Pflicht für »Geigerzähler«: Michael Rabins bisher unveröffentlichte Aufnahmen von Konzerten von Benjamin Creston (auch als Rarität für Sammler) und – vor allem – Beethoven: Eine Aufnahme von edelster Tonschönheit und technischer Beherrschung.
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Händels Widersacher: Die Chandos-Anthems von Johann Christoph Pepusch
Mozarts Requiem, neu »ausgehorcht«
Harriet Krijghs romantische Reise

Die holländisch-österreichische Cellistin hat mit den Tonkünstlern unter Martin Sieghart die Konzerte von Dvořák und Elgar aufgenommen – der Klassiker der Cellolitaratur und ein ebenbürtiges Werk, das wenigstens ebenso bekannt sein sollte.
Harriet Krijgh ist eine der sensibelsten Musikerinnen unserer Zeit, die sich hier in allen Facetten der Spätromantik entfalten darf. Die ariosen Elemente der langsamen Sätze sind, das war zu erwarten, ihre Force, vor allem Elgars Adagio-Satz geriet dank Siegharts behutsamer Unterstützung zu einem akustischen Edelstein – der schon von einem entsprechend funkelnden Scherzo-Satz einbegleitet wurde; gerahmt von den beiden ebenso leidenschaftlichen, wie resignativ grübelnden Ecksätzen dieses wunderbaren Konzerts.
Auch die Neueinspielung von Dvořáks berühmtem Gegenstück kann durchaus gegen die notorisch starke Konkurrenz bestehen: Krijgh stellt sich mit bemwerkenswerter innerer Kraft auch den dramatisch-kämpferischen Momenten dieser Komposition – und bewahrt im Verein mit dem Dirigenten und dem hörbar animiert musizierenden niederösterreichischen Orchester die Übersicht über die abenteuerliche Formgebung, die allein aus dem spontanen Erzählduktus zu entwachsen scheint. Der Hörer wird auf eine Abenteuerreise mitgenommen, läßt sich dazu gern verführen und erreicht am Ende – vielleicht erstaunt über den mutigen »Blindflug«, aber zufrieden – den sicheren Hafen
Händels Explosion
Bruckners Klaviermusik
»Parisienne« – Klavierkonzerte von Ravel und Massenet

»Parisienne«
Klavierkonzerte von Jules Massenet & Maurice Ravel
Eloïse Bella Kohn (Klavier), RSO Berlin – Christoph Koncz
Das neue Album der französischen Pianistin Eloïse Bella Kohn konfrontiert eine – hörenswerte, weil exzellente – Neuaufnahme von Maurice Ravels vielgespieltem G-Dur-Konzert mit einer echten Rarität: Jules Massentes 1902 vollendetem, aber auf bedeutend älteren Skizzen basierendem Klavierkonzert.
»Parisienne« – Klavierkonzerte von Ravel und Massenet weiterlesenDer Ring des Nibelungen – Thielemann in Berlin
Christian Thielemanns Einstand an der Lindenoper
Diese Produktion wollte eigentlich Langzeit-Musikchef Daniel Barenboim herausbringen. Er hatte sich für die Saison 2022/23 einen neuen »Ring des Nibelungen« für seine Deutsche Staatsoper unter den Linden gewünscht. Krankheitshalber mußte er die musikalische Leitung abgeben und es sprang – viel beachtet – Christian Thielemann ein. Der Jüngere galt lange Zeit als eine Art Antipode Barenboims, doch erwies sich anläßlich der Premierenserie der von Dmitri Tcherniakov in der notorischen Regietheatermanier inszenierten Tetralogie, daß Thielemann mit der Staatskapelle Berlin sogleich aufs schönste harmonierte.
Es dauerte nicht lang, da wurde nach Barenboims Rücktritt der gebürtige Berliner Thielemann zum neuen Generalmusikdirektor des Hauses unter den Linden gekürt. Der Live-Dokumentation des Tcherniakov-Rings kommt daher musikalisch Bedeutung zu: Es war eine Weichenstellung, die da vorgenommen wurde. Wie gewohnt, agierte Thielemann mit einem ihm noch unbekannten Klangkörper vorsichtiger, jedenfalls langsamer als zuletzt gewohnt, aber er rückte kein Jota von seinen klanglichen Vorstellungen ab – und triumphierte auf der ganzen Linie, weil die Musiker spürbar mit Lust seinen Ideen folgte und sie in die Tat umsetzte.
Dazu kommt, daß die Sängerbesetzung über weite Teile die erste Wahl für die jeweiligen Partien in unsern Tagen darstellt: Anja Kampe als Brünnhilde etwa und Andreas Schager als Siegfried.
Ob Wagner-Verehrer die Bilder wirklich mehrmals sehen möchte, bleibe dahingestellt – die Tonspur dieses Livemitschnitts bleibt wohl ein bedeutendes Dokument.
Schubert – von Schuen und Heide
André Schuen und Daniel Heide haben ihren Schubert-Zyklus komplettiert.

Mit der Veröffentlichung der »Winterreise« haben André Schuen und Daniel Heide ihren Schubert-Zyklus bei der Deutschen Grammophon vollendet, alle drei Liederzyklen – inklusive des keineswegs vom Komponisten als zusammengehörige Lieder-Folge definierten »Schwanengesangs« – liegen nun vor.
Schubert – von Schuen und Heide weiterlesenWilliam Steinberg Edition

Geboren in Berlin, 1936 emigriert, wurde Wilhelm Steinberg im amerikanischen Exil zu einem der wichtigsten Garanten für den Aufstieg der US-Orchester zur Weltspitze. Für Toscanini hat er das legendäre NBC-Orchester vorbereitet, mit Bronislaw Huberman Israel Philharmonic begründet.
In seinen amerikanischen Jahren hat Steinberg einige viel gerühmte Aufnahmen mit dem Piettsburgh Orchestra gemacht, die von der Deutschen Grammophon nun in exzellenten Digitalisierungen gesammelt herausgebracht wurden. Erinnerungen an einen deutschen Kapellmeister, der die Tugenden seines Handwerks zum Ruhm der amerikanischen Orchestergeschichte einzusetzen wußte.
Schon vor einigen Wochen kamen einige der einstigen Aufnahmen, die Steinberg in Boston für die Deutsche Grammophon gemacht hat, als liebevoll edierte LP-Versionen auf (rein analog produzierten) 180-Gramm-Vinyl-Pressungen heraus – für Audiophile eine Trouvaille, die dank der exquisiten Aufnahmetechnik jener Ära das Orchester in allen Farben und in ungeheurer dynamischer Bandbreite hören läßt – ein idealer Testballon für Hi-Fi-Anlagen. Der Klang ist bei effektvollen Stücken wie Hindemiths »Konzertmusik für Streicher und Blechbläser« oder Holsts »Planten« überwältigend!







