Archiv der Kategorie: Glossen

Oper in Wien ohne Musikdirektoren?

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Kommentar. Schon einmal in der jüngeren Wiener Theatergeschichte hat man die Staatsoper mit einem spektakulären Reset gerettet. Jetzt bräuchten zwei Häuser Zuwendung!

Zwischentöne in der "Presse"

Der Abschied war stürmisch bewegt, wie vorherzusehen. Ein Beifallsorkan dankte Philippe Jordan für seine Arbeit. Sein Vertrag als musikalischer ...

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Tenöre sind Mangelware. Regisseure auch?

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Das notorische Wehklagen um den Mangel an Wagner-TenörenNicht erst in jüngster Zeit leiden Opernfreunde im sogenannten „schweren Fach“ an der Realität – keineswegs nur wegen der Regisseure.

Ich will ja nicht behaupten, es gäbe viele Tenöre, die imstande sind, die Anforderungen einer Verdi-Partie in allen Facetten zu bewältigen. Aber bei Wagner (und, nicht zu vergessen, bei manchen Werken von Richard Strauss) ist es schon noch einmal anders. Da ahnt sogar ein Zaungast, der sich gar nicht für die Feinheiten hochartifizieller Gesangskunst interessiert, daß das, was er zu hören bekommt, wohl nicht ganz so gemeint gewesen sein kann.

AUGEN ZU, OHREN AUF?

Es ist ja so, daß man von geeichten Operngehern seit Jahren den Ratschlag bekommt, angesichts der wachsenden Zahl von entstellenden Inszenierungen beim Opernbesuch lieber die Augen zu schließen und die Musik zu genießen. Das funktioniert hie und da ganz gut, obwohl dann doch die Frage aufkeimt, warum man nicht zu Hause eine CD abspielt. Im Falle der notorisch schwer zu besetzenden deutschen „Heldenopern“ stößt der Musikfreund allerdings sogar beim Griff ins Plattenregal oft auf akustische Notlösungen.

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Die Musikstadt Wien verliert nach und nach ihre Klassiker

Ein Blick auf die Konzertprogramme der kommenden Saison lehrt: Schostakowitsch scheint den Veranstaltern längst wichtiger als Beethoven. Und von Haydn findet sich kaum mehr eine Spur. Der einzige dauerpräsente »Wiener Klassiker« ist mittlerweile der früher so vernachlässigte Gustav Mahler…

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Gastorchester mit Schostakowitsch, Prokofieff, Strawinsky

Waren das Zeiten, als man unseren großen Konzertorchestern vorwarf, sie würden zu viel Brahms spielen. Der hätte doch nur vier Symphonien komponiert, stünde aber ununterbrochen auf dem Programm, hieß es. Anno 2025 ist alles anders. Jüngst haben die beiden großen Wiener Konzertveranstalter ihre Saisonbroschüren aufgelegt. Und da staunt man nicht schlecht, wenn man die Programme der Orchesterkonzerte studiert.

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Wiens Frühling blüht in Triest

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Die Wiener Symphoniker übersiedeln nach Triest. Zumindest für ein paar Tage im April, denn in der Hafenstadt interessiert man sich für „Frühling aus Wien“.

»Frühling in Wien« hieß es einst, wenn die Wiener Symphoniker im Musikverein ein bunt gemischtes, meist ziemlich anspruchsvoll programmiertes Konzert vor Fernsehkameras gaben. Was die Einschaltquoten betraf, konnte natürlich nicht von einem Konkurrenzverhältnis zum philharmonischen Neujahrskonzert die Rede sein. Aber international nahm man diesen Gruß aus der Musikstadt natürlich wahr. Werbung für Wien läßt sich ja, wenn man will, durchaus auf überdurchschnittlich kultiviertem Niveau betreiben.

KULTUR IM TV? DAS IST VORBEI!

Aber seit einiger Zeit legt man auf die Vermittlung klassischer Werte nicht mehr so viel Wert. Jedenfalls ist der Konzertfrühling in Wien verblüht. Aber die Symphoniker sind nicht untätig geblieben und führen ihre Klassik-PR-Strategie ab sofort mit anderen Mitteln weiter. Die Idee könnte angesichts der österreichischen Historie nicht charmanter sein: Am 10. April musizieren Mitglieder der Symphoniker in Kaffeehäusern und auf Plätzen von Triest, an Orten also, die verraten, daß diese Hafenstadt auf eine lange gemeinsame Geschichte mit Wien zurückblickt.

