Jean-Pierre Ponnelles kongeniale Verfilmung einer Salzburger Festspielproduktion bleibt erste Wahl, von James Levine mit Verve dirigiert, von einem illustren Ensemble mit dramatischem Aplomb gesungen. Da sitzt nicht jeder Ton wirklich perfekt, aber das Drama läuft vor unseren Augen und Ohren packend ab
An derselben Stelle gelang Jahrzehnte später Nikolaus Harnoncourt und Martin Kusej eine beinah ebenso spannende Realisierung mit einem von Michael Schade angeführten Ensemble von Edelstimmen. Optisch geht es da nicht mehr so feinsinnig differenziert zu wie einst im stilisierten Ambiente be...
Jean-Pierre Ponnelles Salzburger Langzeit-Erfolg war unter James Levines Leitung viele Jahre lang in der Felsenreitschule zu sehen und ergab eines der schönsten Opernvideos, die es gibt.
Nur einer hat es geschafft, wie Ponnelle die Geschichte dieses Stücks ganz unverkrampft zu erzählen, daß vom Kind bis zum Greis alle ihre Freude an dem Stück haben - und ihren Gewinn daraus ziehen können: Ingmar Bergman. Sein Zauberflöten-Film ist ein cineastischer Klassiker, aber auch ein Musterbeispiel für die stimmige Rezeption eines Musiktheaterwerks.
Nach wie vor mustergütlig als Ensemble-Leistung: Fritz Buschs grandiose Einstudierung für das Glyndebourne Festival mit dem eleganten John Brownlee in der Titelpartie.
Legendäre Aufnahmen, die man gehört haben sollte.
ZUM WERK
Le nozze di Figaro
Universal (Decca)
Eine Studioaufnahme von Mitte der fünfziger Jahre unter Erich Kleiber gilt vielen Kennern bis heute als das Non-plus-ultra: Kluge Temporelationen, sorgfältig ausbalancierte Ensemblekultur, pointiertes Orchesterspiel und beseelter Gesang (von Stars wie Lisa Della Casa, Cesare Siepi, Hilde Güden und Fernando Corena) vereinigen sich hier zur perfekten Musik-Komödie. Trotz Monophonie in nie wieder erreichter Harmonie.
IN DER SINKOTHEK-JUKEBOX
Universal (Fontana/Philips)
Diesem Hochseilakt eines voll und ganz motivierten Ensembles unter der Leitung...
»DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL«
VORWORT
Mehr als bei den meisten anderen großen Mozart-Opern ist bei der »Entführung« zu spüren, daß Mozart seine Werke ganz auf das Können der jeweiligen Uraufführungs-Besetzung zuschneiderte. Und dieses Können war offenbar enorm. Gerade die Partien in diesem »Singspiel« fordern Extremes in Sachen Stimm-Umfang, Technik und Ausdruck.
Was im Wiener Burgtheater der josephischen Ära möglich war, bereitet heutigen Interpreten Schwiergkeiten, die in vielen Fällen schier unüberwindlich scheinen.Schon eine Konstanze zu finden, die den expressiven Schmerzenslaut der g-Moll-Arie gleichermaßen beherrscht wie die Koloratu...
Man kann über die Errungenschaften der sogenannten Originalklang-Bewegung denken, wie man möchte: Gewiß haben sie dazu geführt, daß heutige Hörer sensibler geworden sind für Fragen der Dynamik, der Phrasierung und der kleinteiligen Organisation klanglicher Fragen. Eines ist aber ebenso sicher: Die Reduzierung der Ensemble-Größen unter dem Vorwand d...