten. Jeder kann die Eingangsmelodie nachsingen – aber hat jemand je genau zugehört, wie es weitergeht? Der Komponist bietet ein komplexes, intellektuell vergnügliches Hörerlebnis, gaukelt uns gleichzeitig aber so etwas wie musikalische Volkstümlichkeit vor: Das wunderbare Gemisch aus Einfachheit und Raffinement, das die »Zauberflöte« vier Jahre später zum singulären Opernerfolg gemacht hat, feiert hier bereits fröhliche Urständ‘.
Zum Jubiläum unserer »Presse«-Podcastreihe »Klassik für Taktlose« haben Katrin Nussmayr und der Sinkothekar die vielschichtigkeit dieser »großen« Serenade unter die Lupe genommen.
Ein nostalgisches Hörerlebnis: Sir Colin Davis, ein besonders sympathischer Dirigent, der nicht viel aufhebens von seiner Kunst gemacht hat und stets gediegene, überzeugende Interpretationen zu bieten hatte. Als einer der Hauptdirigenten der Sächsischen Staatskapelle Dresden leitete er noch vor ein paar Jahren ein Gastspiel des Orchesters im Wiener Musikverein mit einem reinen Mozartprogramm. Am Ostermontage ist der Mitschnitt wieder zu hören…
Die Atombombe der Musikgeschichte hat man dieses Werk genannt. Tatsächlich hat keine Uraufführung der musikalischen Moderne so viel Staub aufgewirbelt wie dieses Ballett, choreographiert von Vaslav Nijinski im Jahr 1913. Im Podcast gehen wir der Sache auf den Grund – und hören eine der zündendsten Aufnahmen, die je von einem Stück der musikalischen Avantgarde gemacht wurden: das Philharmonia Orchestra spielt unter Igor Markevitch.