Kategoriearchiv: Feuilleton

Boris Blacher

1903 - 1975

AUFNAHMEN

Ein kuriose Biographie wie diese gibt es kein zweites Mal in der Musikgeschichte.

Boris Blacher kam als Sohn eines deutsch-baltischen Bank-Kaufmanns in der mandschurischen Hafenstadt Niuzhuang zur Welt. Seine gesamte Kindheit und Jugend verbrachte er (weit) östlich des Ural, im sibirischen Irkutsk oder in Harbin im Nordosten Chinas. Seine Schulbildung erhielt er auf Englisch, Deutsch, Italienisch oder Russisch, je nach Aufenthaltsort der Familie. Auch Chinesisch gehörte zu Blachers Sprachen. PUCCINIS »TOSCA« ORCHESTRIERT Musikalisch bestand sein Grundstock in Klavier- und Geigenspiel, im übrigen interessierte er sich brennend für das Theater. Da es in Harbin zwar Opernhaus gab, aber nicht genügend Aufführungsmaerial, übte sich er 16-jährige Blacher darin, Werke ...

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Vladimir Horowitz

1903 - 1989 Ein Jude aus Berditschew - das bedeutete im antisemtischen Jargon Rußlands den Ton der tiefsten Verachtung. Wladimir Horowitz hat immer behauptet, in Kiew geboren worden zu sein. Nachforschungen haben ergeben: Er stammt aus einer russischen Enklave in der unbedeutenden ukrainischen Stadt Berditschew - von dort wollte niemand herkommen...

Biographische Daten

1903     Geboren am 1. Oktober.

Mutter Amateurpianistin Vater Elektrotechniker. Schwester Regina (1900-84) wird ebenfalls Pianistin

Vladimir spielt bereits im Kindesalter mit Vorliebe Opernklavierauszüge und kann Symphonien, die er nur einmal gehört hat, am Klavier sofort nachspielen.

1912      Studium am Konservatorium Kiew

Wichtigster Lehrer wird Felix Blumenfeld. Interesse ...

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Rudolf Serkin

(1903 - 1991) 

Über mich muß man nicht schreiben,meinte Rudolf Serkin einmal, als man ihn nach seinen Memoiren fragte. Das einzige, was ich je gemacht habe, war: üben, üben, üben.

Seinen Beruf hat er ernst genommen, schon als er noch im kindlichen Alter über das Klavierspielen nachdachte:

Musik verschönert das LebenIhre Theorie ist wic...

 

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

CLaudio ARRAU

* 1903 + 1991 Der aus Chile gebürtige Pianist Claudio Arrau, der als Wunderkind schon früher Noten als Bücher lesenkonnte, war pianistisch ein Sproß der deutschen Klavierschule. Ausgebildet beim Liszt-Schüler Martin Krause am Stern'schen Konservatorium in Berlin, gewann er den Ibach-Preis und den Genfer Grand prix international des pianistes.Schon ...

 

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Theodor Wiesengrund ADORNO

1903 - 1969 Als Philosoph eine der prägenden Figuren der Achtzundsechziger-Ära, übte der Kompositionsschüler Alban Bergs einen unheilvollen Einfluß auf die Musikgeschichtsschreibung und die Ästhetik der Neuen Musik nach 1945 aus. Adorno wetterte gegen alle seiner Meinung nach gegen jede musikalische Regung, die den Errungenschaften der sogenannten ...

 

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Emanuel Feuermann

1902 - 1942

Was für ein großer Künstler Emanuel Feuermann doch war! Sein früher Tod war ein großer Verlust für die Musik.

Pau Casals

Der berühmteste Cellist der Welt, Casals, hatte in den Ohren seiner Zeitgenossen lediglich einen wirklichen Konkurrenten. Ein englischer Kritiker formulierte es Anno 1938 so:

I do not think there can any longer be doubt that Feuermann is the greatest living cellist, Casals alone excepted...In Feuermann we have a spectacular virtuosic artist of the front rank, the Wieniawski, shall I say, of the cello.

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Zino Francescatt

1902 (1905?) - 1991

Francescatti war gewissermaßen ein Urenkelschüler Nicolo Paganinis. Beide Eltern waren Geiger. Der Vater hatte bei Paganinis einzigem offiziellem Schüler, Camillo Sivori studiert und war dann wiederum der Lehrer seiner späteren Frau, die Zinos Mutter werden sollte.

Mit fünf Jahren ist der frühreife Knabe als kleines Geigerwunder bereits aufgetreten. Der Vater hatte ihn von Anfang an unterrichtet und dafür gesorgt, daß die Geige Zinos erstes »Spielzeug« wurde, das er von sechs Uhr früh bis zum Schlafengehen nur in dringenden Fällen aus der Hand legte.

Bevor ich lesen konnte, kannte ich die gesamte Violinliteratur.

