Schumann-Fantasie

Yudina-Rarität

Stöbern im Netz zahlt sich aus. Jüngst stellte das russische Labal Moscow Conservatory Records einen Livemitschnitt mit der großen Maria Yudina online, eine Live-Wiedergabe von Robert Schumanns Fanstasie in C-Dur aus dem Jahr 1951 von außerordentlichem Zuschnitt. Nicht, wie zu erwarten war, in den virtuosen Passagen am Ende des Mittelsatzes, wo es falsche Töne hagelt. Doch an der Poesie von Yudinas Schumann-Deutung ändert das nichts. Der abschließende langsame Satz ist ungemein dicht und groß gesteigert, die unbändige Kraft, die schon Yudinas Einstieg ins Werk kennzeichnet, ist hier offenkundig der Motor für energetische Prozesse, die aus der improvisatorisch verträumten Geste der ersten Takte, aus den singenden melodischen Linien immer wieder vulkanös auszubrechen scheinen. Einer der vielen spannenden Beiträge zur Schuman-Rezeption aus Rußland.

zur Aufnahme