Archiv der Kategorie: Rezensionen
Harry Kupfers »Rosenkavalier«
SALZBURGER FESTSPIELE Diese Rose gebührt der Regie Harry Kupfer demonstrierte mit dem »Rosenkavalier«, wie man den Geist eines Kunstwerks ganz erfassen kann. Die Philharmoniker unter Welser-Möst spielen dazu herrlich. Eine Kunstwelt hat Hugo von Hofmannsthal mit seinem "Rosenkavalier"-Libretto ge schaffen, ein "Wien, in den ersten Jahren der Regie...
Anna Prohaskas Soldatenlieder
SALZBURGER FESTSPIELE Die Soldatin der Liebe Die Meisterin der klugen Programme erwies sich, assistiert von Eric Schneider, an ihrem »Soldatenlieder«-Abend als firm in allen Sprachen und Stilen. Niemand stellt so kluge, dramaturgisch ausgeklügelte Programme zusammen wie Anna Prohaska und Eric Schneider. Die beiden brillierten im Mozarteum anlässlic...
Dalbavies »Charlotte Salomon«
SALZBURGER FESTSPIELE Ertrunken im Meer der Töne Uraufführung. Bei den Salzburger Festspielen hatte Marc-André Dalbavies Oper "Charlotte Salomon" Premiere. Luc Bondy inszenierte die Geschichte der Adoleszenz der jüdischen Berliner Künstlerin, die 1943 in Auschwitz ermordet wurde.
Die wahre Geschichte einer jüdischen Künstlerin aus Berlin, die, in ...
Das schlaue Füchslein
zum werk
PREMIERE WIEN, 20. JUNI 2014 Leoš Janáček Leoš Janáčeks zauberische Tieroper erlebte in einer Regie Otto Schenks ihre erste Inszenierung im Haus am Ring. Unter Franz Welser-Mösts Leitung wurde dieses Debüt zum märchenhaft unzeitgemäßen Schau- und Hörerlebnis. Nun wird man uns bestimmt wieder erklären, dass so etwas heute einfach nicht meh...
Kulman versöhnt die Geister
Wagner und Verdi vertragen sich jetzt wieder Ein fulminanter Abend der Mezzosopranistin Elisabeth Kulman mit dem Ensemble Amarcord im Wiener Konzerthaus versöhnte die Unversöhnlichen - zumindest für zwei launige Stunden.
Verdi hat gewonnen", kommentierte Tommaso Huber nach der Ouverture zu diesem ungewöhnlichen Abend im Mozartsaal des Wiener Konze...
Hanekes Mozart-Regie
FESTWOCHEN "Così fan tutte"? So machen's gottlob nicht alle! Theater an der Wien. Michael Hanekes Mozart-Inszenierung übersiedelt für einige Tage aus Madrid ins Theater an der Wien. Szenisch ist das ein Fest. Wer meint, dass Oper auch etwas mit Musik zu tun haben sollte, weint zwischendurch leise.
Ja, ist ja gut. Ich bin gleich wie der still und a...
Die Oster-»Arabella«
SALZBURG
Hofmannsthals aberwitzige poetische Ansprüche
Osterfestspiele. In Salzburg scheitert man an einem offenbar völlig unzeitgemäßen Stück. Obwohl Christian Thielemann am Pult des Uraufführungsorchesters versucht, die filigranen Richard-Strauss-Klänge den ungeeigneten Reitschuldimensionen des Festspielhauses anzupassen.
Ein Brief für Sie", sagt der Diener. Bei Hofmannsthal heißt es: "Da wär' ein Billett für Euer Gnaden." Diesen Unterschied, wie man so schön sagt, möcht ich Klavier spielen können. Dann dürfte ich als Korrepetitor mit den Festspielsängern vielleicht "Arabella" einstudieren.
"Und in dem Wie, da liegt der ganze Unterschied", heißt es in einem andern Werk des Duos Hofmannsthal/Strauss - da ist die ganze Malaise schon vorausgeahnt. Wer "Arabella", dieses zutiefst wienerische Stück, bei den diesjährigen Salzburger Osterfestspielen erlebt, der ahnt: "Arabella" geht wahrscheinlich gar nicht mehr. Heutzutage. Das Stück ist so unmöglich geworden wie auf dem Sprechtheater Schnitzler; oder Hofmannsthals eigener "Schwieriger".
Der »unmögliche« Wiener Ton
Matthäuspassion, 2014
Bach ist groß - und Harnoncourt sein Prophet Musikverein. Die "Matthäuspassion" im Zyklus des Concentus musicus, luxuriös besetzt und tiefgründig. Bei Bach, man weiß es, erreichen sie den Gipfel: Eine eingeschworene Gemeinde bilden Concentus musicus, der Arnold Schoenberg Chor - die auswendig singenden Sängerknaben nicht zu vergessen. Wenn die "Mat...
Adriana Lecouvreur in Wien
ERSTAUFFÜHRUNG Ein Östrogen-Konflikt, wie gemacht für Primadonnen Die Staatsoper spielt Francesco Cileas Oper zum ersten Mal: durchaus eine Bereicherung des Spielplans. Zuletzt gab es nebst anhalten dem Jubel ein paar Buhrufe für das Regieteam. Man fragt sich, was die kritischen Geister von einer Inszenierung der "Adriana Lecouvreur" erwarten? Soll...