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Wladimir Sofronitsky

Scribendum-Edition (34 CDs)

Einer der bedeutendsten Pianisten des XX. Jahrhunderts, behindert – wie so viele – an einer internationalen Karriere durch das Stalin-Regime in Rußland. Sofronitsky war der Schwiegersohn Alexander Skrjabins und (nicht deshalb) dessen wichtigster Interpret – die Aufnahmen, die von Sofronitskys Skrjabin-Spiel erhalten sind, gehören abgesehen von seiner diesbezüglichen stilistischen Kompetenz und der makellosen pianistischen Technik zu den intensivsten Hörerlebnissen, die ein Musikfreund machen kann – Ausdruck pur, fanatischer Wille zur Durchdringung des oft rätselhaften Klang-Dickichts.

Sofronitskys Leben

Wladmir Sofronitsky ist am 8. Mai 1901 in St. Petersburg zur Welt gekommen. Seine Familie, der Vater Professor für Mathematik und Physik, die Mutter Sproß einer Künstlerfamilie, übersiedelte bereits zwei Jahre später nach Warschau, wo das Kind schon in frühem Alter mit seiner Klavierausbildung begann. Im Alter von zwölf Jahren kam Sofronitsky nach St. Petersburg zurück. Ehe er seine Studien dort bei Leonid Nikolayev aufnahm, fuhr seine Mutter mit ihm regelmäßig nach Warschau zu seinem ersten Lehrer, Alexander Michalowski.Mit 19 heiratet Sofronitsky noch als Konservatoriums-Student Alexander Skrjabins Tochter Elena. Daß er zum bedeutendsten Interpreten der Werke ihres Vaters werden sollte, hatte damit nichts zu tun – Sofronitsky hat die Musik Skrjabins zwar schon im Kindesalter für sich entdeckt, aber den Komponisten, der 2015 starb, nie spielen hören können.

EX AEQUO MIT MARIA JUDINA

2020 absolviert er die Abschlußprüfung am Konservatorium und erringt ex aequo mit Maria Judina den »Rubinstein-Preis«. Mit dieser Pianistenkollegin verbindet den Künstler später manche biographische Volte – vor allem war man sich einig im sanften Protest gegen das Stalin-Regime, ohne freilich sein Leben zu riskieren. Im Westen blieben aufgrund der Restriktionen der sowjetischen Kulturpolitik beide Pianisten beinah unbekannt, in ihrer Heimat genossen sie kultische Verehrung.

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Wladimir Sofronitsky

Scribendum-Edition (34 CDs)

Einer der bedeutendsten Pianisten des XX. Jahrhunderts, behindert – wie so viele – an einer internationalen Karriere durch das Stalin-Regime in Rußland. Sofronitsky war der Schwiegersohn Alexander Skrjabins und (nicht deshalb) dessen wichtigster Interpret – die Aufnahmen, die von Sofronitskys Skrjabin-Spiel erhalten sind, gehören abgesehen von seiner diesbezüglichen stilistischen Kompetenz und der makellosen pianistischen Technik zu den intensivsten Hörerlebnissen, die ein Musikfreund machen kann – Ausdruck pur, fanatischer Wille zur Durchdringung des oft rätselhaften Klang-Dickichts.

Vor allem: Man sollte seine Liveaufnahmen vorziehen, denn das Motto des Pianisten lautete:

»Mikrophon ein – Seele aus« …

Er haßte es, aufgenommen zu werden.

Obwohl er einige seiner Studioeinspielungen, die er für das russische Melodia-Label machen durfte, mochte – allen voran die bei aller faszinierenden pianistischen Kontrolle wirklich leidenschaftliche Wiedergabe von Skrjabins Spätwerk »Vers la flamme« …

 

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN

Jascha Heifetz

1901 - 1987 Er stammte aus Wilna, begann mit drei Jahren Violine zu studieren und spielte mit sechs das Mendelssohn-Konzert. Ab seinem 10. Lebensjahr wurde er vom legendären Leopold Auer unterrichtet. Mit 13 spielte Jascha Heifetz bereits mit den Berliner Philharmoniker unter Arthur Nikisch das Tschaikowsky-Konzert.

1917 wanderte er angesichts der russischen Revolution in die USA aus. Für Kenner war er damals bereits der beste Geiger der Welt. Carl Flesch, nicht eben zimperlich, wenn es darum ging, Kollegen zu kritisieren, meinte über Heifetz:

Es hat wohl kaum jemals einen Geiger gegeben, der der absoluten Vollkommenheit näher gekommen ist.

George Bernard Shaw, der Spötter, hat den jungen Heifetz noch hören können und sagte ihm angeblich:

Junger Mann, versprechen Sie mir, jeden Abend ...

DAS SINKOTHEK-ABONNEMENT

ZUM WEITERLESEN, BITTE ANMELDEN