Es grenzte an Zauberei
Oleg Maisenberg spielte im Konzerthaus Debussy – und sorgte mit leisesten Tönen für heftigste Ovationen.
Alexander Skrjabins Dritte Klaviersonate und Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung” waren die Rahmen-Werke des Maisenberg-Soloabends: bekannte Größen in seinem Repertoire also, voll von subtil geschichteten kontrapunktisch...
Die Unterschiede zwischen Kunst und Pfusch im modernen Musiktheater
Gerard Mortiers Abschiedspremieren in Salzburg teilen sich in eine räsonable Aufführung der »Ariadne auf Naxos« und in ein degoutantes, vor allem aber langweiliges Spektakel unter dem irreführenden Namen »Die Fledermaus«.
20. August 2001
Opern des Festspielgründers Richard Strauss wollte Gerard Mortier eigentlich nicht mehr ins Programm nehmen, weil er dessen Erben die Tantiemen nicht gönnt. Für »Ariadne auf Naxos« hat er zuletzt doch eine Ausnahme gemacht und sogar eine luxuriöse Besetzung aufgeboten, als wollte er einmal wenigstens in seiner Ära an frühere Salzburger Tugenden anknüpfen.
Und er lächelte doch – Debüt eines Gestrengen
Nikolaus Harnoncourt dirigierte erstmals das Neujahrskonzert und hatte allen Grund, entgegen seiner Ankündigung zufrieden zu lächeln. Unter seiner Führung wurde das Programm zu einer Schule der musikalischen Behutsamkeit.
Ein Lehrstück würde es werden, so durfte man mutmaßen, als es hieß, Nikolaus Harno...
Winterstarre im Kostümpanzer - Jämmerliches Umfeld für eine Diva
Edita Gruberova hat sich eine weitere Donizetti-Oper gewünscht. Die Wiener Staatsoper gehorchte und zeigt jetzt angeblich "Roberto Devereux", in Wahrheit aber eine der langweiligsten, inszenatorisch unzulänglichsten Produktionen aller Zeiten.
Wie gut die Philharmoniker spielen können
Sir Simon Rattle bewies im Musikverein, daß die Wiener Philharmoniker zu weit Höherem berufen sind, als sie gemeinhin bieten.
Nach Christian Thielemann dirigierte nun auch Simon Rattle ein philharmonisches Konzert, dessen Qualität weit über das Normalmaß - auch dieses Orchesters - hinauswies. Beethovens Fü...
Gipfeltreffen der Geiger als Kontrapunkt mit Fuge
Vengerov & Mintz, die beiden Weltklassevirtuosen, markierten den vorläufigen Höhepunkt im Geiger-Gipfeltreffen, das derzeit im Wiener Musikverein stattfindet.
Nach Gidon Kremer, vor Kyung Wha Chung gaben sich Shlomo Mintz und Maxim Vengerov die Ehre: Ein Konzert mit allen in der Originalfassung...
Das Wagnis der Virtuosen und die Wiener
Gidon Kemer im Verein mit Oleg Maisenberg sowie das EOS-Quartett bewiesen dieser Tage, daß Wien auch für anspruchsvolle Musik ein dankbares Publikum hat.
Daß in aller Welt die Besucherzahlen bei sogenannten "klassischen" Konzerten zurückgehen, ist bekannt. Wien ist anders, das weiß man, sobald man die Stati...
Zerstückelt und ruiniert
Renato Zanella hat Tschaikowskys »Nußknacker« neu choreographiert. Fazit: Das Repertoire des Staatsopernballetts ist wieder um ein attraktives Werk ärmer.
Mehr als ein Vierteljahrhundert lang war Juri Grigorowitschs "Nußknacker"-Version an der Staatsoper zu sehen. Zur Freude der Erwachsenen immer wieder auch mit russischen...
Teuflische Kürze - himmlische Länge
Die Wiener Symphoniker luden zum Jubiläumskonzert und Tout Vienne feierte die "100jährigen" Musikanten samt ihrem Chefdirigenten Wladimir Fedosejew im Musikverein.
Mit einer Neuauflage des allerersten Programms, das die Wiener Symphoniker einst im Musikvereinssaal musiziert haben, beging man den 100. Geburtstag...