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Maurice Ravel und Wien

Eine Liebe mit Hindernissen

Es war Arnold Schönberg, der den französischen Impressionisten in Wien zuerst bekannt gemacht hat

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Im Ravel-Jahr mangelt es weltweit nicht an Aufführungen von Werken, die dieser Komponist jenseits des „Bolero“ sozusagen „auch noch“ komponiert hat. Ein Blick zurück in die Annalen lehrt, seine Musik galt zu Lebzeiten durchaus als experimentell. Und es war der Allvater der Wiener Moderne, Arnold Schönberg, der sich für Aufführungen Ravelscher Werke hierzulande stark gemacht hat.Die ersten Stücke Ravels, die man in Wien kennenlernen konnte, waren Klavierwerke, eingebettet in vielfältige Programmfolgen. Es waren die Aufführungen im Rahmen des legendären „Vereins für musikalische Privataufführungen“, die konsequent auch größer besetzte Kompositionen des Franzosen vorstellten – nicht nur, aber auch in Konfrontation mit Novitäten aus der Feder Schönbergs und seiner Meisterschüler Berg und Webern.

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Das Wiener Opernleben – alles in Butter?

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Es sieht hie und da aus, als liefe in der Musikstadt alles nach Plan. Ein Blick auf die Spielpläne der drei Opernhäuser suggeriert, Wien sei nach wie vor ein Musiktheater-Mekka mit breit gestreutem Repertoire. Einheimischen drängen sich aber ein paar Fragen auf. März 2025

Raritäten an der Wien, Operette in der Volksoper, große Oper an der ...

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»Novität« von Maurice Ravel: »Sémiramis« – 2025 uraufgeführt!

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Rechtzeitig zum 150. Geburtstag lancierte die Pariser Bibliothèque nationale eine kleine Sensation zum Ravel-Jahr: In der Sammlung findet sich das Originalmanuskript eines Werks namens »Prélude et Danse – Sémiramis«. Zum runden Geburtstag des Komponisten erlebte das Werk im März 2025 seine öffentliche Erstaufführung – gespielt vom New York Philharmonic Orchestra unter der Leitung von Gustavo Dudamel.

Titel in Ravels Handschrift

Von dieser Komposition wußte die Ravel-Forschung bisher nur aus einem einzigen knappen Tagebucheintrag des Pianisten Ricardo Vines, der am 7. April 1902 notierte: Vormittags bei der Aufführung von »Sémiramis« von Ravel. »Prélude et Danse« wurden also gespielt, allerdings konnte es an diesem Tag in Paris keine öffentliche Matinée geben, denn der 7. April war ein Montag. Des Rätsels Lösung: Es handelte sich um eine Studentenaufführung des Orchester des Pariser Konservatoriums, an dem der damals bereits 27-jährige Ravel nach wie vor studierte.

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Der alte »Barbier von Sevilla« der Staatsoper ist wieder da!

UNGEPLANTE WIEDERAUFNAHME EINER MEISTERLICHEN INSZENIERUNG – DERGLEICHEN FUNKTIONIERT ÜBER NACHT!

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Wegen interner Probleme mußte die Wiener Staatsoper am Dienstag kurzerhand Günther Rennerts klassische Inszenierung von Rossinis »Barbier von Sevilla« wieder aufnehmen. Gottlob lagen die Kulissen und Kostüme noch im Depot! Sonst wäre an diesem Abend vermutlich »geschlossen« auf dem Programm gestanden. Was auch immer die wahren Gründe für diesen »Unfall« gewesen sein mögen: Das Publikum erlebte das Stück, das auf dem Theaterzettel avisiert war – das ist heute längst keine Selbstverständlichkeit mehr.

Als wäre immer alles in Ordnung gewesen im wienerischen Opern-Sevilla: Maria Kataeva (Rosina), Paolo Bordogna (Bartolo), Sebastian Wendelin (Ambrogio) im alten »Barbier«-Set von 1966

Und es weckt Begehrlichkeiten nach der Rückkehr alter, liebgewordener Regie-Arbeiten. Das mußte Bogdan Roščić erfahren, als er vor den Vorhang trat, um die Abänderung mitzuteilen.

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Wie geht es denn der MET?

Ö1 überträgt heute »Tosca« aus der New Yorker Metropolitan Opera. Eine Zeitlang steht die Aufnahme dann auf dem Onlineportal des Senders zum Abruf bereit.

New Yorks Opernhaus schlittert von einer Krise in die andere. Seit Nine-Elven, als die Abonnenten davongelaufen waren, hat sich die Metropolitan Opera in Wahrheit nicht mehr erholen können. Das ...

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