König Kandaules
Rekonstruktion eines Meisterwerks
Alexander von Zemlinsky hat, krank und verzweifelt über die Unlust seiner Zeitgenossen, sich mit seinem Schaffen auseinanderzusetzen, die Partitur seiner letzten Oper unvollendet im amerikanischen Exil liegen lassen.Die Vertonung von André Gides voll der erstaunlichsten sexuellen Begierden steckende...
Anna Netrebkos Debüt bei den Salzburger Festspielen
Ganz stimmt das nicht: Anna Netrebko war im Salzburger Festspielhaus schon einmal als Blumenmädchen in einem von Valery Gergiev dirigierten konzertanten »Parsifal« zu erleben. Aber da wurde noch niemand aufmerksam auf die Sängerin. Mit der »Don Giovanni«-Premiere unter Nikolaus Harnoncourt war die...
Der arme Riese und die allzu guten Menschen
Großer Applaus für Friedrich Cerhas neue Oper »Der Riese vom Steinfeld« in der Staatsoper. Wer würde es heutzutage auch wagen zuzugeben, ihm sei bei einer Uraufführung fad geworden; zumal, wenn der Text eine politisch korrekte Parabel aus der Feder Peter Turrinis darstellt? Ich versuch's trotzdem.
Der »...
Krill Petrenko, Absolvent der Dirigentenklasse der Wiener Musik-Universität und GMD in Meiningen, stand erstmals am Pult des RSO Wien
Daß Kirill Petrenko eine Ausnahmeerscheinung unter den jüngsten Dirigenten sein dürfte, ahnten die Beobachter bereits nach den vier aufeinanderfolgenden Abenden des viel diskutierten "Ring"-Projekts von Meiningen. Nu...
Ein Lichtermeer für → Charles Gounods »Romeo et Juliette« entfesselte Charles Woodroffe in der Staatsoper. Man könnte darin diese Shakespeareoper wirklich spielen.
Das sind die heiklen Dinge des Opernrepertoires: Ein Werk wie Gounods Romeo und Julia ist zwar ausgezeichnet, allein, es braucht musikalische w...
Es grenzte an Zauberei
Oleg Maisenberg spielte im Konzerthaus Debussy – und sorgte mit leisesten Tönen für heftigste Ovationen.
Alexander Skrjabins Dritte Klaviersonate und Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung” waren die Rahmen-Werke des Maisenberg-Soloabends: bekannte Größen in seinem Repertoire also, voll von subtil geschichteten kontrapunktisch...
Die Unterschiede zwischen Kunst und Pfusch im modernen Musiktheater
Gerard Mortiers Abschiedspremieren in Salzburg teilen sich in eine räsonable Aufführung der »Ariadne auf Naxos« und in ein degoutantes, vor allem aber langweiliges Spektakel unter dem irreführenden Namen »Die Fledermaus«.
20. August 2001
Opern des Festspielgründers Richard Strauss wollte Gerard Mortier eigentlich nicht mehr ins Programm nehmen, weil er dessen Erben die Tantiemen nicht gönnt. Für »Ariadne auf Naxos« hat er zuletzt doch eine Ausnahme gemacht und sogar eine luxuriöse Besetzung aufgeboten, als wollte er einmal wenigstens in seiner Ära an frühere Salzburger Tugenden anknüpfen.
Und er lächelte doch – Debüt eines Gestrengen
Nikolaus Harnoncourt dirigierte erstmals das Neujahrskonzert und hatte allen Grund, entgegen seiner Ankündigung zufrieden zu lächeln. Unter seiner Führung wurde das Programm zu einer Schule der musikalischen Behutsamkeit.
Ein Lehrstück würde es werden, so durfte man mutmaßen, als es hieß, Nikolaus Harno...
Winterstarre im Kostümpanzer - Jämmerliches Umfeld für eine Diva
Edita Gruberova hat sich eine weitere Donizetti-Oper gewünscht. Die Wiener Staatsoper gehorchte und zeigt jetzt angeblich "Roberto Devereux", in Wahrheit aber eine der langweiligsten, inszenatorisch unzulänglichsten Produktionen aller Zeiten.