Kategoriearchiv: Feuilleton
Olivier Tambosi
Im Gefängnis gibt es keine Windmühlen" Interview. Olivier Tambosi inszeniert das Musical "Der Mann von La Mancha" in der Volksoper - und will dabei "Theater mit den einfachsten Mitteln" machen. Bei seinen Schauspielern schätzt er Kreativität und Eigenverantwortlichkeit. Es ist eine Geburtstagsaufführung. Der Gefeierte heißt Don Quijote und ist, wiewohl berühmt als "Ritter von der traurigen Gestalt", doch einer der Senioren unter den Integrationsfiguren der europäischen Geistesgeschichte. Als Musicalfigur ist er gerade erst 50 geworden. 1965 kam der "Mann von La Mancha" am Broadway heraus - und erlebte en suite weit über 2000 Vorstellungen. Drei Jahre später folgte die Erstaufführung im Theater an der Wien. Diese steht in den lokalen Annalen. Wer mit der jüngeren wienerischen Theaterhistori...
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»Macbeth« 2015
Petean - Serjan
Die fahlen Farben der Macht Staatsoper. Wiedergutmachung an Verdis »Macbeth« im Haus am Ring: Applaus für Christian Räths Neuinszenierung mit Tatiana Serjan und George Petean. Der lauteste Jubel an diesem von jeglichem Widerspruch freien Premierenabend galt dem Dirigenten. Alain Altinoglu ist es gelungen, mit dem hörbar motivierte...
Serjan/Petean
Macbeth und seine Lady, hautnah Staatsoper. Wien-Debütantin Tatiana Serjan und George Petean im Gespräch über die Frage, ob Verdis und Shakespeares Antiheld und seine Frau einander je geliebt haben.
Verdis "Macbeth"? Die desaströse Premiere der Produktion in der letzten Spielzeit der Ära Holender ist dem Publikum noch gut in Erinnerung. Geplante Folgevorstellungen mussten noch in der Saison aus dem Spielplan genommen werden. Daher also ungewöhnlich rasch ein neuer Versuch mit dem vielleicht kühnsten Stück, das dieser Komponist geschrieben hat. Auf halbem Weg zwischen "Nabucco" und "Rigoletto" wagt sich Verdi das erste Mal an Shakespeare und beantwortet dessen dramaturgische Radikalität mit einer nicht minder radikalen Tonsprache. Zwar hat er die Formkonzepte eines Belcantodramas noch nich...
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Schreker
Fritzerl und Gretel verliefen sich im Wald Oper. Begeistert wurde Franz Schrekers "Der ferne Klang" aufgenommen, die erste Premiere der neuen Intendantin an der Grazer Oper. Warum eigentlich? Genauer betrachtet ist dieses Stück hohles Geklingel, textlich wie musikalisch.
Einen rauschenden Erfolg fuhr die neue Intendantin der Grazer Oper mit ihrer ...
Das Metronom
Seit damals ticken wir nicht richtig 1815 ließ Johann Nepomuk Mälzel sein Metronom patentieren. Bis heute halten manche dieses Ding für eine gute Erfindung. Es hat seine desaströsen Seiten, dass der k. k. Hof-Kammermaschinist Johann Nepomuk Mälzel vor 200 Jahren das Metronom patentieren ließ. Das Ding macht ticktack, je nachdem, wie man das Gewicht...
La Cenerentola
Märchenzauber, modisch gekleidet Staatsoper. Rossinis "Cenerentola" mit der virtuosen Margarita Gritskova in der Titelpartie fesselt in Sven-Eric Bechtolfs klamaukiger Inszenierung erneut dank Belcanto-Virtuosität.
Manchmal wird auch herzlich gelacht an diesem Abend im Haus am Ring. Nicht nur, weil im Text, den man ja an jedem Platz mitlesen kann,...
Schreker und seine Zeit
Die verzweifelte Suche nach dem fernen Klang BIOGRAPHISCHES Verschollene Opern. Die neue Grazer Intendantin wählte zum Einstand ein Stück von Franz Schreker, das schon oft aus den Archiven geholt wurde, um rasch wieder vergessen zu werden. Wer könnte neben Puccini und Strauss bestehen?
Der ferne Klang" von Franz Schreker eröffnet die neue Ära an d...
Alexander Pereira
»Fast alle Opernhäuser produzieren zu wenig« Im Gespräch. Alexander Pereira, bis 2014 Intendant der Salzburger Festspiele, seither Leiter der Mailänder Scala, glaubt an eine Ausweitung des Spielplans. Dazu setzt er auf die Suche nach Sponsoren. Und auf Jugendförderung. Die Presse: Wie hält es denn der ehemalige Salzburger Intendant einen Sommer lang ohne die Festspiele aus?
Alexander Pereira: Ich war ja in Salzburg! Als Besucher. Und ich werde immer wieder nach Salzburg kommen. Denn man trifft nirgendwo so viele Künstler am gleichen Ort zur gleichen Zeit. Außerdem habe ich mich gefreut, die Produktionen des "Trovatore" und des "Rosenkavaliers" noch einmal zu sehen. Der "Rosenkavalier" übersiedelt ja in der kommenden Spielzeit an Ihr neues Haus, die Mailänder Scala. Allerdings in einer etw...
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Sven-Eric Bechtolf
Vermutlich bin ich ein Anachronismus" Salzburger Festspiele. Sven-Eric Bechtolf zieht im Gespräch Bilanz über seine erste Intendanten-Saison und überlegt, wie viel Politik in der Kunst sein soll, ob die Fülle des Angebots dem Festival zuträglich ist und warum Mozart ewig aktuell bleibt. Die Presse: Die erste von zwei Salzburger Festspiel-Saisonen, die Sie als künstlerischer Leiter verantworten, geht zu Ende. Wie ist Ihre persönliche Bilanz? Sven-Eric Bechtolf: Meine persönliche Bilanz ist außerordentlich positiv. Viele unserer Hoffnungen haben sich erfüllt, manche nicht. Ich bin aber kein Träumer, sondern gezwungen, sehr realistisch zu planen und zu handeln. Was wir irgend realisieren konnten, haben wir realisiert. Und Ihr Zeitmanagement? Um wie viel anstrengender, fordernder war's, als Si...
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