Die Fünfte ist das Stiefkind unter den Prokofieff-Sonaten, ein Einzelgänger, entstanden 1922 im Exil in Deutschland, wo der Komponist mit seiner Mutter und seiner Frau Lina lebte. Parallel zur Arbeit im Feurigen Engel suchte Prokofieff in diesem dreisät...
Die Sonate Nr. 4 ist die letzte der Jugendsonaten Prokofieffs und greift wie die drei Vorgängerwerke auf frühe Entwürfe zurück, die der reifende Komponist nach zehn Jahren überarbeitet und formal zielsicher umgestaltete. Das Werk ist dreisätzig und von elegisch-düsterer Grundstimmung.
Das einleitende Allegro stammt aus einer 1907/08 entstandenen Jugend-Sonate, die Prokofieff in seinem Kovolut »Aus alten Heften« gesammelt hatte.
Der Mittesatz ist eine stark überarbeitete Fassung eines Satzes aus dem Entwurf zu einer Symphonie in e-Moll und zeigt in der in einem großen Bogen atmenden Neugestaltung die innere Festigung von Prokofieffs Stil.
Das Finale ist von enormer Kraft, beinah verspielt in seinen akrobatischen Dialogen zwischen unterschiedlichen klassischen Bewegungsmodellen – die den Hörer immer wieder zu Fehlschlüssen verleiten: Die Musik hat, wiewohl freundlicher als in den ersten beiden Sätzen, spürbar einen doppelten Boden.
Allegro tempestoso - Moderato - Allegro tempestoso - piu lento - Tempo I
Die dritte, wiederum einsätzige Sonate erklang erstmals im April 1917, gespielt vom Komponisten selbst. Sie wurde sofort ein voller Erfolg, verrät sie doch wie die beiden Vorgängerwerke den Biß eines jugendlichen Revoluzzers, ohne...
I. Allegro, ma non troppo
II. Scherzo. Allegro marcato
III. Andante
IV. Vivace - Moderato - Vivace
Die Zweite Sonate ist - anders als das Vorgängerwerk - viersätzig, entstand aber in mehreren Schritten aus einer ursprünglich einsätzigen Sonatine. Das Scherzo ist ein Werk der Studienzeit bei Ljadow.
In einigen M...
Seine erste Sonate komponierte Sergej Prokofieff quasi im Luftleeren Raum. Eine Orientierung an der russischen Romantik, allen voran an Tschaikowsky kam für ihn nicht in Frage. Kollege Skrjabin hatte seine kühnen Spätwerke noch nicht komponiert. Also mußte s...
Sergej Prokofieff (1891-1953) war ein Pianisten-Komponist, wie vor ihm Beethoven oder Weber, wie Liszt, Chopin, Brahms oder Edvard Grieg. Wie zu seiner Zeit Sergej Rachmaninow, Alexander Skrjabin und Béla Bartók. Sie alle waren imstande, ihre eigenen Werke unabhängig von anderen Interpreten populär zu machen. Sie alle...
Im Jahr 1914 beendete Sergei Prokofieff, damals 23, sein Studium am St. Petersburger Konservatorium. Er hatte die Fächer Klavier und Dirigieren belebt.
In seinen Erinnerungen schrieb er:
. . Zu dieser Zeit hat der Ehrgeiz mich gepackt. Ich ...
ZU PROKOFIEFFS FÜNFTER
Das Finale von Sergej Prokofieffs Fünfter sollte uns aufhorchen lassen: Da beginnt ein Uhrwerk zu ticken.
Offene und versteckte Botschaften
Ein Feuilleton aus dem Jahre 2015
Eben ist wieder Beethovens Neunte verklungen mit ihrem allumfassend optimistischen Brüderlichkeits-Fortissimo. Das Wort Fraternité ist seit damal...
Zwei Violinsonaten hat Sergej Prokofieff komponiert, beide entstanden großteils während des Zweiten Weltkriegs und sind Protokolle der Bewältigung schwerer Jahre - bevor der »Große vaterländische Krieg« ausbrach, litt die Bevölkerung der Sowjetunion unter dem Terror des Stalinismus, der - ganz ähnlich wie d...
Konzert Nr. 1, D-Dur
Sergej Prokofieff (1917)
Der Wolf im Pelz des Lyrikers
Prokofieffs erstes Konzert, 1917 komponiert, kam auf Grund der Revolutionswirren und der Emigration des Komponisten erst im Oktober 1923 zur Uraufführung. Schauplatz war die Opéra de Paris, Marcel Darrieux spielte den Solopart, Serge Koussevitsky dirigierte. Kritik und Publ...